Hardware und Spiele

Playstation VR im Test: Schöne neue virtuelle Welt

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Sonys VR-Brille ist nicht zu schwer und sitzt auch über längere Zeiträume bequem.

Eine völlig neue Art des Spielens versprechen die Hersteller der VR-Brillen. Wir haben uns den günstigsten Einstieg in die virtuellen Welten, die Playstation VR, genauer angesehen und beantworten die wichtigsten Fragen: Was taugt die Hardware und welche Spiele gibt es?

Das ist sie also, die Zukunft des Gamings. Der nächste wirkliche Quantensprung, auf den wir alle gewartet haben. Sicher, die Grafik normaler Games wird von Jahr zu Jahr ein wenig besser, die Spielmechaniken werden noch etwas ausgefeilter. Aber im Prinzip unterscheiden sich die Spiele heute nur wenig von Spielen, die vor fünf bis acht Jahren erschienen sind.

Bis jetzt. Virtual Reality soll es richten. Ein völlig neues Spielerlebnis bieten. Mittendrin statt nur dabei. Der Spieler trägt eine VR Brille mit kleinen, hochauflösenden Bildschirmen vor jedem Auge. Durch ausgefeilte Tracking-Technologien registriert der Rechner und die Konsole, wohin der Spieler gerade blickt. Was die Illusion erzeugt, dass man sich in einer vollkommen anderen, dreidimensionalen Welt bewegt.

Was kostet der Eintritt in die virtuelle Welt?

Im Prinzip gibt es zurzeit drei konkurrierende Systeme: Facebooks Oculus Rift, das HTC Vive und Sonys Playstation VR. Die Geräte unterscheiden sich teils recht deutlich voneinander. Technisch am fortgeschrittensten ist die HTC Vive. Denn sie bietet als einzige die Möglichkeit, die Bewegungen des gesamten Körpers zu tracken. Will meinen, dass man sich - einen entsprechend großen Raum vorausgesetzt - frei bewegen kann und diese Bewegungen in die virtuelle Welt übertragen werden. Das ist zweifelsohne eindrucksvoll, aber auch ein immens teurer Spaß. Allein Brille, Controller und Sensoren kosten weit über 1000 Euro. Und mit der Brille allein kann man nichts anfangen. Dazu braucht es auch noch einen extrem schnellen Rechner, der es schafft die für VR nötigen 120 Frames pro Sekunde zu rendern. Unter 1500 Euro geht da wenig ruckelfrei.

Sony spielt den Preisbrecher

Einen solchen hochgezüchteten Spielerechner braucht es auch für die Oculus Rift, die für knapp 700 Euro über die Ladentheke geht. Sony indes kommt verglichen mit den anderen Anbietern mit einem Schnäppchenpreis um die Ecke: Gerade einmal 399 Euro werden für die Brille aufgerufen. Und für deren Betrieb braucht es keinen sündteuren PC, sondern lediglich eine Playstation 4, die es mittlerweile im Angebot schon für knapp über 200 Euro gibt. Allerdings sollte man schon ehrlich sein: Für einen wirklich flüssigen Betrieb empfiehlt sich eine Playstation 4 Pro, die deutlich mehr Grafikdampf unter der Haube hat, im vergangenen November erschienen ist und 399 Euro kostet. Zu Konsole und Brille kommen dann noch eine Playstation Kamera (55 Euro) und ein Doppelpack Move-Controller (80 Euro). Rechnet man alles zusammen, kostet der Einstieg in die VR-Welt bei Sony knapp 1000 Euro, während für HTC und Oculus mehr als das Doppelte fällig werden. Dennoch kein Pappenstiel.

Was bekommt man bei der Playstation VR für sein Geld?

Es gibt eine VR-Brille und viele, sehr viele Kabel. Die Erstinstallation ist für Nerds kein Problem, dürfte aber so manchen Laien durchaus vor Probleme stellen. Prinzipiell wird die PS4 (Pro) via HDMI und USB mit einer externen Box verbunden. Von dieser Box führt dann jeweils ein HDMI-Kabel zum Fernseher und ein dickes Kabel zur VR Brille. Dazu eine extra Stromversorgung und der Kabelsalat ist perfekt. Wie bereits gesagt, muss die Playstation Eye Kamera, die für den VR-Betrieb unbedingt benötigt wird, extra gekauft und gesondert verkabelt werden. Hängt wie beim Tester der Fernseher an der Wand, kann das durchaus eine Herausforderung sein, die Kamera sicher zu befestigen und zu positionieren. 

