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Rheinland-Pfalz‘ Innenminister Lewentz tritt zurück – nach Vorwürfen um Ahr-Flut

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Von: Felix Durach

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Roger Lewentz (SPD), Innenminister von Rheinland-Pfalz, ist am Mittwoch zurückgetreten.
Roger Lewentz (SPD), Innenminister von Rheinland-Pfalz, ist am Mittwoch zurückgetreten. © Sascha Ditscher/dpa

Roger Lewentz, Innenminister von Rheinland-Pfalz, ist am Mittwochvormittag zurückgetreten. Der SPD-Mann stand wegen seines Verhaltens während der Ahr-Flut in der Kritik

Mainz – Der Innenminister des Bundeslands Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD) ist am Mittwochvormittag von seinem Amt zurückgetreten. Das verkündete der 59-Jährige auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in der Landeshauptstadt Mainz. „Heute übernehme ich für in meinem Verantwortungsbereich gemachte Fehler die politische Verantwortung“, erklärte der SPD-Politiker. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bestätigte, sie habe den Rücktritt ihres Parteikollegen angenommen.

Roger Lewentz als Innenminister von Rheinland-Pfalz zurückgetreten

Der 59-Jährige war zuletzt wegen seines Verhaltens während der Flutkatastrophe im Ahrtal im vergangenen Jahr unter Druck geraten. Am Mittwochnachmittag sollte das Verhalten des zurückgetretenen Innenministers auch in einer Sitzung des rheinland-pfälzischen Landtags zur Debatte stehen.

Wie die Ministerpräsidentin auf der Pressekonferenz bestätigte, bleibt Lewentz vorerst geschäftsführend im Amt – bis die Frage seiner Nachfolge geklärt ist. „Sie können davon ausgehen, dass ich in den nächsten Tagen öffentlich machen werde, wer Roger Lewentz folgt“, erklärte Dreyer weiter.

Ahr-Flut: Wegen Videos aus Katastrophen-Nacht massiv unter Druck – Lewentz tritt zurück

Im Mittelpunkt der Kritik an Lewentz stehen mehrere Videos, die aus Polizeihubschraubern am 14. Juli und am frühen Morgen des 15. Julis 2021 aufgenommen worden waren. Sie zeigten überflutete Straßen und Häuser sowie Menschen, die mit Taschenlampen SOS-Signale an den Helikopter sandten. Gerade aus den Reihen der Opposition hagelte es Kritik. Der Vorwurf: Lewentz habe über genügend Informationen verfügt, um das katastrophale Ausmaß der Ahrtal-Flut früh zu erkennen, habe aber dennoch nicht adäquat reagiert.

Auch ein im September veröffentlichtes Gutachten stellte bereits Fehleinschätzungen in der Fluchtnacht heraus und erhob schwere Vorwürfe gegen die Landesregierung.

Rücktritt als Minister: Lewentz bleibt dennoch vorerst Vorsitzender der SPD Rheinland-Pfalz

Offen ließ Lewentz, ob er auch von seinem Posten als Vorsitzender der SPD Rheinland-Pfalz zurücktreten wird. Der 59-Jährige bekräftigte, er sei gewählt bis zum nächsten Parteitag im Jahr 2023. Er fügte hinzu: „Ich nehme mir jetzt eine Auszeit und werde das dann mit den Gremien beraten.“ (fd/dpa)

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