Opel bleibt tief in den roten Zahlen

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Beim größten US-Autohersteller General Motors laufen die Geschäfte besser als von Experten erwartet. Die deutsche Tochter Opel bleibt allerdings in den Miesen. Foto: Robert Schlesinger/Archiv/Symbolbild

Detroit/Rüsselsheim (dpa) - Massen-Rückrufe wegen defekter Zündschlösser können den US-Autoriesen General Motors nicht ausbremsen: Die Geschäfte liefen zuletzt deutlich besser als erwartet, wie der Finanzbericht zeigt.

Die deutsche Tochter Opel steckt hingegen weiter tief in den roten Zahlen - der Rubelverfall und hohe Ausgaben für die Schließung des Werks in Bochum haben das Ergebnis 2014 schwer belastet.

GM erhöhte den Nettogewinn im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 0,9 Milliarden auf 1,1 Milliarden Dollar (0,96 Mrd Euro). Die Markterwartungen wurden damit übertroffen. Die Aktie stieg vorbörslich um knapp vier Prozent. "Ein starkes viertes Quartal" habe trotz aller Herausforderungen geholfen, 2014 gute Ergebnisse im Kerngeschäft zu liefern, sagte GM-Chefin Mary Barra. Der Umsatz ging zum Jahresende allerdings leicht zurück auf 39,6 Milliarden Dollar.

Die Kosten für Rückrufe drückten das Ergebnis im Gesamtjahr um 2,8 Milliarden Dollar vor Steuern. Unter dem Strich machte GM 2014 aber dennoch einen Gewinn in gleicher Größenordnung. Der Konzern räumt wegen defekter Zündschlösser, die bei voller Fahrt zum Kontrollverlust führen können, inzwischen mindestens 51 Todes- und 77 Verletzungsopfer ein. Es dürften weitere folgen, denn viele Fälle werden noch geprüft.

Den Absatz konnte die Zündschloss-Misere jedoch nicht bremsen: Die Opel-Mutter baute den Umsatz 2014 leicht auf 155,9 Milliarden Dollar aus und meldete einen Verkaufsrekord von 9,9 Millionen Autos und Trucks - zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Im Januar dominierte GM mit 18 Prozent mehr verkauften Fahrzeugen als im Vorjahr den US-Markt. Schwer tut sich der Konzern allerdings weiterhin mit dem Europa-Geschäft und der deutschen Tochter Opel.

Im Gesamtjahr schrieb GM in Europa ein operatives Minus von fast 1,4 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro), wie der Konzern in Detroit mitteilte. Das Ergebnis umfasse Sonderkosten von 700 Millionen Dollar für die Abwicklung der Fabrik im Ruhrgebiet. Weitere 200 Millionen Dollar kosteten Wechselkursschwankungen in Russland. Damit hat sich der Verlust im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht, als die Amerikaner in Europa 869 Millionen Dollar verloren.

Dennoch sieht sich der Autobauer auf Kurs. "Gemeinsam haben wir das operative Resultat von Opel/Vauxhall verbessert, die Verkaufszahlen gesteigert und Marktanteile hinzugewonnen, obwohl das Marktumfeld noch schwieriger geworden ist", schrieb Opel-Chef Karl-Thomas Neumann in einem Rundbrief an die Mitarbeiter: "Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu unserem Ziel, im Jahr 2016 wieder profitabel zu werden." Die hohen Belastungen der Werksschließung fallen 2015 weg.

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