Dazu kommen noch die beiden Move-Controller, die zwar prinzipiell kabellos funktionieren, im Auslieferungszustand aber natürlich entladen sind. Also noch zwei Kabel... Die Brille selbst ist zwar komplett aus Plastik gefertigt, aber sehr gut verarbeitet und bequem. Sie lässt sich auf große wie kleine Köpfe gut einstellen und durchaus auch über längere Zeiträume schmerzfrei tragen. Die beiden Displays - jeweils eines vor jedem Auge - sind zwar nicht ganz so hochauflösend wie bei der HTC Vive. Dennoch sieht das Bild besser aus. Denn aufgrund der von Sony eingebauten Displaytechnologie ist der so genannte Fliegengittereffekt, der entsteht, weil man mit den Augen sehr nah am Display ist und daher die Zwischenräume zwischen den einzelnen Pixeln sehen kann, deutlich weniger ausgeprägt als bei der HTC Vive.

Wie spielt sich das Ganze?

Es wird viel diskutiert über die Qualität der Grafik in VR. Das ist nur in Ansätzen nachzuvollziehen. Sicher, schaut man sich auf dem Bildschirm an, wie das Spiel aussieht, wenn jemand anderes gerade die VR-Brille aufhat, dann ist man leicht unterbeeindruckt. Das allerdings ändert sich, sobald man die Brille trägt. Die Immersion ist überwältigend, das Eintauchen in eine neue, virtuelle Welt so umfassend, dass man durchaus vergessen kann, dass man eigentlich auf der Couch sitzt und nicht gerade in einem Haikäfig auf den Grund des Meeres hinuntergelassen wird. 

Sicherlich: Grafikfetischisten werden niedrig aufgelöste Texturen und grobkörnige Schatten sowie oftmals eine detailarme Umgebung beklagen. Aber mal ganz im Ernst: Wir reden hier davon, dass bestensfalls eine Konsole für 400 Euro die Arbeit übernimmt, für zwei kleine, aber hochauflösende Monitore jeweils 120 Bilder pro Sekunde zu berechnen. Das ist nötig, um Ruckler zu vermeiden. Und dass die Playstation das überhaupt hinbekommt (im Übrigen nicht so viel schlechter als ein 1500 Euro-PC), ist beeindruckend.

Die Playstation VR auf der Gamescom.

Allerdings ist durchaus hörbar, was man der Konsole dabei abverlangt. Selbst die PS4 Pro mutiert im VR-Betrieb zum Fön und hat sogar im kühlen Keller hörbar ihre Mühe, halbwegs cool zu bleiben. Dafür werden durchaus beeindruckende Szenarien auf die Netzhaut gezaubert (siehe Vorstellung der einzelnen Titel).

Die Steuerung der Spiele unterscheidet sich deutlich. Hier wird klar, dass sich noch keine mehr oder weniger verbindliche Standardsteuerung wie bei Shootern herauskristallisiert hat und die Hersteller derzeit noch viel experimentieren. So steuert man den Adler, der in „Eagle Flight“ über einem menschenleeren Paris schwebt, ausschließlich durch die Neigung des Kopfes, was sehr natürlich und intuitiv wirkt. „Star Trek Bridge Crew“ indes fährt doppelgleisig. Hier kann man den normalen Standardcontroller nutzen, was angesichts der höchst seltsamen Tastenbelegung (Trigger zur Bestätigung anstatt X-Button) sehr befremdlich ist. Deutlich intuitiver klickt man sich durch die holografischen Menüs auf der Brücke der Aegis mit den beiden Move-Controllern, die jeweils die Steuerung einer Hand übernehmen. Zumindest so lange, bis sich die Arme des Captains aufgrund von Schwierigkeiten bei der Erfassung in verdrehte Tentakel verwandeln, die eine Steuerung absolut unmöglich machen. Bei „Until Dawn: Rush of Blood“, einem Achterbahn-Geisterbahn-Gruselshooter, wird klar, welche Vorteile die Bewegungssteuerung hat: Zwei Hände, zwei Knarren - ab geht die wilde Fahrt.

Wird einem beim Spielen schlecht?

