Ammoniak eingeatmet

Unfall bei BASF: 2 externe Mitarbeiter beim Notarzt

Bei der BASF ereignet sich am Freitag ein Arbeitsunfall (Symbolfoto).
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Bei der BASF ereignet sich am Freitag ein Arbeitsunfall (Symbolfoto).

Ludwigshafen - Am Freitag ereignet sich ein Arbeitsunfall bei der BASF. Zwei Mitarbeiter einer externen Firma müssen sofort zum Arzt:

Am Freitag (7. Juni) kommt es gegen 13 Uhr in einer Anlage im Werksteil Nord der BASF in Ludwigshafen zu einem Arbeitsunfall. Bei Instandhaltungsarbeiten an einer Kühlanlage tritt kurzzeitigen flüssiges Ammoniak aus.

Zwei Mitarbeiter einer Fremdfirma inhalieren die Produktdämpfe. Nach medizinischer Erstversorgung durch einen Notarzt der BASF vor Ort wird eine Person in eine der umliegenden Kliniken gebracht und dort vorsorglich zur Beobachtung stationär aufgenommen. Die zweite Person wird in der BASF-Ambulanz untersucht und kann unmittelbar beschwerdefrei entlassen werden. Die zuständigen Behörden sind informiert. 

Ammoniak flüssig ist im Sicherheitsdatenblatt wie folgt gekennzeichnet: 

  • Enthält Gas unter Druck; kann bei Erwärmung explodieren. 
  • Entzündbares Gas. 
  • Giftig beim Einatmen. 
  • Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. 
  • Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung. 
  • Sehr giftig für Wasserorganismen.

Ende Dezember wird ein Mitarbeiter der BASF bei einem Arbeitsunfall verletzt. Er zieht sich Verbrennungen zu und muss ins Krankenhaus. 

Am 5. Februar startete der BASF-Prozess am Landgericht Frankenthal. Im April äußert sich der Angeklagte Andrija K. (63) erstmals zum BASF-Unglück. Ein Ende des Prozesses ist nun in Sicht. Ende Januar 2020 kommt es schon wieder zu Störungen im Betriebsablauf bei der BASF: Mitten in der Nacht sind plötzlich laute Knallgeräusche in Ludwigshafen, Frankenthal und Mannheim zu hören. Erste Hinweise deuten auf einen technischen Defekt – gab es einen Unfall beim Chemie-Riesen? Doch die BASF ist nicht der einzige Chemiefabrikant der Region, bei dem Störungen im Betriebsablauf zu schlimmen Unfällen führen. Mitte Januar 2020 kommt es bei Almatis, die ebenfalls in Ludwigshafen ansässig sind, zu einer Explosion auf dem Firmengelände. Glücklicherweise kommen bei der Explosion keine Personen zu Schaden. Almatis stellt Spezialaluminiumoxid her, was in der Stahlhärtung und beim Feuerschutz benötigt wird. Bei der Herstellung des Aluminiumoxids wird Schweröl benötigt, was sich bei der Explosion ebenfalls entzündet hat und die Löscharbeiten erheblich erschwerte.

Auch interessant bei der BASF: Seit 2018 hat das BASF-Management ein neues Sparprogramm gestartet, mit dem das Unternehmen ab Ende 2021 zwei Milliarden Euro zum operativen Gewinn beisteuern will. Dafür werden in der Verwaltung Kosten in Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung eingespart.

pm/jol

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