Trotz guter Konjunktur

Rheinland-pfälzische Städte haben die meisten Schulden

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Euro-Geldscheine

Rheinland-Pfalz – Stadtbewohner in der Pfalz oder am Rhein leben mit einer weit höheren Schuldenlast als im Allgäu. Wie hoch diese im Einzelnen ist und woran das liegt: 

Mit mehr als 10.000 Euro ist jeder Bürger in Pirmasens, Kaiserslautern und Mainz an den städtischen Schulden beteiligt. Diese drei gehören bundesweit zu den fünf Städten mit der höchsten kommunalen Pro-Kopf-Verschuldung, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilt.

Damit zeige sich einmal mehr, „dass gerade die Kommunen hierzulande trotz guter Konjunktur und hoher Steuereinnahmen finanziell auf keinen grünen Zweig kommen“, sagte Michael Mätzig vom Städtetag Rheinland-Pfalz. 

Angeführt wird die Statistik der am höchsten in der Kreide stehenden Stadtbewohner von Darmstadt mit 14.989 Euro, bezogen auf eine Erhebung zum Jahresende 2016. 

Danach folgen Pirmasens (11.528 Euro), Kaiserslautern (11.384 Euro), Mülheim an der Ruhr (11.034 Euro) und Mainz (10.793 Euro). Unbeschwerter können die Menschen in Kempten im Allgäu auf die Straße treten: Beim Schlusslicht der kommunalen Pro-Kopf-Verschuldung sind es gerade einmal 375 Euro

Auch Ludwigshafen (9.480 Euro), Zweibrücken (8.760 Euro) und Trier (8.350 Euro) liegen nach Angaben des Statistischen Landesamts über dem rheinland-pfälzischen Durchschnitt der kreisfreien Städte von 8.160 Euro. Am besten schneiden in Rheinland-Pfalz Landau (2.340 Euro) und Neustadt an der Weinstraße (3.000 Euro) ab. 

Die Ursachen der hohen Verschuldung

Die Ursachen der hohen Pro-Kopf-Verschuldung sieht Mätzig darin, dass die kreisfreien Städte vor allem im Sozialbereich stets neue Aufgaben von Bund und Land übertragen bekommen hätten, ohne dass es dafür die entsprechenden Finanzmittel gegeben habe. 

„Folglich müssen diese Aufgaben mit Schulden finanziert werden“, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Städtetags. Dringend nötig sei eine spürbar bessere Grundausstattung durch das Land. 

„Die aktuell angedachten Reformmaßnahmen beim kommunalen Finanzausgleich greifen da deutlich zu kurz.“ Zudem müsse es endlich eine Lösung für das Problem der kommunalen Altschulden geben - in Rheinland-Pfalz rund sieben Milliarden Euro. Mätzig nannte diese „eine tickende Zeitbombe, vor allem bei steigenden Zinsen“.

dpa/kp

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