Jetzt wird es schwierig. Denn das lässt sich schlichtweg nicht sagen. Mir ist unter der VR-Brille nie schlecht geworden. Das liegt aber auch daran, dass ich nur auf einem Auge und deswegen kein 3D sehen kann (VR funktioniert aber auch für solche Menschen ziemlich gut). Die zweite Testerin aus dem heimischen Haushalt indes lobte ein ums andere Mal das hervorragende Räumlichkeitsgefühl beim Spielen mit der Playstation VR. Bei „Eagle Flight“ musste sie allerdings nach kurzer Zeit aufhören, weil sich eine leichte Übelkeit einstellte. Bei „Until Dawn: Rush of Blood“ wurde es spätestens bei der ersten Achterbahnfahrt so schlimm, dass der VR-Tag infolge extremer Übelkeit beendet war. Das Problem, mit dem viele zu kämpfen haben, ist, dass man zwar bequem auf der Zockercouch sitzt, einem die Bilder aber suggerieren, dass man gerade eine wilde Fahrt unternimmt. Das kann auf den Magen schlagen. Hier gibt es allerdings keine grundsätzliche Empfehlung: Das muss leider jeder für sich selbst herausfinden.

Wie lange kann man spielen?

Ein weiterer Fall von „kommt ganz drauf an“. Die derzeit erhältlichen VR-Spiele sind nicht sonderlich umfangreich. In den meisten Fällen ist man nach ein paar Stunden durch. Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass die VR-Brille zwar sehr bequem ist und nicht drückt, es aber nach rund einer Stunde wirklich warm unter der hermetisch abgeschirmten Brille wird und man eine Pause einlegen sollte - auch, um die beschlagenen Linsen mit dem beiliegenden Microfasertuch abzuwischen. Stundenlange Sessions wie bei „Destiny“ oder „Persona 5“ am Fernseher kann ich mir ehrlich gesagt derzeit in VR noch nicht vorstellen. Das kann aber durchaus eine Frage der Gewöhnung und der richtigen Titel sein.

Fazit: Lohnt sich die Playstation VR?

VR ist ein Teil der Zukunft des Gamings. Die Immersion ist immens, zudem eröffnet VR gerade auch Gelegenheits- und Nichtspielern, die mit dem Controller und all seinen Tasten hadern, die Möglichkeit, zu spielen und dabei Spaß zu haben. Erfahrenen Spielern eröffnet sich eine neue, spannende Dimension ihres Hobbys. Doch noch ist die Zahl der verfügbaren Titeln überschaubar - und die meisten sind eher eine spielbare Technikdemos denn wirklich so fesselnd wie etwa eine „Horizon Zero Dawn“.

Insofern ist die Playstation VR der derzeit beste Kompromiss und die derzeit einzige VR-Lösung, die ich kaufen würde. Gerade wenn man bereits eine Playstation 4 oder - noch besser und dringend zu empfehlen - die leistungsstärkere PS4 Pro im Haus hat. Dann sind die nötigen Investionen von rund 550 Euro für Brille, Kamera und Move-Controller zwar immer noch kein Pappenstiel, aber doch der mit Abstand günstigste Einstieg in die VR-Welt. Selbst wer schon einen hochgezüchteten Zocker-PC zu Hause hat, muss für die Konkurrenz-Brillen von HTC und Facebook deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Zudem verkauft sich die Playstation VR, die seit einem guten halben Jahr auf dem Markt ist, verglichen mit den anderen Brillen deutlich besser. Was bedeutet, dass die installierte Basis höher ist und die Attraktivität der Plattform für die Entwickler steigt. Will meinen, dass in Zukunft wohl mehr und aufwändigere Spiele für die Playstation VR erscheinen werden. Wer also einen Blick in die Zukunft des Spielens werfen will, wer bereit ist, das nötige Geld auszugeben und wer mit dem Kabelsalat im Spielezimmer leben kann, der kann bedenkenlos zuschlagen.

Die besten Spiele für die Playstation VRStar Trek: Bridge Crew

Es gibt zweifelsohne bessere VR-Spiele, aber kaum faszinierende. Sicher, es gab in der Vergangenheit zahlreiche Star Trek-Spiele. Aber Ubisofts „Star Trek: Bridge Crew“ ist der Realität gewordene feuchte Traum jedes Trekkies. Ich lümmele genau wie Kirk im Sessel des Captains auf der Brücke meines Raumschiffs. Umgeben von meiner Crew, die jeden meiner Befehle umsetzt. Und das in der virtuellen Realität. Nun kann man sagen, dass die Brücke zwar sehr hübsch gestaltet wurde, aber auch so ziemlich der einzige Schauplatz ist, den man im Spiel zu Gesicht bekommt. Man kann zurecht einwenden, dass das Spiel vor allem darin besteht, sich durch die Menüs der einzelnen Stationen (Steuermann, Taktischer Offizier, Chefingenieur) zu hangeln und im richtigen Moment den richtigen Knopf (wahlweise mit dem Controller oder den Move-Eistüten) zu drücken. Und man kann sagen, dass die Storykampagne für Solospieler recht übersichtlich ausfällt und keinen Originalitätspreis gewinnt.

