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Ludwigshafen: Bunker bei Auktion versteigert – zu diesem Hammer-Preis!

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Von: Peter Kiefer

Dieser Hochbunker in Ludwigshafen-Oggersheim wird vom Berliner Auktionshaus Karhausen versteigert.
Dieser Hochbunker in Ludwigshafen-Oggersheim wird vom Berliner Auktionshaus Karhausen versteigert. © Auktionshaus Karhausen

Ludwigshafen – Eine ungewöhnliche Immobilie ist am 25. Juni im Auktionshaus Karhausen versteigert worden – ein Hochbunker im Stadtteil Oggersheim. Zu diesem Preis ging er weg:

Update vom 28. Juni, 6:59 Uhr: Zum Ersten, zum Zweiten uuuuuund zum Dritten... Hammer! Der Hochbunker der Deutschen Bahn am Bahnhof Oggersheim hat am Freitag (25. Juni) den Besitzer gewechselt. Bei der mit Spannung erwarteten Versteigerung im Auktionshaus Karhausen in Berlin hat die Immobilie mit einem Startgebot von 17.500 Euro eine wahre Bieter-Schlacht ausgelöst. Und das dank bereits im Vorfeld eingereichter Telefon- und Onlinegebote bereits vor Beginn der eigentlichen Auktion. Den Zuschlag hat schließlich ein anonymer Bieter für satte 50.000 Euro erhalten! Ob dies angesichts der erwartet hohen bis sehr hohen Renovierungs- und Umbaukosten ein echtes Schnäppchen ist? Hoffentlich beißt sich der Käufer an den bis zu zwei Meter dicken Stahlbetonwänden nicht (finanziell) die Zähne aus.

Ludwigshafen: 17.500 Euro Startpreis – Hochbunker unter dem Hammer

Update vom 22. Juni, 14:28 Uhr: Wie das durchführende Auktionshaus Karhausen mitteilt, können Interessenten noch bis 23. Juni um 18 Uhr ihre Anträge für Telefon- und Onlinegebote sowie schriftliche Bietungsaufträge einreichen. Oder wer gerade in der Nähe, kann natürlich am 25. Juni (ab 12 Uhr) live bei der Auktion in Berlin, Auditorium Friedrichstraße 180 dabei sein. Neben dem vollständig ausgefüllten Antragsformular Gebotsabgabe benötigt das Auktionshaus auch die aktuellen Bonitäts- und Identifikationsnachweise.

Ludwigshafen: Der Hammer! Bunker wird versteigert – das ist das Mindestgebot

Erstmeldung vom 21. Juni: Der auffällige Betonklotz thront am Bahnhof in Ludwigshafen-Oggersheim. Seit Jahren sind die Luftschutzräume in der Prälat-Caire-Straße 22 verwaist, die vor Jahrzehnten nicht nur Angestellten der Deutschen Reichsbahn, sondern auch der Bevölkerung sicheren Unterschlupf vor Luftangriffen geboten haben. Jetzt ist der fünfgeschossige Bau käuflich zu erwerben. Denn das renommierte Berliner Auktionshaus Karhausen versteigert das Objekt am 25. Juni (ab 12 Uhr), weil die Deutsche Bahn als Besitzerin längst schlichtweg keine Verwendung mehr für den Bunker hat. Mindestpreis für den Koloss: 17.500 Euro.

StadtteilLudwigshafen-Oggersheim
Fläche11,38 km²
Einwohnerzahl23.346 (Stand: 2011)
Bevölkerungsdichte2.051 Einwohner/km²
OberbürgermeisterinJutta Steinruck (SPD)

Die Auktion des sogar unterkellerten Hochbunkers in Oggersheim ist jedoch keine Seltenheit. Bereits im März 2016 hat das gleiche Auktionshaus gleich zwei Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg im Angebot gehabt, als unweit des Rathaus-Centers in Mitte zwei Bunker unter den Hammer gekommen sind. Letztendlich einen Käufer hat zumindest der Bunker zwischen Ludwigsplatz und Bismarckstraße gefunden – für 29.100 Euro, wie LUDWIGSHAFEN24 berichtete.

Ludwigshafen: Spannende Fakten zum Hochbunker am Bahnhof Oggersheim

Der Hochbunker ist in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz als Baudenkmal eingetragen. Er ist einer von insgesamt 46 Stück im Ludwigshafener Stadtgebiet. Was - außer dem geltenden Denkmalschutz mit entsprechenden Auflagen - den Einbau von Fenstern deutlich erschweren und sehr teuer machen würde, sind die teil zwei Meter dicken Stahlbetonwände und die oberste Geschossdecke.

Die für potenzielle Käufer interessanten Fakten:

Baujahr1942
Entfestigtnein
Nutzfläche256,11 m²
Keller36,55 m²
Grundstück140 m²
Anzahl Räume8
Anzahl WCs6

Wer den Bunker ersteigert, wird laut Objekt-Beschreibung ein „zentrales Treppenhaus, einfache und zweckgebundene Ausstattung“ sowie „vereinzelt alte Einrichtungsgegenstände“ im Inneren vorfinden. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte sind zudem „Feuchtigkeitsschäden, Salpeterausblühungen,Verunreinigungen und tierischer Befall“ festgestellt worden. Sprich: Der vermutlich im Jahr 1942 gebaute Bunker steht zwar gut da, befindet sich jedoch in einem „sanierungsbedürftigen Zustand“.

Ludwigshafen: Vor Auktion großes Interesse an denkmalgeschütztem Bunker

Dennoch scheint das Interesse potenzieller Kunden geweckt. „Die Nachfrage ist groß. Wir haben bereits jetzt mehr als 200 Anfragen“, so Matthias Knake, Chef der Karhausen AG, gegenüber dem Mannheimer Morgen. Allein bei einen Besichtigungstermin hätten mehr als 30 Personen teilgenommen. Dies könnte das Mindestgebot von 17.500 schnell verdoppeln oder gar vervielfachen, wenn sich Bieter ein Duell liefern und sich gegenseitig hochjubeln sollten.

Was letztendlich mal aus dem Bunker wird? Ob authentisches Weltkriegs-Museum, Probenräume für Bands, die darin so richtig aufdrehen können, Lagerräume ein Erlebnisangebot wie Laser Tag – aus der Erfahrung des Profi-Auktionators ist so ziemlich alles denkbar. Dagegen sei der Umbau zur gewerblichen Nutzung oder gar Wohnungen sehr kostspielig.

Völlig freie Hand hat der künftige Besitzer übrigens dann doch nicht: Da das Grundstück derzeit bahngewidmet und noch nicht von den Bahnbetriebszwecken freigestellt ist, gelten dort die Bedingungen der Bahn, die in der notariellen Bezugsurkunde enthalten sind. Heißt: Es sind etwa Dinge wie Immissionen (Lärm, Schmutz, Strahlung) und Grenzbebauungen zu dulden. Wir sind jedenfalls gespannt, bei welcher Summer der Hammer fällt und werden es berichten! (pek)

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