Kriminalstatistik 2015

Mehr als jede dritte Straftat nicht aufgeklärt!

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Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) präsentiert die Kirminalstatistik 2015.

Rheinland-Pfalz - 2015 werden in Rheinland-Pfalz 273.491 Straftaten registriert. Doch nicht jede Tat kann aufgeklärt werden. Die wichtigsten Zahlen der Kriminalstatistik:

Die gute Nachricht vorweg: Im Jahr 2015 hat die Polizei in Rheinland-Pfalz die Aufklärungsquote von Straftaten verbessern können. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote um 0,8 Punkte auf 62,7 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert in Rheinland-Pfalz seit Einführung der bundeseinheitlichen Statistik vor 45 Jahren, erklärt Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Montag in Mainz. Rheinland-Pfalz sei eines der sichersten Länder der Republik.

Jedoch: Mehr als jede dritte Straftat konnte nicht aufgeklärt werden!

Und: 2015 wurden bei der Polizei im Bundesland insgesamt 273.491 Straftaten registriert werden – Das sind 3,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Insbesondere die Zahl der Wohnungseinbrüche ist um 22,4 Prozent auf 7.125 gestiegen. Diese Entwicklung entspricht dem bundesweiten Trend.  Laut einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ sollen die Wohnungseinbrüche in Deutschland 2015 sogar den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht haben. Nach Lewentz blieb es in Rheinland-Pfalz bei fast der Hälfte aller Fälle bei einem Versuch – zum Beispiel weil die Wohnung gut gesichert war. Die traditionell niedrige Aufklärungsquote bei dieser Kriminalität ist immerhin von 13,9 auf 15,3 Prozent gestiegen.

Lewentz spricht von hoch mobilen Diebesbanden, gegen die er Anfang 2015 in den fünf Polizeipräsidien im Land eigene Ermittlungseinheiten eingerichtet habe. „Bis Anfang März 2016 haben die Arbeitsgruppen schon nahezu 80 Ermittlungskomplexe mit rund 1500 Straftaten erkannt. Dabei stehen 224 Tatverdächtige im Visier“, berichtet der Minister.

Die CDU-Opposition im Landtag kritisiert mit Blick auf Einbrüche: „Eine Steigerung um über 22 Prozent, also um mehr als ein Fünftel, ist kein Betriebsunfall, sondern offenbart eklatante Mängel in der von Innenminister Lewentz zu verantwortenden Sicherheitsarchitektur.

Zum islamistischen Terror sagte der Ressortchef: „Ich bin froh, dass wir aktuell keine Verbindungen der Anschläge von Frankreich und Belgien nach Rheinland-Pfalz ziehen können.“ Die sechs sogenannten ‚Gefährder‘, die im Bundesland wohnten, seien besonders im Fokus. Nach den blutigen Attentaten im März in Brüssel hätten die rheinland-pfälzischen Sicherheitsbehörden geschaut: „Sind die noch dort? Wie verhalten die sich?“ Nähere Details nennt Lewentz nicht.

Weitere Kerndaten der rheinland-pfälzischen Kriminalstatistik 2015 im Vergleich zum Vorjahr:

Tatverdächtige: 118.296 (+3,7 Prozent)

Gewaltkriminalität: 8.001 Fälle (-2,5 Prozent)

Wohnungseinbrüche: 7.125 (+22,4 Prozent)

Gesamtschaden Wohnungseinbrüche: 18.060.895 Euro (+18,5 Prozent)

Rechtsmotivierte Straftaten gegen Flüchtlingsheime: 29 (2014: 1)

Bei den Anschlägen auf die Flüchtlingsheime wurde glücklicherweise niemand verletzt. Die Brandanschläge seien jedoch oft schwer aufzuklären, berichtet der Minister. Als Beispiel nennt Lewentz die Entzündung des Flachdaches eines damals noch unbewohnten Flüchtlingsheims im pfälzischen Limburgerhof im Mai 2015 (WIR BERICHTETEN). Das Gebäude liegt am Rande der Gemeinde und könne mit einem nachts geschleuderten Brandsatz leicht angegriffen werden. Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt.

Geplantes Asylheim: Brandstiftung auf Dach

Schweigemarsch: Demo gegen Brandanschlag

>>> Brandanschlag auf geplantes Flüchtlingsheim – Ermittlungen eingestellt?

Die deutschlandweite Kriminalstatistik 2015 stellt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) laut Lewentz im Mai vor.

>>> Kriminalstatistik aus Mannheim

dpa/mk

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