Skandalstreifen mit Depardieu

Strauss-Kahn klagt gegen verfilmte Sex-Affäre

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In "Welcome to New York" spielt Gérard Depardieu (links) einen sexbesessenen Macho. Der Film ist eindeutig an die Sex-Affäre rund um Dominique Strauss-Kahn angelehnt.

New York - Wegen Rufschädigung klagt Dominique Strauss-Kahn gegen einen Film über seine Sex-Affäre, die 2011 zu seinem Rücktritt als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) führte.

Der 65-Jährige habe sich entschlossen, Anzeige wegen Verleumdung zu erstatten, sagte Strauss-Kahns Anwalt Jean Veil am Montag dem Radiosender Europe 1. Der Film "Welcome to New York" von US-Regisseur Abel Ferrara sei "eine Scheiße, eine Hundekacke" und außerdem "zum Teil antisemitisch".

In "Welcome to New York" stellt Gérard Depardieu einen triebgesteuerten Macho namens Deveraux dar, der bis zu den Vergewaltigungsvorwürfen eines New Yorker Zimmermädchens ein Luxus-Leben zwischen Champagner, Zigarren und Orgien führt. Der Film ist zum Teil an den Originalschauplätzen der Affäre um Strauss-Kahn gedreht. Den deutschen Trailer gibt es unter anderem hier

DSK "angewidert und entsetzt"

Strauss-Kahn sei "angewidert und entsetzt über den Film", der am Samstagabend erstmals am Rande des Filmfestivals von Cannes gezeigt worden war, sagte Anwalt Veil. Er habe den Auftrag gegeben, Klage einzureichen wegen Rufschädigung aufgrund der "Vergewaltigungsanschuldigungen und der Anspielungen" den gesamten Film über. Der einstige IWF-Chef sei von der Justiz in New York klar von diesem Vorwurf entlastet worden. "Wie jeder hat er das Recht auf Vergessen." Die Produzenten hatten betont, dass der Streifen nach US-Recht zu beurteilen sei und sie sich zuvor rechtlich gegen Klagen abgesichert hätten.

Strauss-Kahns Ex-Frau Anne Sinclair, die im Film von Jacqueline Bisset verkörpert wird, hatte am Wochenende ihren "Ekel" über den Film zum Ausdruck gebracht, will aber nach eigener Aussage den Produzenten "nicht das Vergnügen bereiten, sie juristisch zu belangen".

Der einstige Hoffnungsträger der französischen Sozialisten war im Mai 2011 in New York festgenommen worden, nachdem ein Zimmermädchen des Hotels Sofitel ihn der Vergewaltigung beschuldigt hatte. Strauss-Kahn musste als IWF-Chef zurücktreten, das Strafverfahren gegen ihn wurde aber letztendlich wegen mangelnder Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers eingestellt. Er räumte allerdings ein, dass er "einvernehmlichen Sex" mit dem Zimmermädchen hatte.

Später wurde ihm zudem vorgeworfen, an ausschweifenden Sex-Partys mit Prostituierten beteiligt gewesen zu sein. Seine Frau, die ihn in der Sofitel-Affäre stets unterstützt hatte, trennte sich daraufhin von ihm.

Depardieu versteht Strauss-Kahns "Regungen"

Der 65-jährige Hauptdarsteller des Skandalstreifens hatte nach eigener Aussage "viel Spaß beim Dreh". „Das Thema vereint alle Elemente einer Shakespeare-Tragödie, nämlich Sex und Macht", so Depardieu nach der Premiere. Er habe die Hauptfigur nicht "ins Recht oder Unrecht setzen" wollen. Er könne die "Regungen" einer solchen Figur "verstehen", bedaure aber "Menschen, die so sind". US-Schauspieler Mickey Rourke lobte nach der Uraufführung seinen französischen Kollegen. Depardieu habe "größeren Mut als irgendein anderer heute lebender Schauspieler", befand er.

"Welcome to New York" steht seit Samstagabend im Internet bei Video-on-Demand-Anbietern wie iTunes zum kostenpflichtigen Download bereit.

afp/dpa

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