1. Ludwigshafen24
  2. Ludwigshafen

Rathaus-Center Ludwigshafen: Tierwohl sichergestellt – Abriss kann beginnen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Josefine Lenz

Kommentare

Das Rathaus-Center in Ludwigshafen.
Das Rathaus-Center in Ludwigshafen. © LUDWIGSHAFEN24/Peter Kiefer

Ludwigshafen: Seit dem Jahreswechsel 2021/22 ist das Rathaus-Center in Ludwigshafen geschlossen und bereit für den Abriss. Auch artenschutzrechtlich steht dem nun nichts mehr im Wege.

Update vom 3. Februar 2022: Eine gesetzlich verpflichtende artenschutzrechtliche Vorprüfung ließ die Stadtverwaltung jüngst nun für Rückbau und Abriss des Rathaus-Centers erstellen. Eine solche Prüfung ist zwingend für alle Pläne, die Fortpflanzungs- und Ruhestätten erheblich beeinträchtigen oder den Erhaltungszustand von Tierpopulationen gefährden könnten. Dabei inspizierte ein Team von Expertinnen und Experten die Fassaden und darunterliegende Hohlräume.

Wie die Untersuchung nun zeigte, haben sich keine Tiere am beziehungsweise im Gebäudekomplex angesiedelt. Weder Fledermäuse noch Vögel oder Nager waren zu finden. Beim Rathaus-Turm war dieses Ergebnis wenig überraschend: Die spiegelglatte Fassade bietet kaum Nistmöglichkeiten. Auf den Vorsprüngen wären Nester oder Quartiere sehr windanfällig gewesen. Dass aber auch die Hohlräume der Mall-Fassade unbesiedelt waren, das überraschte, hätten sich hier doch zumindest kleine Tiere wohlfühlen können.

Parallel werden die Geschäftslokale und Räume im Inneren auf ihre Bestandteile untersucht. Die Ergebnisse aller Untersuchungen geben letztendlich Aufschluss darüber, wie beim Abbruch des Komplexes vorgegangen werden kann. Schon seit dem Jahreswechsel 2021/22 ist das Rathaus-Center in Ludwigshafen eigentlich geschlossen, die Vorarbeiten für den Abriss in vollem Gange. Trotz allem weigerte sich der Inhaber eines Schuhreparatur- und Schlüsseldienstes lange zeit beharrlich, seinen Laden aufzugeben und betrieb sein Geschäft in dem sonst leerstehenden Gebäude weiter.

Rathaus-Center vor Abriss: Stadtverwaltung LU zieht um – Termine nur eingeschränkt

Update vom 27. Dezember: Anlässlich der Schließung von Rathaus und dem kompletten Rathaus-Center zum Jahreswechsel erinnert die Stadtverwaltung die Bevölkerung daran, dass die dort bisher verfügbaren Dienstleistungen der Bürgerdienste mit Bürgerbüro, der Rentenstelle und Einbürgerung sowie des Standesamts in das ehemalige Kreissparkassen-Gebäude in der Bismarckstraße 21-25 umziehen. Mit dem Beginn des Jahres 2022 sind die Services an diesem neuen Standort eingerichtet. Wegen des Umzugs werden die Mitarbeiter*innen dieser Bereiche vom 27. bis 30. Dezember 2021 nur eingeschränkt erreichbar sein. Die Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Bereiche und Services behalten während und nach dem Umzug aber ihre Gültigkeit.

Der Zugang zu den Services und Dienstleistungen erfolgt dann über die Bismarckstraße 21. Die Bürgerdienste mit Bürgerbüro sind im Erdgeschoß, die Rentenstelle und Einbürgerung im ersten und das Standesamt im zweiten Obergeschoss untergebracht. Eine Rollstuhlrampe an der Hausnummer 21 ermöglicht den barrierefreien Zugang, ein Fahrstuhl am Eingang Bismarckstraße 23 Barrierefreiheit für die oberen Etagen. Termine können online gebucht werden.

