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Ludwigshafen: Sonder-Impfaktion in Oggersheim gefloppt – Viel weniger Impflinge als gehofft

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Von: Eliran Kendi

Eine Spritze mit Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson liegt in der Praxis einer Hausärztin für die Injektion bereit. Der Vektorimpfstoff scheint sich zuletzt größerer Beliebtheit zu erfreuen.
Eine Spritze mit Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson. Der Vektorimpfstoff muss lediglich einmal verabreicht werden (Archivbild). © Wolfgang Kumm/dpa

Ludwigshafen - Bei einer Sonderimpfaktion in Oggersheim können sich Menschen mit Johnson & Johnson impfen lassen. Dabei kommen weniger Personen als erhofft.

Update vom 27. Juni: Die Sonderimpfaktion in Oggersheim ist abgeschlossen. Nach Angaben der Stadt Ludwigshafen haben sich am Samstag (26. Juni) insgesamt 230 Menschen impfen lassen. Dafür sind 720 Dosen genutzt worden, die noch von der Sonderaktion in Nord/Hemshof Anfang Juni übrig gewesen sind. Insgesamt hat die Stadt vom Land Rheinland-Pfalz 2.500 Impfdosen erhalten.

Ich freue mich, dass auch die zweite Impfaktion reibungslos verlaufen ist dank der guten Organisation aller Beteiligten. Leider haben wir dieses Mal – trotz des großen Engagements der insgesamt rund 70 Helfer*innen während und vor der Aktion – nicht so viele Menschen erreichen können, wie wir gehofft hatten. Bei allen Helfer*innen möchte ich mich für ihren unermüdlichen Einsatz ganz herzlich bedanken“, sagt Sozialdezenentin Beate Steeg.

Ludwigshafen: Alles zur Impfaktion mit Johnson & Johnson in Oggersheim

Die Stadtverwaltung Ludwigshafen hat bekannt gegeben, am kommenden Samstag (26. Juni) abermals eine Sonderimpfaktion durchführen zu wollen. In Kooperation mit dem Land Rheinpfalz-Pfalz sollen rund 700 Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson verimpft werden. Die Aktion wird im Stadtteil Oggersheim stattfinden, wobei eigens dafür ein provisorisches Impfzentrum hergerichtet werden soll. Die Einrichtung wird von mobilen Impfteams des DRK, Mitarbeitenden der Stadtverwaltung sowie ehrenamtlichen Helfer*innen aufgebaut, betreut und am Ende wieder abgebaut wird. Wie bereits in jüngster Vergangenheit dient die Aktion vor allem dazu, sozioökonomisch benachteiligte Menschen für die Impfung zu mobilisieren.

Ludwigshafen: Impfung für Menschen in Oggersheim aus beengten Wohnverhältnissen

Um die Menschen aus beengten Wohnsituation von der Impfung gegen das Coronavirus zu überzeugen, sollen diese wieder gezielt gesprochen werden. Neben Briefwurfsendungen werden die Verantwortlichen auch das persönliche Gespräch von Tür zu Tür suchen. „Um die Anonymität der Menschen zu wahren, werden keine weiteren Angaben gemacht“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Neben dem Stadtteil Oggersheim gehört auch der Hemshof zu den Inzidenz-Sorgenkindern in Ludwigshafen. Hier sind vor allem im Mai die Zahl der Corona-Neuinfektionen besonders hoch gewesen.

Ludwigshafen: Impfskepsis auf dem Hemshof ist groß - Sozialdezernentin appelliert an Oggersheimer

Bei den Impfdosen handelt es sich um den verbliebenen Impfstoff aus der ersten Sonderimpfaktion im Stadtteil Nord/Hemshof Anfang Juni. Rund 2.500 Bewohner*innen des Quartiers sind zuvor von der Stadtverwaltung gezielt unter anderem durch Wurfsendungen und auch direkter Ansprache auf die Aktion aufmerksam gemacht worden. Aber nicht alle haben sich bei der Aktion impfen lassen.

Knapp 700 Impfdosen sind übrig geblieben. Der Grund: Im Stadtteil kursieren zum Thema Impfen allerlei Gerüchte, sagt Osman Gürsoy, Ortsvorsteher des Stadtteils, nach der Impfaktion gegenüber dem SWR. Mehrere Bewohner sollen demzufolge gesagt haben, dass sie die Corona-Impfung ablehnen. Dabei sollen sie die Befürchtung geäußert haben, dass Männer vom Impfstoff impotent und Frauen unfruchtbar werden. Oft habe er nur einen Bruchteil der Bewohner überzeugen können, berichtet Gürsoy. 

Daher ruft Sozialdezernentin Beate Steeg die Menschen eindringlich dazu auf, die Möglichkeit auch zu nutzen: „An alle, die von uns eine Einladung zur Aktion erhalten, appelliere ich: Nutzen Sie diese Chance, lassen Sie sich impfen. Je mehr Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden, umso besser für alle“, sagt Steeg, die die Aktion, genau wie die vorherige im Hemshof, selbst begleitet und koordiniert. Je nachdem, wie die Aktion am Samstag laufe, werde entschieden, ob sie am Sonntag fortgeführt werde. (esk)

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