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Gas plus 82 Prozent, Strom plus 44,5 Prozent: Energiekrise kommt bei Haushalten an

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Von: Patricia Huber

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Nach der Ankündigung der Gas-Umlage droht Verbrauchern nun die nächste böse Überraschung. 444 Grundversorger erhöhen demnächst die Gaspreise - zum Teil drastisch.

München/Berlin – Etlichen Verbrauchern droht im kommenden Winter ein Heizkosten-Schock. Jetzt kommt direkt die nächste Hiobsbotschaft für Millionen Verbraucher. Für Oktober haben bundesweit 444 Grundversorger Preiserhöhungen angekündigt. Und das, obwohl erst im Winter des vergangenen Jahres in mehr als 1.000 Fällen der Gaspreis erhöht wurde.

Gas-Krise: Erhöhung kostet Haushalte im Durchschnitt 1262 Euro mehr

Betroffen davon sind rund zwei Millionen Haushalte, wie das Vergleichsportal Check24 jetzt mitteilte. Im Schnitt betragen die Erhöhungen 81,7 Prozent verglichen mit dem ersten Quartal dieses Jahres (Stand: Freitag, 2. September). Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) bedeutet das zusätzliche Kosten von circa 1262 Euro pro Jahr.

Die Gründe für die gestiegenen Preise sind die hohen Großhandelspreise angesichts der Lieferschwierigkeiten aus Russland. Daher greifen Händler auf andere Gasquellen zurück – zu höheren Preisen.

Gas-Umlage kommt zu steigenden Preisen hinzu

Doch mit der Erhöhung der Preise ist es für Verbraucher noch nicht getan. Hinzu kommt dann nämlich auch noch die Gas-Umlage, welche die Kosten zusätzlich erhöht. Die umstrittene Umlage soll die wegen knapper russischer Gaslieferungen stark gestiegenen Kosten von Großimporteuren ausgleichen. Ziel ist es, Pleiten und einen Kollaps des Energiesystems zu verhindern. Alle Gaskunden sollen ab Oktober zusätzlich 2,4 Cent pro Kilowattstunde bezahlen. Nach einer Menge Kritik hat Wirtschaftsminister Robert Habeck jedoch angekündigt, die Umlage noch einmal zu überprüfen.

Hinzu kommt noch, dass auch der vom Gaspreis abhängige Strompreis steil nach oben geht. Für September und Oktober kündigten Grundversorger laut Check24 bereits in 149 Fällen Erhöhungen an. Betroffen von diesen Preiserhöhungen sind rund 2,2 Millionen Haushalte. Im Schnitt steigen die Preise laut Portal um 44,5 Prozent. (ph/dpa/AFP)

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