Unruhe bei Markus Lanz

Markus Lanz (ZDF): BVB-Boss Watzke sprachlos, als ZDF dieses Bild einblendet

Markus Lanz im ZDF: Der Moderator zeigt BVB-Boss Hans Joachim Watzke ein Foto - der Manager reagiert total verstört. 

  • Bei Markus Lanz ist am Dienstag unter anderem BVB-Chef Hans-Joachim Watzke anwesend.
  • Während der ZDF-Talkhow war er vor allem von einem gezeigten Bild verstört.
  • Warum bringt ihn der ehemalige „Borussia Dortmund“-Spieler Ilkay Gündogan in die Bredouille?

Hamburg„Markus Lanz“ am Dienstag (15. Oktober) im ZDF war geprägt von einem aktuell politisch brisantem Thema: dem türkischen Einfall im Nordsyrien. Auch der BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (60) war in dieser aufgeladenen Runde anwesend. Vor allem ein Bild auf dem Fußball-Rasen verstörte den gebürtigen Nordrhein-Westfalen.

Welches Bild in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ beschäftigte BVB-Chef Watzke?

Konkret ging es um ein Foto  von Spielern der türkischen Nationalmannschaft, die nach einem Tor gegen Albanien statt Jubel einen Militär-Gruß zum Besten gaben. Mit dieser Salut-Geste unterstützen die Spieler ihren Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (65) und grüßen im übertragenen Sinne das türkische Militär. Von außen gibt es für die aktuelle Militäroffensive in Syrien harsche Kritik.

Zu diesem Foto findet der Fußball-Manager in der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ schnell scharf verurteilende Worte: „Mich verstört dieses Bild.“ Kurz zuvor hatte die Journalistin Düzen Tekkal (41), ebenfalls im ZDF-Studio anwesend, folgende Worte formuliert: „Dieses Bild zeigt quasi ganz deutlich, was schiefgelaufen ist, wenn türkische Fußballer meinen, den Fußball missbrauchen zu müssen für politische Zwecke.“

Besonders brisant für den BVB-Chef durfte aber das Verhalten des ehemaligen Dortmund-Vereinsspielers Ilkay Gündogan (28) sein. Dieser hatte das Bild nämlich auf Instagram geliked. Für den 60-Jährigen ist das aber kein Grund, den Fußball-Profi in Schutz zu nehmen: „Ich kenne Ilkay gut und glaube, dass er keine nationalistischen Tendenzen hat. Ich bin auch geneigt, ihm ein bisschen zu glauben“, stellt Hans-Joachim Watzke gegenüber Markus Lanz (50) klar

Ilkay Gündogan: Das steckt hinter Like in die Türkei - Kritik von ZDF-Talkshowgästen

Gündogan selber hat den Like wieder zurückgenommen und sich öffentlich für das Herz auf Instagram gerechtfertigt. Er wollte nur den türkischen Nationalspieler Cenk Tosun (28) unterstützen, sah hinter dem Like auf Instagram laut eigener Aussage keine politische Botschaft. Gerade im Hinblick auf die internationale Kritik an der Türkei wird eine einfache Handlung in den sozialen Medien aber schnell politisch - vor allem, weil auf den ersten Blick erkennbar ist, welche Brisanz hinter dem Foto steckt. Zumindest sieht ein gewöhnlicher Torjubel doch anders aus. Derweil versucht der DFB die Wogen in der Türkei-Affäre zu glätten, berichtet tz.de*.

Ilkay Gündogan ist nicht zum ersten Mal Mittelpunkt eines solchen Skandals. Laut eigener Aussage wollte er gerade nach dem Vorfall letzten Jahres nicht nochmal ein politisches Statement setzen. Damals ließ er sich mit Mesut Özil und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ablichten und fuhr auch damit harsche Kritik ein. 

Für Markus Lanz stellt sich die Situation aber anders dar. „Ich will mir nicht vorstellen, dass so jemand wie zufällig auf einen Like-Button kommt, weil ihm die Maus ausgerutscht ist“, merkt der ZDF-Moderator an. Menschenrechtlerin Düzen Tekkal bricht die Debatte schlussendlich auf einen sehr kritischen Satz herunter: „Das Traurige ist, dass wir mittlerweile Nationalspieler haben, die hier geboren und aufgewachsen sind und aus denen wir keine Demokraten gemacht haben.“

Markus Lanz: Gäste in ZDF-Show haben in Bezug auf Türkei und Syrien gleiches Fazit

Insgesamt waren an diesem Abend bei „Markus Lanz“ im ZDF neben „Borussia Dortmund“- Boss Hans-Joachim Watzke und der Journalistin Düzen Tekkal noch zwei weitere Gäste anwesend: Publizist Deniz Yüzel (46) und Sängerin Debbie Harry (74). Die einhellige Meinung der Gästerunde: Der Einmarsch des türkischen Militärs in Nordsyrien wird von den Talkshowgästen im ZDF verurteilt, auch die nicht deutliche Reaktion aus dem Westen stieß den Gästen auf. 

Der Einmarsch des türkischen Militärs in Nordsyrien, die bei „Markus Lanz“ im ZDF unter anderem Thema war, hat das Ziel eine „Sicherheitszone“ zu errichten, die unter türkischer Verwaltung steht. Möglich gemacht hat die Offensive die USA unter Donald Trump  (73) - denn er zog die US-Truppen aus Syrien ab. Vor Ort bekämpft die türkische Armee Kurden, international stößt das Vorgehen auf harsche Kritik. Experten befürchten, dass IS-Terroristen, die aktuell in kurdischen Gebieten inhaftiert sind, flüchten könnten.

In der vorhergehenden ZDF-Sendung hat Markus Lanz mit der Österreicherin Natascha Kampusch (31) über Mobbing und ihr neues Buch gesprochen - tz.de* hat die interessantesten Gesprächsinhalte zusammengefasst.

Ottfried Fischer war bei Markus Lanz zu Gast - und berührte durch Offenheit und Humor.

Auch eine andere ZDF-Sendung sorgte jüngst für Gesprächsstoff, weil gleich zwei Moderatoren aussteigen.

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © ZDF

Mehr zum Thema

Kommentare