Brandschutz und Gebäudetechnik

Nicht mehr sicher! Rathaus muss saniert werden

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Das Rathaus muss wegen Sicherheitsmängeln grundlegend saniert werden.

Ludwigshafen-Mitte – Na, wenigstens wird es nicht abgerissen – wie so viele Wahrzeichen in Ludwigshafen... Das 15-stöckige Rathaus muss grundlegend saniert werden. Die Gründe:

Warum sollte es dem altehrwürdigen Rathaus (1979 eröffnet) besser gehen als dem Berliner Flughafen BER...

Weil Brandschutz und Gebäudetechnik längst nicht mehr auf dem neusten Stand sind, muss das 71 Meter hohe Wahrzeichen grundlegend saniert werden – betroffen sind zunächst die Etagen fünf bis 15.

Rund die Hälfte der 500 Rathaus-Mitarbeiter muss deshalb das Gebäude bis 31. Dezember 2016 verlassen haben, in Ausweichquartiere umziehen. Wichtige Bürgerdienste sollen trotzdem zentral angeboten werden.

Laut Stadt reichen Sanierungen von Teilbereichen, wie in der Vergangenheit (etwa die Asbestsanierung 1998 bis 2005), einfach nicht mehr aus, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Die Sicherheit unserer MitarbeiterInnen sowie der BürgerInnen, die die Verwaltung tagtäglich aufsuchen, hat für uns oberste Priorität. Daher haben wir auch in der Vergangenheit den Brandschutz immer wieder verbessert und angepasst. Tatsächlich ist die Bausubstanz aber so, dass grundlegende Arbeiten vorgenommen werden müssen und man kommt nach kritischer und gründlicher Betrachtung zu dem Schluss, dass diese Arbeiten aus Sicherheitsgründen nicht im laufenden Betrieb stattfinden können", verdeutlicht Kämmerer und Feuerwehrdezernent Dieter Feid (SPD).

Mit der „Hoch hinaus“-Tour auf das Rathaus-Center

Die Maßnahmen im Einzelnen

Die einbetonierten Löschwasserleitungen sind durch Korrosion so stark beschädigt, dass sie dringend ausgetauscht werden müssen! Außerdem ist seit Januar 2015 das für die Klimatechnik verwendete Kältemittel R22 in Deutschland verboten. 

Kaputte Wärmepumpen können nicht mehr repariert werden, muss man aufwändig ersetzen. Auch das komplexe Belüftungssystem des Hochhauses muss grundlegend muss grundlegend erneuert werden.

Immerhin: Die Büros vom Keller bis zum vierten Stock können vorerst geöffnet bleiben, da hier keine sicherheitsrelevanten Bedenken bestehen und es zudem alternative Rettungswege gibt. Hier befinden sich wichtige Anlaufstellen wie Standesamt, Bürgerservice oder Stadtratssaal.

Hintergrund: Wenn laut Gefahrenverhütungsschauen in öffentlichen Gebäuden die Sicherheitsvorschriften nicht erfüllt werden, kann der Betrieb eines Gebäudes sogar komplett untersagt werden. 

Wir werden in den kommenden Monaten gemeinsam einen detaillierten Sanierungsplan ausarbeiten und vorstellen. Aus technischen, logistischen und wirtschaftlichen Erwägungen heraus ist es unser Ziel, das Rathaus in Gänze zu sanieren. In einem ersten Schritt wird nun nach Ausweichquartieren für die betroffenen MitarbeiterInnen gesucht, damit wir die Büros im kommenden Jahr Zug um Zug räumen können. In den kommenden Wochen werden über die WirtschaftsEntwicklungsGesellschaft Gespräche mit potentiellen Vermietern in der Innenstadt geführt. Sofern bereits Ergebnisse vorliegen, möchten wir diese im Dezember im Stadtrat erörtern", erklärt Baudezernent Klaus Dillinger.

Belastungen wie Baulärm und Staub seien weder Angestellten noch Bürgern zumutbar. Viel wichtiger sei jedoch der Sicherheitsaspekt aufgrund erhöhter Brandgefahr durch Schweißarbeiten, Bohren, Funkenflug etc. bei gleichzeitiger Abschaltung der automatischen Brandfrüherkennungssysteme.

Unterm Strich bedeutet dies, dass die weitere Nutzung des Gebäudes während den Sanierungsmaßnahmen mit einer zusätzlichen Gefährdung verbunden ist. Eine solche Gefährdung für Mitarbeiter und Besucher kann vermieden werden, wenn das Gebäude leer ist. Auch der künftige Bauablauf selbst könnte dadurch wesentlich zügiger und auch kostengünstiger abgewickelt werden“, so Feid

Bleibt abzuwarten, ob die Zeitpläne hier eingehalten werden. Ist ja bei großen Bauvorhaben in Deutschland so eine Sache...

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pek

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