Abriss Rathaus und Center: Vorbereitungen laufen – alles Infos zum Mega-Projekt

Erstmeldung vom 15. Dezember: Es ist eines der Großprojekte in Ludwigshafen: Der Abriss von Rathaus und Rathaus-Center. Noch vor 2022 beginnen die Vorbereitungen für die Arbeiten, die bis ins Jahr 2025 voraussichtlich andauern werden. Für die Bürger von Ludwigshafen kommen in den nächsten Jahren also einige Veränderungen zu. Alles zum Abriss, den Geschäften und Beschäftigten:

Ludwigshafen: Rathaus und Rathaus-Center – Wie der Gebäudekomplex abgerissen wird

Planmäßig starten bereits in den kommenden Wochen die Vorbereitungen zum Abriss von Rathaus und Rathaus-Center. 2022 stehen vorwiegend Arbeiten im Innenbereich an, 2023 werden Fassade und Betonkern zurückgebaut. Ende 2024 / Anfang 2025 soll der gesamte Gebäudekomplex abgerissen und das Baufeld für den Bau der Helmut-Kohl-Allee frei sein. Bevor es soweit ist, haben die Bauexpert*innen der Bauprojektgesellschaft Ludwigshafen(BPG) und der Stadtverwaltung noch einige Aufgaben zu Statik, Abbruchtechnik, Logistik, Lärm oder Umwelt zu bearbeiten.

Die Vorbereitungen für den Abriss des Rathauses beginnen
Die Vorbereitungen für den Abriss des Rathauses beginnen © Stadt Ludwigshafen

Grundlage der Planung ist eine Machbarkeitsstudie. Erste und wichtige Eckdaten liegen bereits vor. Hierbei hat ein Expert*innen-Team eine sondierende Schadstofferkundung vorgenommen und unter anderem die 14 verschiedenen Fassadentypen auf ihre Bestandteile untersucht. Außerdem wurde ein Abbruchkonzept erstellt, das die Statik, die Baulogistik und den Baugrund berücksichtigt. Mittels einer Probesanierung der Stockwerke 9 und 13 klärten die Expert*innen, wie beim Rückbau des Rathausturms vorgegangen werden muss. Bei dieser Probesanierung wurde je eine halbe Etage entkernt. Das heißt, die kompletten Innenbereiche der Stockwerke wurden zurückgebaut, nur die tragenden Wände sowie die Außenhülle blieben erhalten. 

Auch für den Rückbau der Fassade fanden die Expert*innen eine gute Lösung: Da eine Gerüstkonstruktion am kompletten Gebäude nicht angebracht werden kann, planen die Ingenieur*innen mit einer Hängeseilbühne, die auf dem Dach des Rathausturms verankert ist. Die komplette Auswertung der Machbarkeitsstudie mit Aussagen zu Kosten, Lärm sowie den Ergebnissen weiterer Schadstoffuntersuchungen im Bereich der Mall und des Parkhauses, die im ersten Quartal 2022 erfolgen, wird voraussichtlich im ersten Quartal 2022 vorliegen. 

Die ersten Wochen 2022 stehen nun aber zunächst im Zeichen der vorbereitenden Abrissarbeiten wie weiterer Schadstoff-erkundungen, Schadstoffanalysen und Baustoffproben. Ebenfalls bereits in den beiden ersten Quartalen 2022 werden Brücken von der Mall zum Parkhaus zurückgebaut. Ein Bauzaun wird das ganze Areal sichern. Große Zufahrten werden im Bereich Warenhof West und Ost eingerichtet und überwacht. Außerdem wird bereits jetzt der Gebäudekomplex von Medien befreit, also von der Strom- und Wasserleitung. Ein Versorgungssystem zur Unterhaltung der Baustelle wird außerhalb errichtet. 

Die Vorbereitungen für den Abriss des Rathauses beginnen
Die Vorbereitungen für den Abriss des Rathauses beginnen © Stadt Ludwigshafen

Vom zweiten bis vierten Quartal 2022 ist das Expert*innen-Team dann bereits mit ersten Rückbauarbeiten beschäftigt. Von Ebene 5 bis 15 wird das Gebäude entkernt. Teilweise beginnt bereits der Rückbau der Fassade. Um einen sehr großen Abwasserkanal zu schützen, der das Areal kreuzt, wird im Warenhof West eine Bodenplatte errichtet. Und auch das Freiräumen der Dächer schreitet weiter voran: Kies wird abgetragen. Außerdem werden die Brücken und Balkone am Hochhaus im Bereich Warenhof West rückgebaut.

