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Ludwigshafen: Stadtrat schmettert Rathaus-Plan ab – OB Steinruck erschüttert

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Von: Peter Kiefer

Die Stadt Ludwigshafen sucht dringend einen zentralen Stadtort für das neue Rathaus. (Archiv)
Die Stadt Ludwigshafen sucht dringend einen zentralen Stadtort für das neue Rathaus. (Archiv) © LUDWIGSHAFEN24/Peter Kiefer

Ludwigshafen - Was für eine Klatsche für OB Jutta Steinruck (SPD), die sich für den Berliner Platz als künftigen Rathaus-Standort stark gemacht hat. Das ist passiert:

Update vom 4. Mai, 7:49 Uhr: „Ich bin erschüttert und sehr enttäuscht!“ Der finale Kommentar, mit dem rheinpfalz.de die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) am Ende der Stadtratssitzung am Montagabend (3. Mai) zitiert, sagt alles über die mehrstündige Diskussion zuvor. Denn speziell die CDU hat die Idee im Stadtrat abgebügelt, den Sitz der Stadtverwaltung im künftigen „Metropol“-Komplex am Berliner Platz anzusiedeln. Dabei hat Steinruck lediglich für ein Go bezüglich weiterer Sondierungsgespräche mit dem Investor Timon Bauregie geworben. Doch die sind nun geplatzt! Somit wird sich die Stadt nicht in eines der beiden Hochhäuser einmieten und will bis Sommer nach einem alternativen Stadtort Ausschau halten. Der Abriss des derzeitigen Verwaltungssitzes, dem Rathaus-Center, soll Ende 2025 beginnen.

Argumente der Gegner des Berliner Platzes sind etwa eine bislang fehlende Planung bezüglich des Raumbedarfs sowie das seit dem Abriss der „Tortenschachtel“ vor mittlerweile sechs Jahren schleppend vorangehende „Metropol“-Bauprojekt. Timon Bauregie will laut eigenen Angaben am 8. Mai mit dem Bau des zweiteiligen Gebäudekomplexes beginnen, wie „Die Rheinpfalz“ berichtet.

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Erstmeldung vom 20. April: Klar ist: Das alte Rathaus der Stadt Ludwigshafen muss weg, ein neues an anderem Stadtort her! Doch wohin damit? Derzeit sitzt die Stadtverwaltung mit im deutlich in die Jahre gekommenen Rathaus-Center, das abgerissen werden soll. Jetzt hat Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (58, SPD) eine brachliegende Fläche mitten in der Innenstadt ins Spiel gebracht: den Berliner Platz!

StadtLudwigshafen am Rhein
BundeslandRheinland-Pfalz
Fläche77,55 km²
Einwohnerzahl172.253 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterinJutta Steinruck (SPD)

Das ist das Ergebnis von ersten Sondierungsgesprächen im Rahmen des Projektes Rathaus, die OB Steinruck mit Timon Bauregie als Projektentwickler für das geplante Metropol-Hochhaus am Berliner Platz vergangene Woche geführt hat. Darüber hat Steinruck am Montag (19. April) den Bau- und Grundstücksausschuss informiert. Jutta Steinruck möchte damit eine Diskussion mit den Fraktionen im Stadtrat anstoßen, um im Interesse der Bürger*innen und Mitarbeiter*innen Planungssicherheit und eine Perspektive zu schaffen.

Klar sei aber auch, dass alle Seiten noch einige Aufgaben zu bearbeiten und Fragen zu beantworten hätten. Anlass der Sondierungsgespräche war, dass aus Gesprächen mit den Fraktionen sich eine Präferenz für den Berliner Platz als Rathaus-Standort zeigte. Daran hat OB Steinruck angeknüpft. Somit könnte das neue Rathaus künftig dort stehen, wo jahrzehntelang die legendäre „Tortenschachtel“ bis zu ihrem spektakulären Abriss gestanden hat.

