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Energiepauschale wird steuerpflichtig: Wann sie kommt und wer profitiert

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Von: Johannes Nuß, Felix Busjaeger

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Im Rahmen des Entlastungspaket 2022 gibt es für die Arbeitnehmer in Deutschland eine 300-Euro-Energiepauschale. Wann die Pauschale nun kommt.

Update vom 27. April 2022, 12:41 Uhr: Das Entlastungspaket 2022 kommt: Das Bundeskabinett hat die geplanten Hilfsmaßnahmen als Ausgleich für die hohen Energiekosten beschlossen. Unter anderem einigte sich die Politik auf eine Energiepreispauschale von 300 Euro, einen Tankrabatt, einen Hartz-IV-Zuschuss sowie den Kindergeldbonus. Das milliardenschwere Hilfspaket soll inmitten des Ukraine-Kriegs den Bürgern Unterstützung bringen. Bei der Energiepauschale müssen die Arbeitnehmer aber Steuerfragen beachten.

Energiepauschale: Entlastungspaket 2022 beschlossen – Energiepreispauschale von 300 Euro ist aber steuerpflichtig

Berlin – Energiepauschale, Tankrabatt, Kinderbonus, Zuschuss für Geringverdiener oder 9-Euro-Ticket: Das Entlastungspaket verspricht viel, aber kann es auch all das halten? Egal, ob im Supermarkt, an der Tankstelle oder bei der kommenden Nebenkostenabrechnung: In Deutschland wird das Leben immer teurer. Um die Bürger in der schweren Zeit zu unterstützen, hat die Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) als Reaktion auf den Ukraine-Krieg von Wladimir Putin bereits im März das Entlastungspaket 2022 angekündigt.

Ein wichtiger Teil darin: die Energiepauschale oder auch Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro. Diese soll gemeinsam mit weiteren Maßnahmen in den kommenden Monaten eingeführt werden. Nachdem etwa das 9-Euro-Ticket bereits ab Juni gelten soll, rechnet Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) ebenfalls damit, dass sich der Starttermin der Energiepreispauschale bis in den Juni 2022 verzögern wird.

300 Euro Energiepreispauschale: Wann die Energiepauschale aus dem Entlastungspaket 2022 kommt

Das Entlastungspaket 2022 der Politik soll die deutsche Bevölkerung bei den steigenden Lebensmittelpreisen und Energiekosten bei Gas, Öl, Diesel und Benzin in Deutschland unterstützen. Besonders die angekündigte Energiepauschale in Höhe von 300 Euro rückt bei diesen Überlegungen in den Fokus. Allerdings gibt es auch einen Haken, der sich um die Steuer dreht. Während Lindner in der vergangenen Woche mit einem Starttermin für die Energiepauschale von 300 Euro noch im Juni rechnet, ist weiterhin nicht eindeutig klar, wann die Energiepreispauschale ausgezahlt wird.

Energiepauschale 2022: jeder einkommenspflichtige Erwerbstätige soll davon profitieren. Christian Lindner (FDP) rechnet damit schon im Juli
Energiepauschale 2022: jeder einkommenspflichtige Erwerbstätige soll davon profitieren. Christian Lindner (FDP) rechnet damit schon im Juli. (kreiszeitung.de-Montage) © Annegret Hilse/dpa/imago

Die Wirtschaft und andere Sachverständige gehen allerdings davon aus, dass die Auszahlung der Pauschale mit den Lohnzahlungen für den Monat September erfolgen werde, heißt es aus CDU-Kreisen. Dass es noch kein exaktes Startdatum gibt, hat einen einfachen Grund: Der Entwurf für den 300-Euro-Bonus muss erst noch durch den Bundestag und anschließend noch durch den Bundesrat, um die entsprechenden Gesetzesänderungen auf den Weg zu bringen. Ursprünglich hatte der Business Insider Ende März noch berichtet, dass die Maßnahme aus dem Entlastungspaket laut internen Regierungskreisen möglichst „schnell“ kommen sollte – hier scheint es nun Verzögerungen zu geben.

Entlastungspaket 2022: Wer erhält die 300 Euro Energiepreispauschale?

Während das Entlastungspaket 2022 mit mehreren Maßnahmen Unterstützung für Bürger in Deutschland bringen soll, ist inzwischen klar, dass nicht jede Gruppe gleichermaßen profitieren wird. Zwar sollen etwa das 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn oder der Tankrabatt für Benzin und Diesel jedem zur Verfügung stehen, allerdings sieht es bei der Energiepreispauschale von 300 Euro anders aus: Geplant ist, dass jeder einkommenspflichtige Erwerbstätige profitieren soll. Rentner sind somit von der Energiepauschale in der Regel ausgenommen. Sollten sie allerdings einem Midi-Job nachgehen, bei dem man zwischen 450 und 1300 Euro Monat verdient, dann profitieren sie ebenfalls von den Plänen der Politik im Entlastungspaket.

