Anklage gegen mutmaßlichen Drahtzieher

Spur des Bombenbauers (13) führt zu IS-Anhänger aus Wien

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Der Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen. (Archivbild) 

Ludwigshafen/Wien - Ein Junge aus Ludwigshafen scheitert im November 2016 bei einem Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt. Nun steht in Wien der mutmaßliche Drahtzieher vor Gericht:

Am 26. November 2016 betrat ein damals 12-jähriger Deutsch-Iraker den Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen mit dem Ziel, eine selbst gebaute Nagelbombe zu zünden. Glücklicherweise ging die Bombe nicht hoch. Am 5. Dezember 2016 versucht er es noch einmal – dieses Mal am Rathauscenter

Schnell wurde bei den Ermittlungen klar, dass der Junge „stark religiös radikalisiert“ ist. Womöglich steckte sogar ein Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hinter der negativen Entwicklung des damals 12-Jährigen. 

Mutmaßlicher Drahtzieher gefasst

Nach Informationen derWiener Zeitung hat nun die Staatsanwaltschaft Wien Anklage gegen einen 18-Jährigen erhoben, der unter Terrorverdacht steht. Er soll regen Kontakt zu dem 13-jährigen Bombenbauer aus Ludwigshafen gehabt und ihn womöglich sogar zu seiner Tat angestiftet haben.

Der Mann ist am 20. Januar 2017 verhaftet worden. Ihm werden unter anderem Anstiftung zum Mord, Anleitung zur Begehung einer terroristischen Straftat und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. 

Der Verdächtige leugnet bisher alles außer seiner Mitgliedschaft beim „IS“. Bekannt ist, dass der junge Albaner in Österreich aufgewachsen ist. Seine Eltern haben die österreichische Staatsbürgerschaft und sind Atheisten. 

Die Radikalisierung des 18-Jährigen 

Erst im Gefängnis, wo er bereits zuvor wegen schweren Raubes 29 Monate Haft verbracht hatte, konvertierte er zum Islam. Nach der Haft besuchte er regelmäßig Moscheen. Vor allem der radikale Prediger Mirsad O. alias „Ebu Tejma“ soll ihn stark beeinflusst haben. 

Im Dezember 2016 plante er mit seiner deutschen Frau, die er nach islamischem Recht geheiratet hatte, einen Selbstmordschlag in Deutschland. Er kam allerdings nur bis Aachen, wo er vorübergehend festgenommen und zurück nach Österreich gebracht wurde. Daraufhin kam er in Wien in U-Haft.

Anschlag in Ludwigshafen geplant

In der 55 Seiten langen Anklageschrift finde sich nach Informationen der Wiener Zeitung auch der Punkt, dass er seit Sommer 2016 dem damals 12-jährigen Tatverdächtigen aus Ludwigshafen über WhatsApp geschrieben haben soll. 

In den Nachrichten schickt er pdf-Dateien, in denen er sich als „Terroristen Chefkoch“ bezeichnet. 

Die beiden sollen regelmäßig Kontakt gehabt und sich ausgetauscht haben. So soll er den damals 12-Jährigen auch angewiesen haben, einen Anschlag auf den Ludwigshafener Weihnachtsmarkt zu verüben. 

Kurz vor dem Anschlag habe der 18-Jährige dann noch geschrieben: Zieh 'ne fette Jacke an... Dann geh hinter eine Hütte und zünde an und lauf vor“.

Prozess-Auftakt im Frühjahr

Im Frühjahr soll der Prozess gegen den 18-jährigen mutmaßlichen Drahtzieher beginnen. Falls er schuldig gesprochen wird, drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft!

Mehr zum Anschlag in Ludwigshafen:

>>> So wurde ein Salafist Betreuer des Bombenbauers (13)

>>> Terrorverdächtiger (13) muss in geschlossene Jugendeinrichtung

dh

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