Lebensmittel und ein offenes Ohr 

Hilfe für Bedürftige – ein Tag bei der Ludwigshafener Tafel

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Antonia Timmerhues (66) ist seit stolzen 10 Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Ludwigshafener Tafel.

Ludwigshafen-West – Es ist eine wichtige Anlaufstelle für Bedürftige, die oft nicht wissen, wie sie an Essen kommen. Einen Tag lang begleiten wir die Helfer der Ludwigshafener Tafel.

Von frischem Obst, Backwaren, Milchprodukten, Gemüse bis hin zu Babynahrung – die Ludwigshafener Tafel versorgt seit stolzen zehn Jahren wöchentlich bis zu 800 hilfsbedürftige Menschen und Bedarfsgemeinschaften mit Lebensmitteln. 

LUDWIGSHAFEN24 hat das fleißige Team einen Tag lang bei der Arbeit begleitet und kräftig mitangepackt:

Schon um 8 Uhr morgens geht es bei der Tafel in der Bayreuther Straße 35 munter und fröhlich zu, die Vorbereitungen für den Tag laufen bereits auf Hochtouren. Alles läuft routiniert ab – nach einem gemeinsamen, stärkenden Frühstück, ziehen die Fahrer gegen 9 Uhr auf ‚Beutetour‘ los.

Hinter den Kulissen der Ludwigshafener Tafel 

Mit drei Transportern fahren die ehrenamtlichen Mitarbeiter zu Supermärkten, Landwirten und Bäckereien und hoffen auf reichlich Lebensmittelspenden. Diese Lebensmittel sind überschüssige Ware, die kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen – also absolut bedenkenlos verzehrt werden können. 

Ein gut gefüllter Laster erfreut alle Ehrenamtlichen. 

An diesem Tag ist die Lieferung besonders erfreulich: Viele Erdbeeren, kistenweise Gemüse, Säcke voller Brot und süße Backwaren – sogar Lachs entdecken wir. 

„Das ist leider nicht immer der Fall, dass es so viel ist. An manchen Tagen ist die Menge schon sehr begrenzt. Da muss man alles einteilen und managen, obwohl man den Menschen gerne viel geben würde“, erzählt Tafel-Teamleiterin Ulrike Oswald.

Sie selbst geht – seitdem sie bei der Tafel arbeitet – viel bewusster mit abgelaufenen Produkten um.

„Bei mir landet nichts mehr so schnell im Mülleimer“, verrät sie uns. Ein schlechtes Gewissen holt uns ein, als wir kurz mit den Gedanken an den heimischen Müll abschweifen. So Vieles wird unbedacht einfach weggeworfen.

Bevor täglich um 12 Uhr die Essenausgabe beginnt, werden alle gelieferten Lebensmittel fein säuberlich aussortiert. Kein einziges faules Salatblatt darf sich in die Ausgabe verirren. 

„Wir geben den Menschen nur das, was wir auch selbst essen würden“, betont Oswald.  

Besonders bei Obst muss gut aussortiert werden. 

Ausgerüstet mit Handschuhen und Schürze geht es los: Leider sind auch viele stark verfaulte Sachen dabei, die natürlich nicht an die Bedürftigen weitergegeben werden. 

„Das ist leider ein kleines Problem. Es sind zwar Spenden, aber manche Märkte schmeißen zum Beispiel völlig faule Wassermelonen dazu – ist eben eine kostenlose Entsorgung“, so Antonia Timmerhues (66), die seit Eröffnung vor zehn Jahren mit Herzblut dabei ist. 

Es ist 12 Uhr – binnen Minuten ist der Raum voll. Die Hilfsbedürftigen können nun für 1,50 Euro einen ganzen „Wocheneinkauf“ tätigen. 

Ob Familien mit Kindern, Paare oder Einzelpersonen – hier treffen zahlreiche, individuelle Schicksale zusammen. 

Klar ist: Die Zahl der „Kunden“ steigt von Jahr zu Jahr. Die Ludwigshafener Tafel ist nicht mehr wegzudenken. 

„Natürlich kennen wir nicht jedes einzelne Schicksal, manchen Leuten sieht man es auch gar nicht so an, wie schlecht es ihnen geht. Doch wir haben immer ein offenes Ohr. Es ist wichtig, für die Menschen da zu sein“, erzählt uns Koordinatorin Stephanie Zimmer (51).

Das Team verteilt an diesem Tag nicht nur Essen, sondern auch viel gute Laune. Doch leider bemerken wir auch, dass das Engagement der Mitarbeiter viel zu häufig nicht einmal mit einem „Danke“ belohnt wird.

Andererseits gibt es natürlich auch diejenigen, die sehr dankbar sind und das auch zum Ausdruck bringen.  

Bis zur Schließung um 13:30 Uhr (sonntags geschlossen) sind die Regale ratzeputz leer – und das Team ist zufrieden. Auch wir verspüren ein gutes Gefühl, den Menschen geholfen zu haben. 

Wer bekommt was?

Alle, die ihre Bedürftigkeit per Einkommensnachweis im Original (z.B. Hartz IV-Bescheid, Rentenbescheid, etc.) vorlegen, können 14-tägig Lebensmittel beziehen. 

Mitzubringen sind der Tafel- und Personalausweis, sowie Transport- und Verpackungsmaterial. Die Lebensmittel werden je nach Familiengröße in Abhängigkeit vom jeweiligen Warenangebot ausgegeben.

Ob eine Legitimation vorliegt, wird montags bis donnerstags (9:30 bis 11 Uhr) bei der Tafel überprüft. 

Möchtest du auch ein Teil des Teams werden? 

Das Team freut sich immer über neue helfende Hände – zurzeit werden besonders motivierte, ehrenamtliche Fahrer gebraucht, die auch den Fahrdienst organisieren können. 

Weiter Infos findest du unter: www.ludwigshafener-tafel.de.

nis

Fotos: Schwerer Unfall in Wittelsbacher Straße

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