Hagen, Priscilla, Mechthild und Ottilie

Minischwein-Odyssee endet im Tierheim!

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Im Tierheim Ludwigshafen fühlen sich die Minischweine sauwohl. 

Ludwigshafen-Mundenheim - Ein Minischwein ist klein, süß und pflegeleicht – Das denken zumindest viele. So auch die ehemaligen Besitzer von Hagen, Priscilla, Mechthild und Ottilie...

Hagen, Priscilla, Mechthild und Ottilie haben in Ludwigshafen ein sicheres Zuhause gefunden. Auf 100 Quadratmetern können sie sich ausleben, Gras rupfen, sich an Bäumen reiben, im Matsch wühlen. Eigentlich wirkt im Schweine-Gehege alles harmonisch – doch die Tiere haben eine ziemliche Tortur hinter sich. 

Minischweine im Tierheim Ludwigshafen

Ursprünglich stammen die Schweinchen nämlich von einem Hof in Ludwigshafen. Dort mussten sie schließlich wegen schlechter Haltung vom Veterinäramt gerettet werden – insgesamt kommen zehn Schweine 2009 ins Ludwigshafener Tierheim. 

Bald finden sich auch Interessenten, die die Tiere gerne annehmen möchten. Ein Teil der Schweine zieht in den Wildpark, die anderen auf das Gelände eines Kleintierzuchtvereins. Doch bald stellt sich heraus, auch hier können die Schweine nicht bleiben. Einige der Tiere sind bereits unter der Obhut der Züchter verendet, die überlebenden sind in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. 

Wieder muss das Tierheim eingreifen und holt die verbleibenden Schweine zurück. Jetzt werden  sie hier versorgt und gepflegt. Nach Einschätzung von Pia Ternes vom Ludwigshafener Tierheim wird das auch so bleiben: „Wir rechnen nicht damit, dass die Tiere vermittelt werden, das sind einfach keine Haustiere!

Obwohl es sich bei Hagen, Priscilla, Mechthild und Ottilie um sogenannte Minischweine handelt, bringen sie locker mehr als 100 Kilo auf die Waage. „Ganz normal“, sagt Ternes. Nur die wenigsten Minipigs bleiben in einem Bereich von etwa 30 bis 50 Kilo – schon viel zu groß, um durch die gemütlich eingerichtete Wohnung zu spazieren. 

Für eine erfolgreiche Vermittlung müssen deshalb diverse Ansprüche erfüllt werden. Pro Tier müssen mindestens 10 Quadratmeter Fläche zur Verfügung gestellt werden. Die Tierärztliche Versorgung und natürlich eine angemessene Ernährung muss gewährleistet werden. Und gerade die ist gar nicht mal so einfach, wie viele denken: Verdorbenes Essen, Küchenabfälle und Fleisch gehören absolut nicht auf den Speiseplan der Schweine. 

Hinzu kommt, dass Schweine nur sehr schwierig in andere Rotten integriert werden können – sie reagieren meist aggressiv auf Fremde und Neuankömmlinge. Die Vergesellschaftung ist schwierig. 

„Und die Wohnungshaltung ist wie gesagt auch unvorstellbar“, erklärt Pia Ternes. „Diese Außenanlage war einmal ganz grün und gepflegt. Aber die Schweine rupfen das Gras aus und stürzen die Bäumchen um.“ Eine echte Schweinerei – aber eben tierisch gut für die Bewohner. 

Die richtige Pflege der Tiere ist jedoch auch für das Tierheim eine finanzielle Belastung. Spezielles Futter muss bestellt werden, Tierarztkosten fallen an. Deshalb sucht das Tierheim stets nach Freiwilligen, die gerne eine Tierpatenschaft für Hagen, Priscilla, Mechthild oder Ottilie übernehmen wollen. Alle weiteren Infos gibt´s direkt beim Tierheim.

mk

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