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Ukraine-Hilfe in Ludwigshafen: Schon 350 Flüchtlinge da – Stadt sucht dringend Wohnraum

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Von: Peter Kiefer

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Ludwigshafen - Immer mehr Flüchtlinge aus der Ukraine finden auch in Ludwigshafen Schutz vor dem Krieg in ihrer Heimat. Die aktuelle Situation in der Stadt:

Update vom 29. März: Beim zentralen Anlaufpunkt der Ausländerbehörde für Geflüchtete aus der Ukraine sind mittlerweile 350 Menschen registriert. Im Stadthaus Nord haben bei der Abteilung Asyl insgesamt 243 Menschen (Erwachsene und Kinder) vorgesprochen und sind nun im Bezug von finanzieller Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Von den 243 Geflüchteten sind 151 älter als 18 Jahre.

StadtLudwigshafen am Rhein
BundeslandRheinland-Pfalz
Einwohnerzahl172.253 (Stand: 31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterinJutta Steinruck (SPD)

Ukraine-Flüchtlinge: Stadt sucht weiterhin nach Wohnungen

Bislang 15 Geflüchtete aus der Ukraine wurden der Stadt Ludwigshafen vom Land Rheinland-Pfalz zugewiesen und in städtischen Unterkünften untergebracht. An Ludwigshafener Schulen sind bislang 43 ukrainische Schüler*innen in den Unterricht aufgenommen worden – davon 20 an Grundschulen. 

Nach wie vor sind Teams der Stadtverwaltung unterwegs, um Wohnungen und größere Objekte zu begutachten, die der Stadtverwaltung von Privatleuten zur Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine angeboten wurden. Die Stadtverwaltung bereitet derzeit die ersten Mietverträge vor. 

Auch Kultureinrichtungen in Ludwigshafen helfen

Von Computerarbeitsplätzen für Geflüchtete bis hin zur Künstlerresidenz für ukrainische Künstler*innen reicht das Engagement der Kultureinrichtungen der Stadt für Geflüchtete. Neben Benefizveranstaltungen im Kulturzentrum dasHaus und Vorträgen zur Geschichte der Ukraine durch das Stadtarchiv sind es vor allem Infrastrukturangebote für Geflüchtete, mit denen die Kulturinstitutionen den Angekommenen helfen möchten.

Die Stadtbibliothek bietet ein Starter-Paket mit Druck- und Getränkegutschein, das Ukrainer*innen den Zugang zur Mediennutzung in ihrer Landessprache erklärt. In der Musikschule können Unterrichtsräume vormittags als Computerarbeitsplätze genutzt werden, etwa um ukrainischem Online-Schulunterricht zu folgen. Das Kulturbüro bietet eine Künstler*innenresidenz (registriert bei https://artistsatrisk.org/), einen Proberaum sowie WLAN-Arbeitsplätze. 

Ludwigshafen: „Mit offenen Armen empfangen“ – so viele Flüchtlinge sind bereits angekommen

Erstmeldung vom 22. März: Die ersten rund 200 Flüchtlinge sind seit Ausbruchs des Kriegs in der Ukraine sicher in Ludwigshafen an- und untergekommen – ein Drittel davon unter 18 Jahre. Sie alle haben sich seit dessen Öffnung am 9. März bei der zentralen Anlaufpunkt für Geflüchtete aus der Ukraine in der Jaegerstraße eingefunden und sich laut Stadtverwaltung bei der städtischen Ausländerbehörde registrieren lassen.

Ludwigshafen: Erste Geflüchtete hauptsächlich Mütter mit Kindern

Größtenteils seien dies Mütter mit ihren Kindern, die anschließend bei Verwandten oder Bekannten privat untergekommen sind. Jedoch ist man sich bei der Stadt sicher, dass in den nächsten Tagen und Wochen noch wesentlich mehr schutzsuchende Menschen aus der Ukraine der Chemiestadt von Seiten der Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes Rheinland-Pfalz zugewiesen werden.

Seit Dienstag (22. März) bringt die Stadt auch Geflüchtete in ihren Unterkünften unter. Die ersten 15 Menschen wurden der Stadtverwaltung aus den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes Rheinland-Pfalz zugewiesen und in Oppau untergebracht – Ukrainer*innen, die nicht bei Verwandten, Bekannten oder Flüchtlingshelfer*innen wohnen können. Hierfür ist die Stadtverwaltung gerüstet – Unterkünfte sind bezugsbereit.

Rund 300 Flüchtlinge finden in einer Unterkunft in Oggersheim Platz. (Archivfoto)
Rund 300 Flüchtlinge finden in der Unterkunft in der Mannheimer Straße in Ludwigshafen-Oggersheim Platz. (Archivfoto) © LUDWIGSHAFEN24/Peter Kiefer

Ukraine-Flüchtlinge in Ludwigshafen: Bereits 200 Schutzsuchende angekommen

Am Dienstag (22. März) haben Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) und Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD) über die aktuelle Situation in Ludwigshafen informiert. Zusätzlich haben die beiden Politikerinnen zusammen mit Kulturdezernentin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg (CDU) einen Ausblick gegeben.

