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Ludwigshafen: „MusicHall“ wird morgen 40 – Ohne Masken feiern und tanzen

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Von: Peter Kiefer

Die „MusicHall“ in Oppau ist seit 40 Jahren ein Anziehungspunkt für Disco-Gänger.
Die „MusicHall“ in Oppau ist seit 40 Jahren ein Anziehungspunkt für Disco-Gänger. © MusicHall Oppau

Ludwigshafen – Wenn das mal kein doppelter Grund zum Feiern ist! In der legendären „MusicHall“ wird wieder ohne Masken getanzt und die Disco hat 40. Jubiläum:

Eine weitere Kult-Disco in Ludwigshafen bittet nach Corona wieder zum Tanz! Dann nach der angekündigten Re-Opening im „Musikpark“ am 1. Oktober, hat sich nun auch die legendäre „MusicHall“ in Oppau aus ihrer Pandemie-bedingten Zwangspause zurückgemeldet. Und dort wird sogar fast wie in den guten alten Zeiten gefeiert – nämlich ohne lästigen Mundschutz! Denn nachdem dort bereits seit Anfang August unter 3G-Regeln wieder Party gemacht wird, fallen jetzt zwar nicht die Hüllen, aber die beim Tanzen störenden Masken. Was am Wochenende (18./19. September) noch ein Testballon war, soll ab 1. Oktober wieder Normalität werden. Denn es gibt etwas Großes zu feiern: 40 Jahre MusicHall! Doch es gelten natürlich spezielle Regeln.

Apropos „gute alte Zeit“: Als die MusicHall Oppau - von ihren Stammgästen liebevoll einfach nur „Hall“ genannt - am 2. Oktober 1981 zum ersten Mal ihre Türen öffnet, wirbelt die Deutsch-Rock-Band Camilla Motor über die Bühne. Vor dem Eingang stehen sich die Partyhungrigen die Beine in den Bauch. Wegen des großen Andrangs muss damals gewartet werden und heute, weil Impfnachweise und Testergebnisse überprüft werden müssen. So ändern sich die Zeiten. Doch etwas hat sich nicht geändert: Wer dann die Hall betritt, erkennt sein zweites Wohnzimmer sofort wieder, ob er vor 40 Jahren dort war oder heute. Die Räumlichkeiten der Hall sind einmalig und wurden nur behutsam über die Jahre verändert. 

StadtLudwigshafen am Rhein
BundeslandRheinland-Pfalz
Einwohnerzahl172.253 (Stand: 31. Dez. 2019)
Fläche77,55 km²
OberbürgermeisterinJutta Steinruck (SPD)

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Ludwigshafen-Oppau: 40 Jahre „MusicHall“ – Eine Erfolgsgeschichte mit Hindernissen

Die ehemalige Discothek Sort Stop, das vorherige Union Lichtspielhaus, war mit bescheidenen Mitteln notdürftig renoviert worden. An der Musikanlage wurde aber damals wie heute nicht gespart. Damit begann das erste Problem der MusicHall. Es stellte sich heraus, dass die Schall-isolierung für die Lage mitten im Ortskern von Oppau nicht ausreichend war. Nach den Auftritten von Extrabreit, Nena and the Stripes, Missus Beastly und vielen regionalen Bands hagelte es Anwohner-proteste und Bußgelder. Aus dem ursprünglich geplanten Live-Musikclub wurde deshalb daraus nach kurzer Zeit ein Tanzschuppen. 

New Wave, Neue Deutsche Welle und Independent – mit diesem Musikrezept wurde die Hall schnell zum angesagtesten Club im Rhein-Neckar-Raum. Mitte der 1980er Jahre hielten Rap, Hip Hop und House Einzug. Erneut führten Anwohnerproteste 1988 zu einer Einschränkung der Öffnungszeiten. Die MusicHall rettete sich in die Kulturszene und veranstaltete neben dem regulären Tanzbetrieb auch Ausstellungen, Filmvorführungen, Multi-Media-Shows, Theater, Kabarett, Pantomime und vieles mehr. Positiv-Schlagzeilen auf den Kulturseiten hatten zur Folge, dass ein anspruchsvolleres und reiferes Publikum den Weg in die MusicHall fand. Dadurch wurde die Hall in den 1990ern bis heute zur Ü30-Discothek der Region. Teenies sind nach wie vor erwünscht, müssen sich aber an die bestehenden Gepflogenheiten anpassen: kein übermäßiger Alkoholkonsum, keine Aufdringlichkeiten, keine Diskriminierung. Die Hall steht für Toleranz.