Aber „Star Trek: Bridge Crew“ ist ein Riesenspaß, wenn man mit drei anderen Mitspielern (idealerweise von der eigenen Freundesliste) an den Stationen gemeinsam in den Kampf gegen die miesepetrigen Klingonen zieht, sich abspricht, Aufgaben verteilt. Dann kommt echtes Star Trek-Feeling auf und man verfällt automatisch ins Star Trek-Roleplay: „Fähnrich, Energie zu den Schilden umleiten!“ Spätestens, wenn man aber gleich in der ersten Mission den berühmten Kobayashi-Maru-Test erledigen muss und klar wird, dass man sogar Kirks Originial-Enterprise übernehmen darf, macht das Herz des echten Trekkies Luftsprünge. Fazit: Ein Fest für Fans.

Eagle Flight

Die neuen VR-Brillen ermöglichen prinzipiell völlig neue Spielerfahrungen, die den Spieler idealerweise viel intensiver in die virtuelle Welt eintauchen lassen. Ein Paradebeispiel dafür ist „Eagle Flight“ von Ubisoft. Hier schlüpfen wir ins Federkleid eines Adlers und kreisen über ein menschenleeres, von der Natur zurückerobertes Paris. Mit all seinen Sehenswürdigkeiten - vom Eifelturm bis zu Notre Dame ist alles vorhanden. Hier warten auf Solospieler allerhand Aufgaben. Mal muss man geschickt durch enge Tunnel fliegen, ein andermal mit seinem „Adlerschrei“ andere Vögel vom Himmel holen. Für die Erledigung von Aufgaben gibt es Punkte, die wiederum auf Ranglisten vermerkt werden. Das alles ist solide und unterhaltsam. Aus der Masse an VR-Spielen ragt „Eagle Flight“ aber vor allem deswegen heraus, weil es über eine ungewöhnliche, präzise und außergewöhnlich präzise Steuerung verfügt. Der Adler fliegt immer weiter, wir können lediglich mit zwei Knöpfen sein Flugtempo erhöhen oder drosseln. Alles andere, also Richtung und Höhe des Fluges, werden durch sanfte Kopfbewegungen des Spielers bestimmt. Das funktioniert nicht nur wunderbar, sondern verstärkt auch die Immersion. Fazit: Ein leises, charmantes Spiel, das die neuen Möglichkeiten, die VR bietet, sehr gut vorführt. Und nebenbei sehr hübsch und charmant ist.

Playstation VR-Worlds

Wie immer, wenn man eine völlig neue Technologie einsetzt, braucht es Programme, die den Käufern der ersten Stunde demonstrieren, was damit alles möglich ist. Früher lagen vielen Konsolen daher Demo-CDs bei, auf denen sich kleine Tech-Demos fanden, die das Potenzial verdeutlichen sollten. Wenn man jetzt bösartig argumentiert, ist „Playstation VR Worlds“ eine solche Tech-Demo. Insgesamt fünf spielerische Szenarien finden sich auf der Disk und können in einem eindrucksvollen dreidimensionalen Menü ausgewählt werden. Ein großer Teil der Mini-Spiele ist schon von diversen Spielemessen bekannt. 

Die Fahrt in einem Haikäfig zum Grund des Meeres beispielsweise, die man in „Ocean Descent“ erleben kann. Inklusive eines höchst gruseligen und sehr hungrigen Besuchers. Auch der spielbare Gansterfilm „The London Heist“ über einen Diamantenraub in der britischen Hauptstadt wurde schon desöfteren vor dem offiziellen Erscheinen der PS VR gezeigt. Das ändert aber nichts daran, wie faszinierend das Erlebnis ist. Wer wissen will, wie schnell ihm unter der VR-Brille schlecht wird, der solle „Scavengers Odyssey“ ausprobieren. Hier klettert man als Spieler ins Cockpit eines Mechs, eines zweibeinigen Kampfroboters. Spielerisch ist das eher belanglos. Gleiches gilt auch für „VR Luge“, bei dem man einen Berg herunterrast und dabei Hindernissen und entgegenkommenden Fahrzeugen ausweichen muss. Allerdings funktioniert die Steuerung per Kopfbewegung hier nicht mal ansatzweise so gut wie in „Eagle Flight“.