Die Ampel-Regierung von Olaf Scholz plant derzeit, dass das Geld aus der Energiepreispauschale vom Arbeitgeber als Zuschuss zum Gehalt ausgezahlt werden soll. „Allen einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen (Steuerklassen 1 bis 5) wird einmalig eine Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro als Zuschuss zum Gehalt ausgezahlt“, heißt es im Beschluss. Für Selbstständige soll stattdessen die Steuer-Vorauszahlung gesenkt werden. Angesichts der explodierenden Energiekosten in Deutschland durch steigende Preise für Gas und Strom ist ein Umstand für Arbeitnehmer besonders ärgerlich: Die Energiepauschale ist steuerpflichtig und nur wer unter dem Steuerfreibetrag bleibt, profitiert von der vollen Summe der Unterstützung.

Energiepauschale steuerpflichtig: Gibt es die 300 Euro der Energiepreispauschale netto oder brutto?

Wie bereits erwähnt, landen die 300 Energiepauschale nicht im vollen Umfang auf dem Konto der Arbeitnehmer. Denn die Energiepauschale ist steuerpflichtig. Zwar steht der Energie-Bonus als Brutto-Angabe auf dem Lohnzettel, allerdings werden Einkommensteuer und Sozialabgaben von der 300 Euro Energiepreispauschale noch abgerechnet. Demnach bleiben laut einer Beispielrechnung des Bundes dem Steuerzahler, der 3500 Euro brutto verdient und sich in Steuerklasse 1 befindet, nach der Versteuerung der Energiepreispauschale 159 Euro netto.

Angesichts der stark steigenden Energiepreise in Deutschland könnte es für Betroffene ein Schlag ins Gesicht sein, dass die Energiepreispauschale von 300 Euro steuerpflichtig sein wird – zumal im vergangenen März die Inflation in Deutschland auf über sieben Prozent stieg und sich damit auf einem Allzeithoch befand.

Wann wird die Energiepauschale 2022 ausgezahlt? Christian Lindner rechnet mit Start im Juni

Neben der 300-Euro-Energiepauschale sieht das Entlastungspaket 2022 eine Reihe von weiteren Maßnahmen vor. Unter anderem ist ein 9-Euro-Ticket, ein Tankrabatt für Diesel und Benzin, ein Kinderbonus sowie ein Zuschuss für Hartz IV geplant. Während die Reaktion der Politik im vergangenen März wenige Wochen nach Kriegsausbruch in der Ukraine kam, ist inzwischen klar, dass sich die Maßnahmen nicht ohne großen politischen Aufwand einführen lassen.

Die 300 Euro Energiepauschale kommt später als erwartet, Haushalte müssen bis dahin ohne finanzielle Unterstützung durch den Staat auskommen – auch wenn Christian Lindner schnelle Unterstützung versprochen hatte. Auch der Tankrabatt und die Spritpreisbremse für Benzin und Diesel verzögern sich.

Kritik am Entlastungspaket 2022: Wer profitiert vom Entlastungspaket – Ungerechtigkeiten drohen

Das Entlastungspaket 2022 soll in schwerer Not Unterstützung für zahlreiche Bürger bringen – so weit der Plan. Dass allerdings nicht alle Bürger gleichermaßen profitieren werden, hat bereits in den ersten Tagen für scharfe Kritik am Entlastungspaket gesorgt. Von „grober Ungerechtigkeit“ sprach etwa der Präsident des Sozialverbands Deutschlands gegenüber der Bild.

Während Steuerzahler von der Energiepauschale profitieren werden, fallen auch Minijobber aktuell durchs Raster, da sie nicht in den Steuerklassen 1 bis 5 eingeordnet werden. Ebenso werden Azubis ohne Vergütung und Studierende keine Einmalzahlung bekommen. Bafög-Bezieher haben allerdings Anspruch auf die einmalige Heizkostenpauschale von 230 Euro. Komplett unklar ist aktuell noch, ob Arbeitslose, also Bezieher des Arbeitslosengeldes I Anspruch haben werden.

Energiepauschale 2022 aus dem Entlastungspaket: Erhalten Rentner und Minijobber die Energiehilfe?

Nach aktuellem Stand schauen Rentner aktuell bei der Energiepauschale 2022 in die Röhre. Das berichtet unter anderem die Bild-Zeitung. Auch eine weitere Gruppe scheint bisher bei der Energiepauschale keine Berücksichtigung zu finden: Minijobber. Sie sind nicht Teil der Steuerklasse 1-5 und können somit ebenfalls nicht mit der Auszahlung der 300 Euro aus der Energiekostenpauschale rechnen.

Energiepreispauschale aus dem Entlastungspaket 2022: Wann kommt der Bonus in Höhe von 300 Euro?

Wann der Bonus in Höhe von 300 Euro aus der Energiepreispauschale kommt, ist zwar weiterhin noch offen, allerdings könnte die Verzögerungen bei der Einführung der Energiepauschale womöglich dafür genutzt werden, um inhaltliche Nachbesserungen vorzunehmen und die Maßnahmen des Entlastungspakets 2022 durch die Gremien zu winken. Sicher ist: Damit Bürger in Deutschland das Geld möglichst „schnell“ aus dem Entlastungspaket 2022 erhalten, muss also noch einiges geschehen.

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