„Frauen sind gerade in der Küche“

„Klonmaschine geplatzt“: Laschet posiert auf unfreiwillig vielsagendem Foto - bitterer Spott folgt

Armin Laschet (M, alle CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, applaudiert zwischen Bodo Kimpel (l), Kreisverband Recklinghausen, und Andreas Hollstein, Oberbürgermeister-Kandidat Dortmund, bei der Auftaktveranstaltung des Kommunal-Wahlkampfs der CDU Ruhr.
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Armin Laschet (Mitte) startet am 7. August mit der Ruhr-CDU in den NRW-Wahlkampf - das zugehörige Foto sorgt für Spott.

Ein schönes Foto im Grünen - das schien Armin Laschet und der CDU im Kommunal-Wahlkampf gerade recht. Doch die Aktion erweist sich als Bumerang. Mit Folgen für die K-Frage?

  • Mit einer Aktion im Grünen hat Armin Laschet den Kommunal-Wahlkampf der Ruhr-CDU gestartet.
  • Doch ein Foto des PR-Termins könnte sich als Bumerang erweisen - die Homogenität der Teilnehmer stich ins Auge.
  • Nun gibt es massenhaft Spott in den sozialen Netzwerken - unter anderem von einer "Laschet-Klonmaschine" ist die Rede.

Castrop-Rauxel/Recklinghausen - Seit Monaten sucht die Union ihren Kanzlerkandidaten - und noch viel länger schwelt in der CDU der Streit über Frauenquoten. Vielleicht wird die eine Frage sogar zum Schlüssel für die andere: Sogar Friedrich Merz hat sich im Rennen um den Parteivorsitz schon, wenn auch etwas schwurbelnd, für mehr Frauenbeteiligung in der Union ausgesprochen. Und Markus Söder positioniert sich ausdauernd als Macher eines „jüngeren und weiblicheren" Kabinetts im heimischen Bayern, wie unter anderem bei Merkur.de* nachzulesen ist.

Da kommt dieses Foto aus dem Sommer-Wahlkampf praktisch wie gerufen. Oder eben auch nicht: Armin Laschet*, Anwärter auf CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur sowie Befürworter einer Frauenquote, ist am Wochenende beim Wahlkampf zur NRW-Kommunalwahl* abgelichtet worden. An sich nichts ungewöhnliches - schiene das Foto nicht eine ganz besonders eindeutige Sprache sprechen.

Armin Laschet gibt Startschuss für NRW-Wahlkampf - mit 16 Herren in blauen Hemden

Eigentlich hatten sich Laschet und die Ruhr-CDU* ein ansprechendes Motiv gesucht. Im Freien, vor einem trotz Sommer-Hitze grünen Wald, hatten sich der Ministerpräsident und seine Parteifreunde am Freitag postiert. Bäume wollten sie zum Wahlkampf-Auftakt bei Castrop-Rauxel pflanzen.

Klug inszeniert scheint das Ganze dennoch nicht: 17 Wahlkämpfer sind - inklusive Laschet - auf einer Aufnahme zu sehen. 16 von ihnen in blauen oder bläulichen Hemden, das Gros grauhaarig - und allesamt männlich. Bei den Teilnehmern handelte es sich um Oberbürgermeister- und Landratskandidaten der NRW-Christdemokraten.

Die Szene aus dem echten CDU-Wahlkampfleben ist eine Steilvorlage für Kritiker: War doch schließlich schon vor Monaten gespottet worden, als mit Laschet, Merz, Jens Spahn und Norbert Röttgen* zunächst gleich vier Männer aus NRW Anspruch auf die Nachfolge von Angela Merkel im Amt des Parteichefs erhoben. Laschet sieht sich nun einer ganzen Breitseite an Hohn und Spott ausgesetzt.

Laschet in NRW: "Klonmaschine geplatzt"? Heftiger Spott für Wahlkampf-Foto

„Sieht aus, als wäre die Laschet-Klonmaschine geplatzt“, heißt es auf Twitter etwa. Etwas ernsthafter äußerte sich der politische Gegner in Gestalt des NRW-Grünen Felix Banaszak: „Welche Gesellschaft soll das abbilden?“, fragte er kühl. „Laschet und seine CDU. Die Frauen sind gerade in der Küche“, ätzte ein anderer Kommentator.

Zu einer Fotomontage griff auf Twitter eine recht prominente Spötterin: Die frühere Piraten-Geschäftsführerin Marina Weisband ersetzte die Köpfe der anderen Ruhr-Wahlkämpfer durch Laschets Konterfei. „Armin Laschet im Kreise seiner Unterstützer“, heißt es dazu. Wohl eine Anspielung auf Laschets zuletzt stark gesunkenen Rückhalt im Kampf um die Merkel-Nachfolge. „Deshalb ist Armin Laschet für die Quote“, sprang Partei-Urgestein Ruprecht Polenz seinem Parteifreund bei - ließ damit aber indirekt die Frage offen, ob Laschet sein aktuelles Wahlkampfteam womöglich unangenehm sein könnte.

Aufsehen hatte Laschet vergangene Woche allerdings mit einer Reise in das griechische Flüchtlingslager Moria erregt. Im Anschluss sprach er unter anderem von teils „erbärmlichen Umständen“ - und bot die Aufnahme von Geflüchteten in Nordrhein-Westfalen an. Dem schon Innenminister Horst Seehofer (CSU) wenig später einen Riegel vor. Auch der hatte übrigens zum Start seines Heimatministeriums einen ganz ähnlichen Foto-Flop erlitten.

Bessere Bilder wird sich Laschet von einem anderen Termin Mitte August erhofen: Kanzlerin Angela Merkel besucht den NRW-Landeschef in Düsseldorf. Armin Laschet zeigte sich nun optimistisch in Sachen CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur. (fn) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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