Landtag Baden-Württemberg

FDP-Fraktionschef bläst AfD den Marsch - im Netz wird er für seine Rede gefeiert

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Mit seiner Rede wurde der FDP-Abgeordnete Rülke in kurzer Zeit im Netz bekannt.

Mit seiner Rede gegen die AfD im baden-württembergischen Landtag begeistert Hans-Ulrich Rülke gerade das Netz. Darin kritisiert er nicht nur die Partei, sondern greift auch den AfD-Fraktionschef Meuthen direkt an.

Stuttgart - Mit seiner Rede im Landtag von Baden-Württemberg ist FDP-Politiker Hans-Ulrich Rülke in wenigen Tagen im Internet bekannt geworden. Darin schießt er mit scharfer Rhetorik nicht nur gegen die Partei, sondern auch gegen deren Fraktionschef Jörg Meuthen. Die Partei dürfte sich darüber gleich doppelt ärgern, denn sie selbst hat die Debatte beantragt.

Rülke: „Das einzige Politikangebot der AfD ist ihre Inszenierung als Opfer“

Unter dem Thema „Gefahr für die Demokratie durch zunehmende Missachtung der demokratischen Spielregeln durch gewählte Volksvertreter“ wollte die AfD im Landtag eigentlich über einen Rücktritt von Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprechen. Doch die übrigen Fraktionen nutzen die Möglichkeit um die Diskussion in eine ganz andere Richtung zu lenken: gegen die AfD selbst. 

So sagte SPD-Politiker Reinhold Gall: „Wer anderen Vorwürfe mache, solle schauen, ob er selber zum Vorbild tauge. Für den Höhepunkt der Debatte sorgte aber ein anderer Politiker. Der FDP-Abgeordnete Hans-Ulrich Rülke begann seine Rede mit den Worten: „Der von der AfD gewählte Titel einer Debatte, hat uns zunächst vor Rätsel gestellt. Wir kamen dann zu dem Ergebnis, es kann sich eigentlich nur um ein Selbstgespräch der AfD handeln.“ Von den übrigen Landtagsabgeordneten erhielt er dafür begeisterten Applaus. Doch Rülke war noch nicht fertig. Die AfD inszeniere sich selbst als Opfer, so Rülke. Das sei auch das einzige Politikangebot, das die Partei in den letzten Wochen und Monaten hätte. Seine Vermutung: Die Partei wolle damit von den Problemen in der Partei ablenken: „Man stellt sich ja schon die Frage: Welche AfD-Landtagsfraktion löst sich heute wieder auf, […] welcher führende Funktionär tritt zurück, weil er festgestellt hat, dass das Weltbild der AfD von der Erde als eine Scheibe, sich bedrohlich nah dem Rand nähert, wo man dann rechts runterfällt? […] Da bleibt letztendlich nur noch die Inszenierung als Opfer.“

Versteinerte Gesichter bei der AfD

Während Rülke von den übrigen Parteien Applaus erhielt, zeigten sich bei der AfD versteinerte Gesichter. Und Rülke setzte noch einen drauf. In seiner Rede kam er auch auf den umstrittenen AfD-Politiker Björn Höcke zu sprechen. Konsequent nannte er dabei den AfD-Politiker „Bernd“ und sorgte damit für Gelächter. Als ihn jemand aus dem Publikum auf seinen Fehler hinwies, konterte Rülke: „Also der Mann heißt definitiv Bernd Höcke, das weiß ich aus der „heute-show“.

Nach der witzigen Anspielung konfrontierte der Politiker die AfD aber auch noch mit einer Aussage Höckes. Er wolle das Deutschland nicht nur eine tausendjährige Vergangenheit habe, er wolle auch dass Deutschland auch eine tausendjährige Zukunft habe, so Höckes Worte. An die AfD gewandt sagte Rülke dann: „Sie wissen genau, was die Assoziation zu den tausend Jahren ist. Das ist Nazi-Diktion, meine Herren, und so was verteidigen Sie!“

Im Netz hat das Video mittlerweile über 770.000 Aufrufe. Und auch die Satiresendung „heute-show“ hat auf die Rede von Rülke reagiert. Sie hatten den falschen Vornahmen des AfD-Politikers als Witz in der eigenen Sendung etabliert.

Quelle: heute-show. #FDP #AfD #BerndHöcke #heuteshow #ZDF

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