Letztes Mini-Spiel im Paket ist „Danger Ball“, eine Art Shufflepuck für die virtuelle Realität. Knallbunt, schnell und gut zu steuern - lohnt sich. Fazit: „Playstation VR Worlds“ als Demosammlung zum Vollpreis zu bezeichnen, ist ungerecht. Denn dafür sind die einzelnen Minispiele deutlich zu umfangreich. Zwar von wechselnder Qualität, geben sie doch einen guten Einblick, was da in Zukunft alles möglich sein wird. Selbst wenn man als Spieler die meisten Sachen kaum öfter als ein-, zweimal selbst spielen wird, ist „Playstation VR Worlds“ doch gut geeignet, Freunden und VR-Neulingen die neue Technik zu präsentieren.

Here they lie

Selbst wer auf Gruselspiele wie „Resident Evil“ oder „Silent Hill“ am heimischen Bildschirm nur noch mit einem müden Schulterzucken reagiert: Glauben Sie mir, in VR ist alles anders. Alles schlimmer. Viel schlimmer. Weil es etwas anderes ist, eine finstere, bedrohliche Welt auf dem Fernseher zu betrachten oder sich mittendrin wiederzufinden. Weil es etwas anderes ist, wenn auf dem Monitor ein fieses Monster auf einen zugelaufen kommt, man aber immer sehen kann, dass man sich in seinem Wohnzimmer befindet. Oder aber man unter der VR-Brille steckt und es (scheinbar) kein Entrinnen gibt. „Here they lie“ schafft es vortrefflich, beim Spieler nackte Angst hervorzurufen. Oder auch große Übelkeit, denn vielen wird aufgrund der Geh-Animationen der Spielfigur sehr schnell sehr schlecht beim Spielen von „Here they lie“. Fazit: Wer sich wirklich mal so richtig gruseln möchte und einen festen Magen hat, der wird an „Here they lie“ seinen Spaß haben. Aber hinterher nicht über Albträume jammern!

Starblood Arena

Achtung: Der todesmutige Pilot in der Starblood Arena sollte über einen stabilen Magen verfügen. Denn die Arena-Gefechte am Steuerknüppel eines Raumschiffs sind nichts für Leute, den schnell unter der VR-Brille schlecht wird. Alle anderen haben dabei allerdings einen Riesenspaß. Wie in „Overwatch“ hat man hier die Auswahl aus ganz unterschiedlichen Piloten, die alle eigene Raumschiffe, Fähigkeiten und Waffen mitbringen. Da spielt sich wirklich jeder anders. Die verwinkelten Arenen und der knackige Schwierigkeitsgrad verlangt schon Solospielern einiges ab. Richtig fordernd wird es dann online - wenn man denn genügend Mitspieler findet, gewinnen die Partien nochmals an taktischer Tiefe. Fazit: Ein echter Geheimtipp für Raumschiffpiloten mit eisernem Magen, einer Schwäche für flotte Sprüche und Rockbeats und genügend Geduld, um im Multiplayer auf Mitspieler zu warten.

Eve Valkyrie

Dafür, genau dafür wurde VR gemacht! Wer wollte nicht selbst immer an Bord seiner eigenen Raumgleiters durchs All zischen? Eben! Und welches fiktive Universum würde sich dafür besser anbieten als das von „Eve Online“? Wer nun Angst hat vor dem überkomplexen Hauptspiel, der darf bei Eve Valkyrie entspannt aufatmen. Hier steht ganz klar die Multiplayer-Action im Vordergrund. Sicher, es gibt Singleplayer-Aufgaben und sogar so etwas wie eine Kampagne. Allerdings ist die Geschichte zwar durchaus spannend, wird aber ziemlich dröge nur über einige Audiologs erzählt. Kernstück des Spiels ist der Kampf Raumschiff gegen Raumschiff, die von anderen menschlichen Spielern gesteuert werden. Dabei stehen verschiedene Klassen mit jeweils eigenen Fähigkeiten zur Auswahl, die nach und nach immer stärkere Schiffe freischalten. Das allerdings dauert im späteren Verlauf derart lange, dass man schnell geneigt ist, einen der kostenpflichtigen Booster zu kaufen – und das bei einem Vollpreisspiel. Das muss wirklich nicht sein. Also bleibt nur, immer und immer wieder zu spielen. Und das ist angesichts des vollkommen dreidimensional gerenderten Cockpits, der gelungenen Steuerung und der fordernden Duelle immer wieder ein Genuss.

