Raumfahrt

SpaceX-Rakete explodiert kurz nach dem Start - Elon Musk ist begeistert

Eine „Falcon 9“-Rakete von SpaceX explodiert kurz nach ihrem Start, ein großer Feuerball ist am Himmel zu sehen. Trotzdem freut sich SpaceX-Chef Elon Musk. Was steckt dahinter?

  • „Falcon 9“-Rakete von SpaceX* explodiert kurz nach dem Start
  • Die gewaltige Explosion sieht schlimm aus - doch es handelt sich um einen Test
  • Wie reagiert das Notfall-Rettungssystem der künftig bemannten Raumkapsel „Crew Dragon“*?

Es sind Bilder, die man bei einem Raketenstart eigentlich nicht sehen möchte: Knapp eineinhalb Minuten sind nach dem Start der „Falcon 9“-Rakete von SpaceX vergangen, da gibt es eine gewaltige Explosion in 19 Kilometern Höhe. Trotz Wolken ist der Feuerball deutlich zu erkennen. Wären Menschen an Bord der Rakete gewesen - wie wäre es ihnen wohl ergangen?

SpaceX-Rakete explodiert nach dem Start - Test des Notfall-Rettungssystems

Das werden die kommenden Tage wohl zeigen, denn bei der Explosion der SpaceX-Rakete handelte es sich um den Test eines Notfall-Rettungssystem der SpaceX-Raumkapsel „Crew Dragon“, die in Zukunft Menschen zur Internationalen Raumstation ISS transportieren soll*. Direkt vor der Explosion trennte sich die „Crew Dragon“ - ohne Astronauten, dafür aber mit zwei Puppen an Bord - von der Rakete ab. Acht „SuperDraco“-Triebwerke katapultierten die Raumkapsel von der explodierenden Rakete weg - in Sicherheit.

Anschließend bremsten vier Fallschirme die Raumkapsel ab, die schließlich im Meer landete und dort von Booten eingesammelt wurde. Nun werden die Daten, die bei dem Test gesammelt wurden, ausgewertet. Verlief alles nach Plan?

Raumkapsel „Crew Dragon“ von SpaceX soll Astronauten zur ISS bringen

In ersten Reaktionen nach dem Test zeigen sich sowohl SpaceX-Gründer Elon Musk als auch die US-Raumfahrtorganisation Nasa zufrieden. „Soweit wir bisher sagen können, war es eine perfekte Mission“, wird Musk in einer Mitteilung der Nasa zitiert. „Es lief so gut, wie man es nur erwarten konnte“, so Musk weiter. Nasa-Chef Jim Bridenstine wirft bereits einen Blick in die Zukunft: „Dieser kritische Flugtest bringt uns ganz nah an die Fähigkeit, wieder Astronauten in amerikanischen Raumschiffen auf amerikanische Raketen von amerikanischem Boden aus zu starten“.

Im vergangenen März ist eine - ebenfalls unbemannte - „Crew Dragon“ zur ISS geflogen* und hat dort testweise angedockt. Anschließend wasserte die Kapsel erfolgreich im Atlantik*. Nur kurz darauf, im April 2019 musste SpaceX einen gewaltigen Rückschlag einstecken: Eine Raumkapsel explodierte bei Tests in Cape Canaveral*.

Die „Crew Dragon“ ist ein Projekt von SpaceX im Auftrag der Nasa: Das Unternehmen soll ein Raumschiff entwickeln, mit dem Astronauten zur ISS und zurück transportiert werden können. Auch Boeing arbeitet derzeit an einem Raumschiff, das Astronauten zur ISS befördern soll. Beim Test des „Starliners“ ging jedoch kürzlich einiges schief - so dass das Raumschiff die ISS nicht erreichte und ohne Andockmanöver zur Erde zurückkehrte.

SpaceX und Boeing arbeiten an bemannten Raumkapseln

SpaceX und Boeing sollten eigentlich 2017 erstmals Astronauten zur ISS bringen - doch technische Probleme und Verspätungen führten bei beiden Unternehmen immer wieder zu Verzögerungen. Nach dem offenbar gelungenen Test des Notfall-Abbruchsystems der „Crew Dragon“ dürfte SpaceX die Nase im Rennen mit Boeing wieder vorne haben. Es spricht einiges dafür, dass SpaceX das erste kommerzielle Unternehmen sein wird, das Astronauten ins All transportiert.

Seit der Einstellung des Space-Shuttle-Programms im Jahr 2011 sind die USA nicht mehr in der Lage, selbst Astronauten ins All zu bringen. Sie sind derzeit auf die russischen Sojus-Raumkapseln angewiesen - und die Nasa muss jeden Sitz teuer bezahlen: Etwa 81 Millionen US-Dollar werden pro Astronaut fällig.

Von Tanja Banner

*fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

Rubriklistenbild: © picture alliance/John Raoux/AP/dpa

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