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Aufgrund der aktuellen Entwicklungen war es mir wichtig, zeitnah und transparent die politischen Gremien und die Öffentlichkeit zu informieren. Wir stehen am Anfang eines Prozesses, aber wir haben gute Startbedingungen, wenn wir nun konzentriert, sachorientiert und mit Unterstützung der Fraktionen weiterarbeiten können. Dafür möchten wir den Rat um ein Mandat bitten. Ich möchte allen Fraktionen selbstverständlich die notwendige Überlegens- und Diskussionszeit in Gremien geben und mache den Vorschlag, die weitere Diskussion auf die Tagesordnung des Stadtrats am 3. Mai zu setzen“, erläutert die Oberbürgermeisterin.

Die legendäre 'Tortenschachtel' am Berliner Platz vor und nach dem Abriss.
Die legendäre ‚Tortenschachtel‘ am Berliner Platz vor dem Abriss. (Archiv) © LUDWIGSHAFEN24/Peter Kiefer

Aus den Gesprächsrunden mit den Fraktionsvorsitzenden rund um das Thema Rathaus hatte die OB Rahmenbedingungen und Kriterien für weitere Sondierungen abgeleitet. Dazu gehört, so Steinruck, dass die meisten Fraktionen einen Standort rund um den Berliner Platz bevorzugen und dies teilweise auch schon öffentlich geäußert haben.

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Weitere Standortkriterien seien die gute verkehrliche Anbindung und die Nähe zum ÖPNV, aber auch die Einrichtung einer „guten Adresse“ für das neue Rathaus. Auch die Innenstadtentwicklung spielt dabei eine Rolle, denn ein Rathaus mit all seinen Besucher*innen und Mitarbeiter*innen bietet, so die OB, eine große Chance zur Belebung unserer Innenstadt. „Wenn wir hier nun anknüpfen, können wir einen wesentlichen Beitrag dafür leisten a. den Stillstand am Berliner Platz zu beenden und b. diesen Bereich unserer südlichen City deutlich aufzuwerten“, unterstreicht Steinruck. 

Die legendäre 'Tortenschachtel' am Berliner Platz vor und nach dem Abriss.
Der Berliner Platz mitten in Ludwigshafen nach dem Abriss der ‚Tortenschachtel‘. (Archiv) © LUDWIGSHAFEN24/Peter Kiefer

Zudem sei sowohl aus Sicht der Bürger*innen als auch der Mitarbeiter*innen in absehbarer Zeit Klarheit über die Zukunft des Rathauses geboten: „Bürger*innen haben ein Anrecht auf gut erreichbare und gut strukturierte Dienstleistungen und Services. Sie wollen nicht von A nach B laufen, sondern wollen ihre Anliegen zentral und kundenfreundlich bearbeitet wissen. Für uns als Verwaltung wäre ebenso eine Perspektive geschaffen und wir hätten ein Ziel mit einem modernen, bürger- und mitarbeiterfreundlichen Verwaltungsgebäude vor Augen“. 

So soll der „Metropol“-Neubau anstelle der Tortenschachtel aussehen.
So hätte der einst geplante „Metropol“-Neubau anstelle der Tortenschachtel aussehen sollen. © Timon Bauregie GmbH & Co. KG

Angesichts dieser Initiative betont die OB, dass sowohl von Seiten der Stadtverwaltung als auch von Seiten der Timon Bauregie noch viele Fragen geklärt werden müssten, sollte der Stadtrat am 3. Mai die Verwaltung beauftragen, diese Option weiter zu verfolgen. „Auch wenn diese Information und dieser Vorschlag kurzfristig kommen, sind sie doch nicht unvermittelt. Denn wir diskutieren nun bereits seit vielen Monaten – wenn nicht Jahren – über die Zukunft des Rathauses. Ich denke, jede*r hatte Gelegenheit, sich eine Meinung zu bilden und Präferenzen für sich zu identifizieren. Insofern bitte ich die politischen Gremien um eine konstruktive Diskussion und Entscheidungsfindung zugunsten unserer Bürger*innen und der Mitarbeiter*innen der Verwaltung“, so die Oberbürgermeisterin. (PM/pek)

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