Im Jahr 2023 werden dann erstmals auch außen Abrissarbeiten ganz deutlich sichtbar: Der große Rückbau der Turm-Fassade beginnt. Ende 2024 sollen, wenn alles planmäßig verläuft, die Arbeiten komplett abgeschlossen sein, sodass das Jahr 2025 für Restarbeiten und die Nacharbeit reserviert ist. Das Baufeld wird Anfang 2025 für die Hochstraße Nord frei. Im direkten Anschluss werden auf diesem Gelände zu Beginn des Jahres 2025 die südlichen Fahrbahnen der Helmut-Kohl-Allee errichtet, die ab dem 1. Januar 2026 nach der Fertigstellung der Hochstraße Süd, einen Großteil des Verkehres an der Baustelle der Hochstraße Nord vorbei leitet.

Das durch den Abriss von Rathaus und Rathaus-Center freiwerdende und unmittelbar an die Hochstraße Nord angrenzende Areal ermöglicht eine sanfte Verschwenkung der geplanten, ebenerdigen Stadtstraße – der Helmut-Kohl-Allee. Die Verschwenkung bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Bauzeiten könnten entzerrt und - als wesentliches Kriterium - Bauabläufe deutlich vereinfacht werden. In der Folge wird auch die Verkehrsbelastungen spürbar reduziert. Zudem kann diese Variante wirtschaftlicher gebaut werden, da bestimmte Kostenfaktoren durch die Entzerrung der Bauabläufe entfallen.

Rathausauszug: Services der Stadtverwaltung Ludwigshafen ab Januar an neuem Standort

Zum Jahreswechsel werden die städtischen Mitarbeitenden der Bürgerdienste mit Bürgerbüro, der Rentenstelle und Einbürgerung sowie des Standesamts in das ehemalige Kreissparkassen-Gebäude in der Bismarckstraße 21-25 umziehen.

Die Aussicht vom Rathaus in Ludwigshafen
Die Aussicht vom Rathaus in Ludwigshafen © Stadt Ludwigshafen

Die Räumlichkeiten wurden in den vergangenen Wochen nach den jeweiligen Bedarfen der Bereiche hergerichtet und Ende November der Stadt übergeben. Dem Umzug der Abteilungen steht daher nichts mehr im Wege. Wegen des Umzugs werden die Mitarbeiter*innen dieser Bereiche vom 27. bis 30. Dezember 2021 nur eingeschränkt erreichbar sein. Die Telefonnummern und E-Mail-Adressen der Bereiche und Services behalten während und nach dem Umzug ihre Gültigkeit. Ab Januar sind sie dann an neuem Standort eingerichtet. Termine können über die Online-Terminvereinbarung auf www.ludwigshafen.de gebucht werden. Der Zugang zu den Services und Dienstleistungen erfolgt über die Bismarckstraße 21. Die Bürgerdienste mit Bürgerbüro sind dann im Erdgeschoß, die Rentenstelle und Einbürgerung im ersten und das Standesamt im zweiten Obergeschoss untergebracht. Eine Rollstuhlrampe an der Hausnummer 21 ermöglicht den barrierefreien Zugang, ein Fahrstuhl am Eingang Bismarckstraße 23 Barrierefreiheit für die oberen Etagen. 

Mit dem Auszug der Verwaltung aus dem Rathaus-Turm ändert sich auch die städtische Postadresse. Die neue Postadresse der Stadtverwaltung lautet: Stadtverwaltung Ludwigshafen, Bismarckstraße 25, 67059 Ludwigshafen am Rhein. Die zentrale Poststelle mit Briefeinwurf wird in der Bismarckstraße 25 eingerichtet. Die bestehende Postfach-Adresse der Stadtverwaltung bleibt unverändert: Stadt Ludwigshafen am Rhein, Postfach 21 12 25, 67012 Ludwigshafen.

Ludwigshafen: Schließung von Rathaus und Center – neue Wegeführung für Fußgänger

Mit Schließung des Rathaus-Centers ist der Durchgang vom Hemshof zur Innenstadt und umgekehrt ab 1. Januar 2022 nicht mehr wie gewohnt möglich. Fußgänger*innen werden gebeten, einen anderen Weg zu gehen, so wie derzeit auch an Sonn- und Feiertagen oder in den Nachtstunden.

