Wichtiger Meilenstein

Corona: Curevac startet Zulassungsprozess für Impfstoff – Produktion läuft bereits auf Hochtouren

Das Logo des Biotech-Unternehmen Curevac mit dem Slogan „the RNA people“ steht an der Unternehmenszentrale. Curevac hofft durch die Kooperation mit dem Pharmakonzern Bayer, seinen Corona-Impfstoff noch in diesem Sommer einsetzen zu können.
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Curevac-Zentrale in Tübingen: Das Biotech-Unternehmen hofft auf eine rasche Zulassung seines Impfstoff-Kandidaten.

Im Kampf gegen die Knappheit bei Impfstoffen zeichnet sich allmählich eine Besserung ab. Jetzt steigt auch das Tübinger Unternehmen Curevac ins Zulassungsverfahren ein.

Tübingen – Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac hat das Zulassungsverfahren für seinen Corona*-Impfstoffkandidaten gestartet. Man habe der zuständigen Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) dazu im Zuge eines rollierenden Verfahrens erste Ergebnisse zur Verfügung stellen, teilte das Unternehmen am Freitagvormittag mit.

Das rollierende Verfahren soll die Prüfung und Zulassung von dringend benötigten Impfstoffen deutlich beschleunigen. Dabei übergeben die Firmen den Aufsichtsbehörden während ihrer noch laufenden Studien fortlaufend Daten, anstatt diese zu sammeln und erst am Ende auszuhändigen.

Laut Curevac stehen der EMA Daten inzwischen Daten aus den ersten präklinischen Tests zur Verfügung. Die entscheidenden Ergebnisse aus der laufenden Phase III-Studie sollen der EMA bis Anfang April vorliegen, sagte ein Sprecher am Freitag gegenüber Merkur.de*. Früheren Angaben zufolge hofft Curevac auf eine Zulassung seines Impfstoff-Kandidaten im zweiten Quartal.

Innerhalb der EU sind bislang die Covid-19-Impfstoffe von Biontech und seines Partners Pfizer, Moderna und AstraZenaca zugelassen. Dazu läuft derzeit bereits ein rollierendes Zulassungsverfahren für einen weiteren möglichen Impfstoff des Herstellers Novavax aus den USA.

Außerdem rechnen Beobachter damit, dass auch Johnson&Johnson mit seiner Tochter Janssen bei der EMA zeitnah einen Zulassungsantrag stellten dürfte. Erste Datenpakete von Janssen liegen der Behörde vor. In den USA hat der US-Pharmariese Anfang Februar bereits eine Notfall-Zulassung beantragt. Nun könnte mit Curevac ein weiterer Corona-Impfstoff in der EU folgen.

Curevac: Impfstoff-Produktion läuft bereits auf Hochtouren

Bei den Tübingern läuft die Produktion des neuen Impfstoff-Kandidaten unterdessen bereits auf Hochtouren. Um die Kapazitäten weiter zu erhöhen, will Curevac mit weiteren Unternehmen zusammenarbeiten, darunter Bayer, Wacker Chemie sowie Fareva. Außerdem baut das Unternehmen eine komplett neue Produktionsanlage am Stammsitz. Sie soll 2022 den Betrieb aufnehmen.

Ähnlich wie etwa der Mainzer Wettbewerber Biontech hat sich auch Curevac auf die Entwicklung von Botennukleinsäuren (mRNA) spezialisiert. Bei diesem neuartigen Ansatz sollen Boten (Messenger) genetische Baupläne zur Produktion von unvorstellbar winzigen Mengen von Antigenen in die Zellen bringen. Die produzierten Eiweiße sollen eine Abwehrreaktion des Immunsystems auslösen, die den Körper dann auch gegen Viren wie das Coronavirus SARS-CoV-2 schützen soll. Erste Zwischen-Ergebnisse deuten laut Curevac auf eine „sehr hohe Wirksamkeit“ hin. Außerdem sind offenbar auch die Anforderungen für die Kühlung erheblich niedriger als etwa bei Biontech. *Merkur.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

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