Until Dawn: Rush of blood

„Until Dawn“ erschien schon vor einigen Jahren für die PS4 und war eine überaus spaßige Adaption eines Teenie-Slashers mit Starbesetzung und einer filmreifen Inszenierung. „Until Dawn: Rush of blood“ hat ehrlich gesagt rein inhaltlich damit absolut gar nichts zu tun. Das mag man als Etikettenschwindel betrachten, aber ehrlich gesagt ist es überhaupt nicht schlimm. Denn „Rush of blood“ ist ein Riesenspaß und macht seinem Namen alle Ehre. Am besten lässt es sich als Mischung aus Lightgun-Shooter und Achterbahn-Simulator betrachten. Und das rockt! Man sitzt in seiner Gondel, die beiden Move-Controller in der Hand mutieren in der virtuellen Realität zu zwei Knarren und anschließend wird auf alles geballert, was sie bewegt. Zuerst Zielscheiben, später fiese Horrorclowns und eklige Spinnen. Zwischendurch geht es immer wieder durch Achterbahnpassagen, die sensiblen Naturen intensiv auf den Magen schlagen können. Was bleibt, ist ein einfacher, gruseliger Riesenspaß für Erwachsene, der schön zeigt, dass es oftmals die simplen Spielkonzepte sind, die überzeugen können.

Robinson: The Journey

„Robinson: The Journey“ ist das vielleicht hübscheste Spiel, das derzeit für die Playstation VR erhältlich ist. Das ist wenig verwunderlich, schließlich handelt es sich um ein Spiel der deutschen Vorzeigeprogrammierer von Crytek, die bereits mit der Crysis-Reihe bewiesen haben, dass schöne Umgebungen eine ihrer Spezialitäten sind. In „Robinson“ übernehmen wir die Steuerung eines kleinen Jungen, der als einziger den Absturz eines Raumschiffs auf einem fremden Planeten überlebt hat. Einem Planeten, randvoll mit riesigen Dinosauriern. Eine Welt, wie geschaffen für die virtuelle Realität. In seinem Kern ist „Robinson: The Journey“ ein Adventure, bei dem es gilt, die fremde Welt zu erkunden und immer neue Umgebungsrätsel zu lösen. Das ist spannend und teilweise wirklich wunderschön. Schnell hat man das Gefühl, wirklich auf einem fremden Planten unterwegs zu sein. Ganz alleine ist man dabei nicht – mit dem Mini-T-Rex Laika hat man einen der charmantesten Sidekicks der letzten Jahre dabei. „Robinson: The Journey“ ist eine klare Kaufempfehlung, weil es nicht nur eine Technik-Demo, sondern ein richtiges Spiel für VR ist.

Driveclub VR

Es ist dies einer der seltsamsten Momente im Rahmen des umfangreichen VR-Tests. Da sitzt man, die Brille auf den Augen, in genau dem Auto, mit dem man auch in der Realität herumkurvt. Nur dass man hier auf einmal Rennen fährt und recht rüpelhaft bei dem Schleicher vor einem anklopft, um kurz darauf vorbeizuziehen. Was im realen Fahralltag nebst Ärger mit Polizei und Versicherung eine lebensgefährliche Idee wäre. Doch so staunt man nur über das detailgetreu nachgebildete Cockpit des eigenen Wagens. Sicher, Strecken und Umgebungsgrafiken in „Driveclub VR“ sind bei weitem nicht so detailliert wie im PS4-Originalspiel, ausgeprägtes Kantenflimmern und matschige Texturen sind der Preis, den man für ein wirklich flüssiges Fahrgefühl zahlen muss. Aber niemals zuvor hatte man bei einem Rennspiel so intensiv das Gefühl, wirklich am Steuer eines Sportwagens zu sitzen. Denn neben der Grafik ist auch das Fahrgefühl nahezu perfekt, die Steuerung wirklich gelungen. Nichts wie ran ans Steuer, damit die Server voller werden und man nicht so lange warten muss, um ein spannendes Rennen gegen andere menschliche Fahrer zu starten!

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