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Corona: Zweiter Lockdown bremst deutsche Wirtschaft erneut aus – Aufschwung steht noch auf wackligen Füßen

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Von: Thomas Schmidtutz

Der durch das Coronavirus bedingte Lockdown im Einzelhandel treibt viele Unternehmen an den Rande des Ruins. Im Bild ein Ladengeschäft in der Einkaufszone Schildergasse, dessen Auslage leergeräumt und mit Hinweisen wie % und Wir schliessen! versehen ist.
Der erneute Lockdown hat den stationären Einzelhandel ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgeschäft getroffen. © Imago/Christoph Hardt

Der zweite Lockdown hat die deutsche Wirtschaft erneut empfindlich getroffen und zeigt wie wackelig der Aufschwung ist.

Wiesbaden – Der erneute Lockdownhat die Erholung der deutschen Wirtschaf Ende vergangenen Jahres deutlich gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im vierten Quartal 2020 mit einem Miniplus von 0,1 Prozent hauchdünn über dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Besonders betroffen war nach den vorläufigen Daten der private Konsum, während die Warenexporte und die Bauinvestitionen die Wirtschaft stützten. Im Vorjahresvergleich schrumpfte die Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 2,9 Prozent.

Konjunktur: Rückschlag fällt 2020 etwas geringer aus als befürchtet

Für das Gesamtjahr bestätigte die Wiesbadener Behörde einen Rückgang des BIP um 5,0 Prozent. Einen stärkeren Einbruch hatte es nur während der globalen Finanzkrise 2009 gegeben, als die Wirtschaftsleistung um 5,7 Prozent sank.

Im März und April 2020 hatten Teile der deutschen Wirtschaft wegen der Pandemie nahezu stillgestanden. Viele Beobachter hatten daher erwartet, dass die Wirtschaftsleistung 2020 noch stärker einbrechen könnte als 2009. Doch die Konjunkturerholung im Sommer fiel kräftiger aus als erhofft.

Konjunktur: Volkswirte werden vorsichtiger

Zwar sagen etliche Ökonomen Europas größter Volkswirtschaft nach der tiefen Rezession 2020 in diesem Jahr eine Erholung voraus. Die Wirtschaft dürfte angesichts des bis Mitte Februar verlängerten Lockdowns aber weniger stark wachsen als zunächst erhofft. Die Bundesregierung schraubte ihre Konjunkturprognose zuletzt deutlich herunter und rechnet nun in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum um 3,0 Prozent. In seiner Ende Oktober vorgelegten Herbstprognose hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) noch einen Anstieg um 4,4 Prozent erwartet.

Angesichts hoher Infektionszahlen hatten Bund und Länder ab November einschneidende Maßnahmen beschlossen, etwa die Schließung von Restaurants und Freizeiteinrichtungen. Mitte Dezember wurde der Lockdown verschärft und zuletzt bis Mitte Februar verlängert.

Der Lockdown habe eine erhebliche Verlangsamung der Konjunkturdynamik bewirkt, hieß es im Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung. Es sei davon auszugehen, dass die Wirtschaftsleistung auch im ersten Quartal 2021 noch deutlich von der Pandemie beeinträchtigt werde.

Konjunktur: Stimmung in den Unternehmen trübt sich ein

Die Stimmung in den Unternehmen in Deutschland hat sich zu Beginn des Jahres deutlich eingetrübt. Im Januar fiel das Ifo-Geschäftsklima, Deutschlands wichtigster Konjunkturindikator, im Monatsvergleich um 2,1 Punkte auf 90,1 Zähler.

Zudem brach die Konsumlaune der Verbraucher ein, wie aus der jüngsten Konsumklimastudie der GfK für Februar hervorgeht. „Die Schließung von Gastronomie und weiten Teilen des Handels Mitte Dezember 2020 hat die Konsumneigung ähnlich hart getroffen wie beim ersten Lockdown im Frühjahr des vergangenen Jahres“, erläuterte GfK-Experte Rolf Bürkl. Damals war das Konsumklima auf einen Tiefpunkt gesunken. Der Privatkonsum ist eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur. (dpa/red)

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