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Nach Messerattacke in Oggersheim: Stadt richtet Spendenkonto für Opfer und Angehörige ein

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Von: Peter Kiefer

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Ludwigshafen - Nach der Bluttat mit zwei Toten ist die Anteilnahme in der Bevölkerung groß. Die Stadt hat jetzt ein Spendenkonto für die Angehörigen eingerichtet:

Update vom 24. Oktober, 16:16 Uhr: Die Anteilnahme in der Bevölkerung nach der tödlichen Messerattacke in Oggersheim ist groß. Viele Menschen wollen die Hinterbliebenen der Opfer unterstützen. Bei der Stadtverwaltung seien zahlreiche Anfragen wegen eines Spendenkontos eingegangen, heißt es in einer Mitteilung vom Montag. Vor diesem Hintergrund habe Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck die Einrichtung eines solchen Kontos veranlasst. Unter der IBAN DE32 5455 0010 0193 9954 53 und mit der Bezeichnung Spendenkonto Oggersheim können ab sofort Spenden zugunsten der Angehörigen und Überlebenden überwiesen werden.

Messerattacke in Oggersheim: Über 1.000 Menschen bei Trauerzug ‒ Opfer (27) ohne Erinnerung

Update vom 23. Oktober, 18 Uhr: Die Stimmung beim Gedenkzug in Ludwigshafen ‒ eine Mischung aus Trauer, Fassungslosigkeit und Wut. LUDWIGSHAFEN24 fasst die Eindrücke vom Trauermarsch in Oggersheim hier zusammen.

Porträt des 20-jährigen Opfers
Der tragische Tod des 20-Jährigen löst die Menschen in Oggersheim völlig auf. Auch sein Vater ist beim Traueraufzug vor Ort – er lässt sich von den bestürzten Anwohnern in die Arme schließen. © LUDWIGSHAFEN24/Madlen Trefzer

Messerattacke in Oggersheim: 1.200 Menschen bei Trauerzug

Update vom 23. Oktober, 14:51 Uhr: Kurze Polizeibilanz zum Traueraufzug in Oggersheim: In der Spitze nahmen zwischen 1.000 und 1.200 Menschen an Trauermarsch und Gedenkminuten an den beiden Tatorten in der Philipp-Scheidemann-Straße und in der Comeniusstraße teil, teilt das Polizeipräsidium Rheinpfalz. Es kam zu keinen Störungen. Der Verkehr wurde zeitweise für den Gedenkmarsch gesperrt.

Messerattacke in Oggersheim: Angst und Wut bei Trauerzug ‒ Schwerverletzter (27) ohne Erinnerung

Update vom 23. Oktober, 14 Uhr: Über 500 Menschen nehmen am Trauerzug für die Opfer der Messerattacke vom Dienstag teil. In die Trauer über die unfassbare Tat mischt sich bei den Teilnehmern auch Wut und Angst. Eine Teilnehmerin, die anonym bleiben möchte, erzählt dieser Redaktion, sie habe jetzt Angst durch die Straßen zu gehen. Sie sei „froh“, dass gerade Schulferien sind ‒ ihre Kinder gehen nach der Schule immer regelmäßig zu Rossmann, um dort Pokemon-Karten zu kaufen, erzählt die Frau.

Vor Ort trifft LUDWIGSHAFEN24 auch auf die Schwester des dritten Opfers. Der 27-Jährige wurde in dem Drogeriemarkt angegriffen, liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Ihr Bruder könne sich an nichts erinnern, erzählt die Frau. Sie arbeite in der Nähe, habe umgehend von der Tat erfahren, als sie die Polizeisirenen gehört habe. Ihren Bruder will sie am Montag (24. Oktober) besuchen gehen.

Mehrere hundert Teilnehmer versammeln sich am Sonntag zum Trauerzug in Ludwigshafen-Oggersheim.
Mehrere hundert Teilnehmer versammeln sich am Sonntag zum Trauerzug in Oggersheim. © LUDWIGSHAFEN24/Madlen Trefzer

Nach Messerattacke: Trauerzug läuft jetzt durch Oggersheim ‒ Gedenkandacht am Dienstag

Update vom 23. Oktober, 10:42 Uhr: Fünf Tage nach den schrecklichen Ereignissen in Oggersheim wird ein Trauerzug zu den beiden Tatorten führen. Der Trauermarsch beginnt um 12:20 Uhr. Erwartet werden rund 1.000 Teilnehmer.

Trauerzug am Sonntag in Ludwigshafen-Oggersheim.
Trauerzug am Sonntag in Oggersheim. © Madlen Trefzer/LUDWIGSHAFEN24

Am Dienstag (25. Oktober) werden evangelische und katholische Kirche gemeinsam mit der Stadt Ludwigshafen eine Gedenkandacht durchführen. Die interreligiöse Feier findet um 12:30 Uhr in der Christ-König-Kirche (Hölderlinstraße 28) statt. Von 12:20 bis 12:30 Uhr ‒ also zur Tatzeit der Bluttat in Oggersheim ‒ werden die Kirchenglocken läuten. Ab 12:30 können Bürger zur Andacht mit kurzen Textimpulsen, Gebeten und Orgelmusik in die Kirche kommen. Es wird die Möglichkeit geben, Kerzen zu entzünden und die Notfallseelsorge hält sich für Gespräche bereit. Derzeit wird ein Spendenkonto für die Familien der Opfer eingerichtet. Ludwigshafens OB Jutta Steinruck steht in engem Kontakt mit den Angehörigen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Nach Messerattacke: Am Sonntag Trauerzug durch Oggersheim ‒ rund 1.000 Teilnehmer erwartet

Update vom 22. Oktober: In Ludwigshafen sitzt der Schock noch immer tief, nach der tödlichen Messerattacke vom Dienstag. Die Polizei muss derweil Gerüchten entgegenwirken, die zur der schrecklichen tat in Umlauf gebracht werden. Am Samstag (22. Oktober) wendet sich das Polizeipräsidium Rheinpfalz mit einer Meldung an die Bevölkerung: Gerüchte, nach denen der Tatverdächtige auf freiem Fuß oder aus dem Krankenhaus geflüchtet sei, sind falsch ‒ so die klare Ansage. Der 25-jährige Somalier befindet sich weiter unter Polizeibewachung im Krankenhaus. Sobald transportfähig, wird er zur U-Haft in ein Gefängnis gebracht.