Dieser Weg führt um das Areal des Rathaus-Centers herum. Allgemein sollte man sich zukünftig Richtung Europaplatz orientieren. Von der Prinzregentenstraße kommend führt der Weg über den Carl-Wurster-Platz und die Denisstraße nach einer Querung der Hartmannstraße zum Europaplatz. Vom Europaplatz geht es über einen der beiden Zebrastreifen unter der Hochstraße Nord hindurch in die Havering-Allee. Dabei passieren die Fußgänger*innen zur Rechten den Parkplatz Jaegerstraße. Am Ende der Havering-Allee auf Höhe des Carl-Bosch-Gymnasiums gehen Fußgänger*innen dann links in die Jaegerstraße in Richtung Innenstadt. Durch die Jaegerstraße gelangt man zum Rathausplatz und in die Fußgängerzone in der Bismarckstraße. Fußgänger*innen, die von der Innenstadt in den Hemshof möchten, werden gebeten, diesen Weg auch zurückzunehmen. Für Radfahrer*innen, welche vom Hemshof in die Innenstadt möchten, ändert sich erst einmal nichts. Sie können weiterhin die Routen des Rheintalradwegs nutzen. Vom Unteren Rheinufer kommend geht es unter der Rheinuferstraße hindurch auf die Dessauerstraße. Radfahrer*innen unterqueren die Hochstraße Nord in Höhe Teichbecken Prinzregentenstraße. Von dort geht es Richtung Ludwigstraße. In entgegengesetzter.

Richtung kann der Weg entlang der Rheinuferstraße über die Rampe in Richtung Norden zur BASF genutzt werden. Die Route führt unter der Hochstraße Nord hindurch bis zum Hemshofkreisel. 

Einen Anlaufpunkt mit Informationen rund um die Baustelle für Anwohner*innen sowie Gewerbetreibende wird im Januar eingerichtet. Dann ist ein Mitarbeiter der Bauprojektgesellschaft (BPG) Ludwigshafen als Ansprechpartner vor Ort erreichbar.

Ludwigshafen: Abriss von Rathaus und Center – Geschäfte finden neues Zuhause in der Innenstadt

Welche Chancen Veränderungen bieten können, zeigt sich in der Ludwigshafener Innenstadt. Fünf Geschäfte, die von der Schließung des Rathaus-Centers am 31. Dezember 2021 betroffen sind, haben sich neu aufgestellt und mit Unterstützung der WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft Ludwigshafen am Rhein, kurz W.E.G. einen neuen Standort in der City gefunden.

Frühzeitig vor Schließung des Rathaus-Centers hat die Stadt Ludwigshafen die W.E.G. damit betreut, interessierten Geschäftsinhabern Hilfe bei der Suche nach neuen Geschäftsräumen anzubieten. „Unser Ziel war es, Hilfestellung zu geben und dadurch gleichzeitig einen Beitrag zur Belebung unserer Innenstadt zu leisten. Inzwischen zeigt sich, dass sich die Ludwigstraße als gute Handelslage neu etabliert“, erläutert Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck, die auch Aufsichtsratsvorsitzende der W.E.G. ist. MKR Reisen, Reformhaus Escher, Fotostudio Backofen, Tee Gschwender und Barbarino begrüßen dort nun ihre Kunden. Auch sind einige Geschäfte vom Rathaus-Center in die Rhein-Galerie umgezogen und bleiben dem Handelsstandort Ludwigshafen treu. 

„Die Geschäftsinhaber sind an ihrem neuen Standort in der Ludwigstraße gut angekommen und fühlen sich sehr wohl,“ gibt Klaus Dillinger, Geschäftsführer der W.E.G., seinen Eindruck wieder und sieht diesen als positiven Impuls für die Innenstadtentwicklung. „Gute Geschäfte sorgen für Belebung, binden Kaufkraft und befruchten sich gegenseitig.“ 

Die Ludwigstraße ist auch ein Schwerpunkt im Rahmen des Modellprojekts Innenstadt-Impulse, das sich auf die Achse Berliner Platz – Ludwigstraße – Ludwigsplatz sowie angrenzende Straßenzüge und Plätze konzentriert. Die Stadt hat dafür eine Zusage von 500.000 Euro Fördermittel aus dem Programm städtebauliche Erneuerung erhalten. Die LUKOM Ludwigshafener Kongress- und Marketing GmbH ist mit der Umsetzung betraut. (pm/jol)

Auch interessant

Kommentare