Muhammed H. zeigt Zivilcourage bei Feuer-Drama

ER riskierte sein Leben für einen Nachbarn!

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Muhammed H. (48) rettete den leblosen Mann aus der brennenden Wohnung

Der bissige Brandgeruch hängt noch in der Luft. Viele Fenster des Hauses sind geöffnet. MANNHEIM24 traf exklusiv den mutigen Muhammed H., der alles versuchte, um Brandopfer Knut M. (71) zu retten.

Bei einem nächtlichen Wohnungsbrand in Ludwigshafen-Rheingönheim starb der 71-jährige Knut M., 15 Menschen konnten sich in letzter Sekunde aus ihren Wohnungen retten, kamen mit dem Schrecken davon.

Das Drama kurz vor 2:30 Uhr nachts: Rauchmelder im Hausflur heulen auf, wecken die Bewohner. Eine Bewohnerin bemerkt beißenden Qualm im Flur des 2. Stocks. Auch Muhammed H. (48) springt aus seinem Bett, rennt noch im Schlafanzug raus. Sofort ist ihm klar: Der dicke, schwarze Rauch quillt aus der Einzimmerwohnung von Knut M.

Nach dem Notruf der Bewohnerin um 2:20 Uhr rasen Polizei, Rettungswagen und mehrere Feuerwehren zu dem Wohn- und Geschäftshaus im Gewerbegebiet "In der Mörschgewanne".

Inzwischen haben der kräftige Muhammed H. und ein weiterer Bewohner die Tür der brennenden Wohnung aufgebrochen. "Es war abgeschlossen, wir hatten keinen Schlüssel! Also habe ich mich mehrfach mit aller Kraft mit der Schulter gegen die Wohnungstür geworfen. Es war unglaublich heiß da drin!", schildert Muhammed H. exklusiv MANNHEIM24.

Den beiden Männern schlagen eine Hitzewelle und Rauch entgegen. Keine Luft zum Atmen! Ohne nachzudenken, schleppen die Helden den bewusstlosen Knut M. aus der brennenden Wohnung ins Treppenhaus. Gemeinsam leisten sie Erste Hilfe, versuchen verzweifelt, den alleinlebenden 71-jährigen Rentner zu reanimieren.

Polizisten tragen den Ohnmächtigen ins Freie, der eintreffende Notarzt übernimmt die Wiederbelebungsmaßnahmen, kann aber nach weiteren Versuchen nur noch den Tod des pensionierten Anwalts feststellen.

Rentner (71) stirbt bei Wohnungsbrand

Die 15 Hausbewohner haben sich bei strömendem Regen selbst ins Freie auf den Parkplatz in Sicherheit gebracht. Sie finden in einem Polizei-Bus Unterschlupf. Erst um 3:55 Uhr können die Evakuierten zurück in ihre Wohnungen - zum Glück unverletzt. Sie sind noch mal mit dem Schrecken davon gekommen.

Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf andere Wohnungen, Büros und Praxen verhindern. Eine Obduktion im Institut für Rechtsmedizin in Mainz soll die näheren Todesumstände klären.

Laut Brandermittlern der Kripo war das Feuer in der Küche ausgebrochen und auf das angrenzende Bett sowie Müll auf dem Fußboden übergriffen. Die genaue Brandursache steht jedoch noch nicht fest, wird morgen durch einen Brandgutachter vom Mainzer LKA untersucht. Schaden rund 10.000 Euro.

mk/pek

Quelle: Mannheim24

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