Beim zentralen Anlaufpunkt für Geflüchtete am Standort der Verwaltung in der Jaegerstraße 1 haben seit Öffnung am Mittwoch (9. März) rund 200 Menschen vorgesprochen und sich bei der Ausländerbehörde der Stadt registriert. Nach der Registrierung können die Menschen bei der Abteilung Asyl im Stadthaus Nord vorsprechen und Sozialleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beantragen.

Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD).
Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). © Andreas Arnold/picture alliance/dpa

Finanzielle und medizinische Hilfe im Stadthaus Nord

Wer dringend finanzielle Unterstützung oder eine medizinische Behandlung benötigt, kann im Stadthaus Nord auch bereits Unterstützung vor der Registrierung bei der Ausländerbehörde beantragen. Insgesamt haben im Stadthaus Nord bereits 165 Menschen (Erwachsene und Kinder) vorgesprochen, um Unterstützung zu erhalten.

Nach wie vor sind auch Teams der Stadtverwaltung unterwegs, um Wohnungen und größere Objekte zu begutachten, die der Stadtverwaltung von Privatleuten angeboten wurden. 22 Wohnungen wurden bislang besichtigt, Mietverträge wurden noch keine unterzeichnet. 

Volkshochschule will Ukraine-Flüchtlingen Deutsch beibringen

Die VHS stellt sich ein auf Menschen aus der Ukraine, die die deutsche Sprache lernen möchten. Ukrainer*innen können schon jetzt zur Sprachberatung der VHS kommen und sich für einen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zertifizierten Integrationskurs anmelden.

Darüber hinaus plant die VHS zusätzliche sogenannte BAMF-zertifizierte Erstorientierungskurse, für die sie beim BAMF die entsprechende Bewilligung beantragt. Außerdem wurden bereits 12 ukrainische Frauen in MaMa-Kurse (Deutschkurse speziell für Frauen und mit Kinderbetreuung) vermittelt – einer hat bereits begonnen, der zweite startet im April. 

Informationen zum Schulbesuch hat das Ministerium für Familien, Frauen, Kultur und Integration auf seiner Webseite bereitgestellt. Verfahren und Regularien für den Schulbesuch von Kindern geflüchteter Familien aus der Ukraine liegen in Händen des Landes Rheinland-Pfalz sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD). 

Ludwigshafen: „Mit offenen Armen empfangen“ – OB Steinruck verspricht Hilfe

„Es ist unsere Pflicht als Europäerinnen und Europäer und als Menschen, den Kindern, Frauen und Männern aus der Ukraine zu helfen und ihnen zur Seite zu stehen in dieser für sie so schweren Zeit. Hinter jedem Menschen, der hier ankommt, liegen schlimme, teils traumatische Ereignisse, liegen die Erfahrungen von Flucht und Vertreibung, liegen Stunden und Tage der Angst und Unsicherheit“, weiß OB Steinruck.

Diejenigen, die in Ludwigshafen ankommen, wolle man „mit offenen Armen empfangen“, unterstützen und beraten, so gut es geht. „Und wir werden diejenigen, die keine dauerhafte Bleibe in Deutschland finden, auch angemessen unterbringen. Es ist allerdings für unsere Verwaltung auch ein sehr großer Kraftakt“, so das Stadtoberhaupt weiter.

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Es würden auch interne Planungen laufen, bei einer entsprechend großen Flüchtlingszahl wieder Zelte auf dem Messplatz in Mitte aufzustellen. Denn „es werden deutlich mehr als in den Jahren 2015 und 2016“, prognostiziert Sozialdezernentin Beate Steeg.

Ukraine-Flüchtlinge in Ludwigshafen: Ansprechpartner in Heinrich Pesch Haus

„Wir arbeiten dabei Hand in Hand dezernatsübergreifend an Lösungen. Viele Menschen in unserer Stadt engagieren sich zudem ehrenamtlich für Menschen aus der Ukraine. Für sie alle sowie für die Ukrainer*innen selbst wird es einen zentralen Anlaufpunkt mit zwei Ansprechpersonen im Heinrich Pesch Haus geben, sodass sich die Ehrenamtlichen und die Geflüchteten vernetzen können“, ergänzt die Sozialdezernentin. 

Aktuelle Infos für geflüchtete Menschen sowie die Menschen, die unterstützen möchten, gibt es auf der städtischen Homepage www.ludwigshafen.de. Dank ehrenamtlicher Unterstützung sind viele Informationen bereits ins Ukrainische übersetzt. Die Seiten werden ständig aktualisiert. (pek)

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