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Klimageld von Heil: Wie hoch soll die Klimapauschale ausfallen – und für wen ist sie?

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Von: Anika Zuschke

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Geldscheine mit dem Stempel „Klimageld“ und Hubertus Heil im Vordergrund.
Alle Informationen zum Klimageld von Heil: Wie hoch die Klimapauschale ausfallen und wann sie kommen soll. (kreiszeitung.de-Montage) © Steinach/Christian Spicker/Imago

Das geplante Klimageld von Sozialminister Heil sorgt derzeit für Aufregung. Was das beinhaltet, wie hoch die Klimapauschale ausfallen und für wen sie kommen soll.

Berlin – Aufgrund der steigenden Energiepreise möchte Sozialminister Hubertus Heil (SPD) weitere Entlastungen für Gering- und Mittelverdiener und wohl auch Rentner auf den Weg bringen. Unter dem Titel „soziales Klimageld“ sollen ihm zufolge Menschen mit einem bestimmten Einkommen in ihrem Alltag unterstützt werden. Die Klimapauschale 2022 soll dabei aus den Einnahmen der CO₂-Bepreisung finanziert werden. Was es mit dem Klimageld auf sich hat, wie hoch dieses ausfallen soll und für wen es gilt, erklärt kreiszeitung.de.

Was ist das Klimageld von Hubertus Heil – und für wen soll es eingeführt werden?

Die Idee vom Klimageld wurde erstmals am vergangenen Wochenende von Hubertus Heil in den Raum geworfen. Dazu hat die derzeitige Inflation beigetragen, die im Mai weiter gestiegen ist und inzwischen bei 7,9 Prozent liegt. Verbraucher merken das in ihrem Alltag deutlich: Lebensmittel, Tanken, Heizen – alles wird teurer.

Um die Bürger in Deutschland immerhin ein wenig zu entlasten, hat die Bundesregierung bereits zwei Entlastungspakete auf den Weg gebracht. Der Tankrabatt sowie das 9-Euro-Ticket werden bereits ab Juni 2022 gültig, im Herbst sollen zusätzlich die Energiepauschale, der Hartz-IV-Zuschuss und der Kinderbonus dazukommen.

Doch das reicht Hubertus Heil nicht: Seinen Vorstellungen zufolge sollen Personen, die als Alleinstehende weniger als 4000 Euro brutto und als Verheiratete zusammen weniger als 8000 Euro brutto im Monat verdienen, zusätzlich – und wohl auch regelmäßig – ein soziales Klimageld erhalten. Dabei verwies der Sozialminister auf das Ziel der Klimaneutralität auch unabhängig vom Krieg in der Ukraine. Energie werde teurer. „Wir müssen eine Antwort geben über das jetzige Entlastungspaket hinaus“, so Heil.

Höhe vom Klimageld 2022: Wie hoch soll die Klimapauschale ausfallen?

Doch wie viel springt beim Klimageld tatsächlich für die betroffenen Personen heraus? Über die genaue Höhe der Pauschale gibt es bislang noch keine Details. Experten gehen aber laut focus.de davon aus, dass das Klimageld bei bis zu 200 Euro pro Kopf und Jahr liegen könnte. Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, kritisiert die geplante Pauschale aufgrund der Höhe: Das Klimageld sei zwar „gut und richtig“, aber: „Klar ist auch, dass ein solches Klimageld eher zu gering ist, um die hohe Inflation, vor allem für Menschen mit geringen Einkommen, zu kompensieren“, so Fratzscher gegenüber RTL/ntv. Ihm zufolge bräuchten Familien mit wenig Einkommen „eigentlich eher 100 bis 150 Euro im Monat“.

Soziales Klimageld 2022: Für wen gilt die Klimapauschale – sind auch Rentner, Familien und Kinder involviert?

Das soziale Klimageld soll besonders für alle Gering- und Mittelverdiener eine Antwort auf die Preissteigerungen darstellen. Es soll „Menschen zugutekommen, die als Alleinstehende weniger als 4000 Euro brutto und als Verheiratete zusammen weniger als 8000 Euro brutto im Monat verdienen“, so Hubertus Heil gegenüber der Funke-Mediengruppe. Dies gelte für „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Rentnerinnen und Rentner, Studierende und Auszubildende“. Es ist also davon auszugehen, dass ein Klimageld für alle möglichen Bevölkerungsgruppen anvisiert ist.

Mit der Klimapauschale soll laut Heil ein „sozialer Ausgleich“ stattfinden. Deswegen sie es wichtig, das Geld „sozial gestaffelt auszugestalten – nach dem Prinzip: Diejenigen, die es am nötigsten brauchen, bekommen am meisten“. Diejenigen, die viel verdienen, erhalten demzufolge nichts. Für Gutverdiener seien hohe Preise zwar auch eine ärgerliche Sache, doch die könnten damit umgehen, meint Heil laut Funke-Mediengruppe.

Außerdem berechnet der Sozialminister auch die CO2-Bilanz mit ein: Wenn Menschen mit geringeren Einkommen im Schnitt weniger CO₂ verursachen, profitierten diese bei einem Zusammenwirken von CO₂-Preis und Klimageld – während Gutverdiener eher belastet würden.

Klimageld von Hubertus Heil: Wann erfolgt die Auszahlung der Klimapauschale?

Das „soziale Klimageld“ soll bereits Anfang nächsten Jahres eingeführt werden. Wird dem Willen von Hubertus Heil nachgekommen, erfolgt die erste Auszahlung also schon am 1. Januar 2023. „Wenn es technisch möglich ist, sollten wir das soziale Klimageld zum 1. Januar 2023 umsetzen. Falls das nicht gelingt, müssen wir mit überbrückenden Einmalzahlungen arbeiten“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Generell ist jedoch noch nicht entschieden, ob das soziale Klimageld überhaupt kommen wird. Denn die Idee von Hubertus Heil ist auf politischer Seite auf eine Wand von Kritik und Skepsis gestoßen. Besonders bei der FDP löst die Idee starke Ablehnung aus.

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