Ruhestandswelle bis 2030

Zu viele Alte, zu wenige Junge! BASF mangelt es an Azubis

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BASF sucht Azubis

Ludwigshafen - In den nächsten zwanzig Jahren wird rund die Hälfte aller Produktionsmitarbeiter bei der BASF in Ruhestand gehen. Das Unternehmen sucht deshalb dringend Auszubildende:

Dem Chemie-Riesen stehen schwierige Zeiten bevor. Denn zwischen 2020 und 2030 werden durchschnittlich 1.000 Mitarbeiter pro Jahr (!) die BASF verlassen. Kürzlich sind es noch unter 100 gewesen. 

Mit der Ruhestandswelle fordert Betriebsratchef Sinischa Horvat mehr Azubis für das Werk in Ludwigshafen. Am Freitag (12. Januar) weist Horvat darauf hin, dass in den kommenden Jahren die geburtenstarken Jahrgänge ausscheiden werden. Die Plätze, die dann in Zukunft frei werden, „müssen befüllt werden“, so der Betriebratchef. „Ein Kanal sind die Auszubildenden.“ Aber auch Mitarbeiter von externen Arbeitsmarkt würden in Frage kommen. 

Digitalisierung streicht und erschafft gleichzeitig Arbeitsplätze

Horvat weist außerdem die frühere Einschätzung von Michael Heinz, Arbeitsdirektor, zurück. Heinz meinte, dass wegen der Digitalisierung bis zu 50 Prozent der freiwerden Stellen gar nicht mehr besetzt werden müssten. Eine BASF-Sprecherin sagt, die Ausbildung des Chemieunternehmens orientiere sich immer am Bedarf, auch weil man den Auszubildenden eine Perspektive bieten wolle. Die Kalkulation erfolge jedes Jahr aufs Neue.

Die Sprecherin erklärt, dass die Digitalisierung zu mehr Effizienz führen werde und dies könne Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze haben. Konkret beziffern könne man dies aber nicht, man arbeite deshalb mit Szenarien. „Ein Szenario ist, dass wir bis zu 50 Prozent der altersbedingten Abgänge am Standort Ludwigshafen nicht nachbesetzen werden." Zugleich entstünden aber neue Berufsbilder, etwa Datenwissenschaftler oder Mathematiker. Außerdem sei beabsichtigt, mit der Digitalisierung die Wettbewerbsfähigkeit des Werks zu stärken.

dpa/jol

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