Ludwigshafen: So hat die Hall in Oppau die Corona-Pandemie überstanden

Die Hall hat viel erlebt: von neuen Discotheken Konkurrenten bis hin zu neuen Brandschutzvorgaben, die den Geldbeutel der Hall schwer belasteten. Und dann kam das tückische Corona. Doch auch eine Pandemie kann die Hall nicht stoppen. Neben den Hilfen des Staates waren es die Stammgäste, die der Kultstätte unter die Arme gegriffen haben. Es wurde gespendet und es konnten Gutscheine erworben werden. Dazu gab es als Dankeschön einen persönlichen Clubausweis als Reminiszenz an die 1980er Jahre, als der Andrang so groß war, dass Ausweise ausgegeben werden mussten. Gemeinsam wurde mit United We Stream, einer Aktion der Clubcommission Berlin, während des Lockdowns ein Abend mit Hall-DJs, Cocktail-Mixkurs und Tanzperformances übertragen. Auch hier war die Resonanz überwältigend und die Hall profitierte von der Ausschüttung.

Es ist angerichtet – das DJ-Pult von DJ Daniel steht schon parat in der „MusicHall“ in Ludwigshafen-Oppau.
Es ist angerichtet – das DJ-Pult von DJ Daniel steht schon parat in der „MusicHall“ in Ludwigshafen-Oppau. © MusicHall Oppau

Mit der 2G-plus-Regel in Rheinland-Pfalz kann die Hall jetzt ihr Jubiläums-Wochenende angemessen feiern. Trotz des hohen ehemaligen Kinoraumes und einer sehr guten Lüftungsanlage verzichtet die Hall freiwillig noch auf die komplette Publikumskapazität. Deshalb wird nicht nur am Jubiläumstag, dem 2. Oktober (Samstag), gefeiert, sondern bereits auch am Vortag (1. Oktober) – und dann geht es noch mal in Verlängerung mit dem Rock-Kult-Mittwoch am 6. Oktober. Am Freitag und Samstag stehen von Pop über Funk, Soul und House bis zu aktuellen Dance-Hits auf dem Programm, aber auch die Musik der Gründerzeit wird natürlich nicht vergessen. Die Gäste begeben sich auf Musik-Zeitreise durch 40 Jahre MusicHall. Dazu gibt es ein Gratis-Getränk als kleines Dankeschön für die tolle Unterstützung an die Haller.

Ludwigshafen: Tanzen ohne Maske in „MusicHall“ – Das sind die Regeln

Wer dabei sein möchte, muss Folgendes beachten: Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an reservierung@meine-hall.de. Dabei werden folgende Angaben benötigt:

  1. Name, Straße, PLZ, Wohnort (bei Clubmitgliedern der Name und Mitgliedsnummer)
  2. Telefonnummer (von allen)
  3. Angabe zum 3G-Status (von allen):
    – Geimpft: vollständiger Impfschutz, die letzte erforderliche Impfung muss mindestens 14 Tage alt sein
    – Genesen: Genesenen-Nachweis bzw. positiver PCR-Test als Nachweis, dass die Erkrankung vorlag. Die Erkrankung muss mindestens 28 Tage her sein und nicht länger als 6 Monate
    – Getestet: „Nicht-Immunisierte“ benötigen einen negativen Testnachweis nicht älter als 24 Stunden (zugelassener PoC-Antigen Test oder PCR-Test).
    – Anmerkung: Es ist nur eine geringe Anzahl von „Nicht-Immunisierten“ (nicht geimpft, nicht als Genesene geltend) zugelassen. Diese Anzahl richtet sich nach der aktuellen Warnstufe bzw. bzw. den Vorgaben in der aktuellen Corona Verordnung
  4. Gewünschter Besuchstag

(PM/pek)

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