Indessen bereitet man sich in Oggersheim auf den Trauerzug am Sonntag (23. Oktober) vor. Laut Polizei wurde der Marsch als Kundgebung angemeldet und wird privat organisiert. Um 12:20 Uhr soll es losgehen ‒ es ist die Uhrzeit, zu der am Dienstag die ersten Notrufe eingingen. Zu dem Trauermarsch, der zu beiden, rund 500 Meter von einander entfernt liegenden Tatorten führen soll, werden rund 1.000 Teilnehmer erwartet.

Nach Messerattacke: OB Steinruck legt Trauerkränze nieder – Trauerzug am Sonntag

Update vom 21. Oktober, 13:40 Uhr: Kerzen und Blumen gedenken in der Philipp-Scheidemann-Straße an die beiden Männer, die bei der Bluttat am Dienstag gestorben sind. Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck legt am Freitag zwei Kränze dazu. Mit den Trauergebinden, die in den Farben der Stadt gehalten wurden, drückt die Stadtverwaltung ihre Anteilnahme für die Verstorbenen und deren Angehörige aus.

Steinruck hat nach der Tat für alle Dienstgebäude und Schulen bis auf weiteres Trauerbeflaggung angeordnet. Sie ist außerdem mit Kirchenvertretern im Gespräch, um den Opfern in angemessener Weise zu gedenken. Das teilt die Stadt Ludwigshafen am Freitag mit.

OB Steinruck legt Trauergebinde in Oggersheim nieder
OB Steinruck legt Trauergebinde in Oggersheim nieder © Stadt Ludwigshafen

Tödliche Messerattacke in Ludwigshafen: Verdächtiger schweigt zu Vorwürfen

Erstmeldung vom 20. Oktober, 14 Uhr: Schock und Entsetzen sind in Ludwigshafen und weit über die Stadtgrenze hinaus noch immer riesengroß! Ein 25-jähriger Mann hat am Dienstagmittag (18. Oktober) gegen 12:20 Uhr in einem Wohngebiet in Oggersheim zwei unschuldige Handwerker (20/35) mit einem großen Küchenmesser brutal getötet, einen 27-Jährigen in einer Rossmann-Filiale schwer verletzt.

Erst durch den Einsatz seiner Dienstwaffe ist es einem Polizisten noch in dem Drogerie-Markt gelungen, den Angreifer durch vier Schüsse unschädlich zu machen und seine amokähnliche Bluttat zu beenden. Schwer verletzt ist er in eine Klinik eingeliefert worden.

Dem dringend verdächtigen Täter ist nach seiner Not-OP noch am Krankenbett sein Haftbefehl wegen zweifachen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung unterbreitet worden. Heißt: Sobald er die Klinik verlassen kann, wandert er in U-Haft. Der Beschuldigte ist noch immer nicht vernehmungsfähig, wie eine Polizei-Sprecherin am Donnerstagmorgen (20. Oktober) auf LUDWIGSHAFEN24-Anfrage mitgeteilt hat.

Messerangriff
Ein Strauß mit ein paar Nelken steckt in einer Umzäunung am Rande eines der Tatorte. © Frank Rumpenhorst/dpa

Beziehungsstreit womöglich Auslöser für Messerattacken in Oggersheim

Wie Frankenthals Oberstaatsanwalt Dr. Kai Hempelmann gegenüber LUDWIGSHAFEN24 erklärt hat, äußere sich der Verdächtige bislang nicht zu der ihm vorgeworfenen Tat. Der 25-jährige Somalier sei im Jahr 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen und wohnt in Neustadt/Weinstraße in einer Unterkunft.

Zuletzt soll er seine ehemalige Lebensgefährtin gestalkt haben, weshalb die Frau mehrfach die Polizei verständigt hat. Ob der jetzigen Bluttat ein Beziehungsstreit vorausgegangen ist, sei noch Bestand der Ermittlungen. Die beiden Kinder, die er laut Medienberichten unbedingt sehen wollte, seien jedoch nicht seine leiblichen Kinder, so Oberstaatsanwalt Dr. Hempelmann. Besonders schockierend: Nachdem der Angreifer den 20-jährigen Mann erstochen hat, trennt er einen Arm ab und wirft diesen auf den Balkon der Ex-Freundin.

Der Hinweis auf den Trauerzug zum Gedenken an die Opfer der Messerattacke in LU-Oggersheim.
Der Hinweis auf den Trauerzug zum Gedenken an die Opfer der Messerattacke in LU-Oggersheim. © Screenshot Facebook: Oggersheim online

Nach Bluttat in Oggersheim – Trauerzug am 23. Oktober zu den Tatorten

Der geplante Trauerzug soll am Sonntag (23. Oktober) um 12:20 Uhr stattfinden – dem Zeitpunkt der Bluttat. Treffpunkt ist in der Philipp-Scheidemann-Straße, von wo aus dann zur Rossmann-Filiale gelaufen werden soll.

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An beiden Tatorten wird jeweils eine Schweigeminute im Gedenken an die Opfer eingelegt. (pek)

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