Marktmanipulationen: Großbanken zahlen erneut Milliarden-Strafe

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Dunkle Wolken über dem Bankenviertel von London: Auch die britischen Geldhäuser Barclays und Royal Bank of Scotland müssen erneut Bußgelder zahlen. Foto: Andy Rain

Ihre Händler sollen über Jahre wichtige Wechselkurse zu ihren Gunsten manipuliert haben: Unter den Dächern internationaler Großbanken hatte sich ein Kartell eingenistet, das den Rest der Finanzmärkte austricksen wollte. Dafür müssen die Geldhäuser nun erneut zahlen.

Washington/New York (dpa) - Die US-Regierung zieht fünf internationale Großbanken mit einer Milliardenstrafe für Tricksereien an den Finanzmärkten zur Rechenschaft.

Die US-Institute JPMorgan und Citigroup sowie die britischen Geldhäuser Barclays und Royal Bank of Scotland (RBS) und die schweizerische UBS müssen insgesamt Bußgelder in Höhe von mehr als 5,6 Milliarden Dollar (5,0 Mrd Euro) zahlen, wie die US-Justizministerin Loretta Lynch bei einer Pressekonferenz in Washington bekanntgab. Lynch bezeichnete das Verhalten der Finanzhäuser als "unverschämt".

Alle Banken mussten sich krimineller Vergehen schuldig bekennen, weil Angestellte von ihnen die Finanzmärkte manipulierten. Devisenhändler der Institute sollen durch gemeinsame Tricksereien Wechselkurse zu ihrem Vorteil gesteuert haben.

Im Fall der UBS bezieht sich das Schuldbekenntnis allerdings auf ein anderes und älteres Verfahren, das die Bank nun wieder einholte: illegale Preisabsprachen bei der Festsetzung des Referenzzinses Libor, der weltweit Finanzgeschäfte in Billionenwert beeinflusst.

Die UBS stellte im Skandal um manipulierte Devisenkurse, der internationale Finanzaufseher schon lange beschäftigte, einen Sonderfall dar. Weil das Geldhaus frühzeitig mit den Ermittlern kooperiert hatte, kam es diesmal glimpflich davon. Mit 342 Millionen Dollar (rund 320 Mio Euro) fiel die Strafe überraschend niedrig aus. Dafür verlangte das Justizministerium aber im längst abgeschlossen geglaubten Libor-Skandal nachträglich ein Schuldeingeständnis. Zudem muss die UBS hier noch einmal 203 Millionen Dollar zahlen.

Die mit Abstand höchste Strafe wegen Währungsmanipulation erhielt Barclays. Der Grund: Die anderen betroffenen Geldhäuser hatten sich bereits im November mit den Behörden in Großbritannien, den USA und der Schweiz auf einen Kompromiss geeinigt. Damals waren Großbanken insgesamt zu Bußgeldern über 4,3 Milliarden Dollar verdonnert worden.

Gegen die Bank of America wurde jetzt ebenfalls eine weitere Strafe von 205 Millionen Dollar verhängt - jedoch nicht vom Justizministerium, sondern von der US-Notenbank Fed, die auch einen Teil der anderen Bußgelder einstreichen wird.

An den Finanzmärkten waren die Bußgelder bereits erwartet worden. Anwälte der Banken hatten lange hinter den Kulissen mit den Regulierern verhandelt.

Laut Analysten sind an dem jüngsten Kompromiss vor allem die Schuldbekenntnisse der Banken bemerkenswert, auf denen die Behörden bestanden. Die betroffenen Geldhäuser gestehen damit formal ein, dass unter ihren Dächern - und damit unter ihrer Aufsicht - Verbrechen wie Betrug stattgefunden haben. Ob und inwieweit dafür Personen strafrechtlich belangt werden, ist aber noch ungewiss.

Die Deutsche Bank, obwohl einer der größten Devisenhändler der Welt, nahm bislang nicht an den Vergleichsgesprächen teil. Die Behörden hatten zuletzt angedeutet, dass sie sich zunächst auf die schwerwiegendsten Verdachtsfälle konzentrieren. Allerdings schaut sich die New Yorker Aufsichtsbehörde DFS auch den Devisenhandel der Deutschen Bank an.

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