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Ludwigshafen: Bau-Projekt kostet 12 Mio. Euro mehr – Ausbau-Stopp bei Linie 10

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Von: Peter Kiefer

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Die Gleisarbeiten in der Luitpoldstraße in LU-Friesenheim.
Die Gleisarbeiten in der Luitpoldstraße in LU-Friesenheim. (Archivfoto) © rnv GmbH/Haubner

Ludwigshafen – Und wieder ein Bauprojekt, das die ursprünglichen Kosten sprengt! Der Ausbau der Tram-Linie 10 in Friesenheim wird rund 12 Millionen Euro teurer. Die Folgen:

Update vom 18. November: Der vorerst gestoppte Ausbau der Linie 10 aufgrund der Kosten-Explosion – für die Ludwigshafener CDU ein herber Dämpfer! „Wenn die Stadtverwaltung mittels einer neuen Planung beim Ausbau der Straßenbahnlinie 10 im Bereich der Hohenzollernstraße in Friesenheim die Kostensteigerung von rund zwölf Millionen Euro minimieren möchte, muss sichergestellt sein, dass die Interessen der Bürgerinnen und Bürger nicht aus dem Blick verloren werden“, so Thorsten Ralle, Sprecher der CDU-Ortsbeiratsfraktion Friesenheim.

Aus Sicht der CDU sei der Ausbau der Linie 10 „nie nur ein Sanierungsprogramm für den Gleiskörper gewesen“. Der Ausbau der Linie 10, insbesondere der Abschnitt im Bereich der Hohenzollernstraße sei für Friesenheim das zentrale Element im Rahmen der Stadtteilentwicklung. Nur wenn die geplanten Maßnahmen für die Hohenzollernstraße, wie die dringend benötigte Barrierefreiheit der Haltestellen oder auch die Maßnahmen zur Aufwertung des gesamten Straßenraums zeitnah und umfassend umgesetzt würden, könne Friesenheim sein Potenzial als beliebter Stadtteil von Ludwigshafen auch in Zukunft erfolgreich entwickeln.

Deshalb fordert die Ludwigshafener CDU, rechtzeitig vor der Stadtratssitzung im Dezember einen nachvollziehbaren Planungsvergleich vorzulegen. Zudem müssten Zuschüsse des Landes für alle Varianten benannt werden.

Ludwigshafen: Kosten-Explosion bei Ausbau der Linie 10 – Stadt zieht Notbremse

Erstmeldung vom 17. November: Schon seit April 2019 wird die Straßenbahnlinie 10 in Friesenheim ausgebaut. Doch plötzlich hat die Stadt Ludwigshafen bei dem Projekt quasi die Notbremse gezogen! Der Grund: Die kalkulierten Kosten explodieren und könnten rund 12 Millionen Euro teurer werden als gedacht. Deshalb soll diese Mega-Kostensteigerung dank einer neuen Planung minimiert werden. Der Ausbau der Linie 10 ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Ludwigshafen, den Verkehrsbetrieben Ludwigshafen (VBL) und der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv). Am Dienstag (16. November) ist der Ortsbeirat Friesenheim über die Kostenexplosion und die empfohlene Überarbeitung des Planes informiert worden.

StadtLudwigshafen am Rhein
StadtteilFriesenheim
Einwohnerzahl18.516
Fläche4,10 km²
OberbürgermeisterinJutta Steinruck (SPD)

Der Ansatz: Im Bereich der Hohenzollernstraße könnten die Gleise anstatt in einem eigenen Gleiskörper direkt in die Straße verlegt werden, wie es in Alt-Friesenheim der Fall ist. „Der Vorteil dieser Variante ist, dass die Straßenbahn aufgrund des gewonnenen Raumes zweispurig betrieben werden kann, was zudem zu einem besseren Takt führen würde, die Anzahl der Lichtsignalanlagen reduziert und es ermöglicht, dass vorhandene Maststandorte beibehalten werden können. Der barrierefreie Ausbau der Haltestellen bleibt Grundlage der Planung. Wir wollen in Abstimmung mit der Technischen Aufsichtsbehörde versuchen, Haltestellen mit provisorischen barrierefreien Haltestellenkanten auszustatten“, erläutert Bau- und Umweltdezernent Alexander Thewalt.

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Ludwigshafen: Planfeststellungsverfahren für Hohenzollernstraße notwendig

„Zunächst geht es um eine reine Information über die neue Kostenentwicklung und eine Empfehlung für eine Neuplanung. Wir stehen jetzt am Anfang eines Diskussionsprozesses, in den wir auch die Anwohner*innen erneut einbinden wollen. Ich kann verstehen, dass die Nachricht insbesondere in Friesenheim und der Nördlichen Innenstadt keine Begeisterung auslöst, aber wir können nicht einfach über die Kostensteigerungen hinweggehen, sondern müssen gemeinsam überlegen, was sinnvoll ist. rnv und Verwaltung bereiten einen Variantenvergleich für eine erforderliche Entscheidung des Stadtrats zum weiteren Vorgehen vor. Vorerst geht es um die Information der Gremien und der Öffentlichkeit. Am Ende ist es eine Entscheidung des Stadtrats, was umgesetzt wird – auf Grundlage von Informationen, die die rnv und die Verwaltung liefern. Hierzu gehört insbesondere eine Information zu den möglichen Fördermitteln“, so Thewalt.

Die Gleisarbeiten in der Luitpoldstraße in LU-Friesenheim.
Die Gleisarbeiten in der Luitpoldstraße in LU-Friesenheim. (Archivfoto) © rnv GmbH/Haubner

Für den Abschnitt Hohenzollernstraße war ein Planfeststellungsverfahren notwendig. Den Bescheid erhielt die rnv im Juni dieses Jahres vom Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz, Außenstelle Speyer. Da der Zuwendungsantrag für die Förderung der Maßnahme bereits im Dezember 2016 eingereicht wurde, war nach Vorlage des Planfeststellungsbeschlusses, zur abschließenden Prüfung des Zuwendungsantrages die Aktualisierung der, dem Antrag zu Grunde liegenden, Kostenberechnung erforderlich.

Ludwigshafen: Tram-Ausbau 12 Millionen Euro teurer – Ursachen der Kostensteigerung

Die Kostensteigerung von 23,5 Millionen Euro vom Dezember 2018 auf nun rund 35 Millionen Euro ist zunächst auf die allgemeine Preisentwicklung insbesondere in den Jahren 2019 bis 2021 zurückzuführen. Auch die Kosten für den Schienenersatzverkehr müssen angepasst werden. Es gilt zu gewährleisten, dass Fahrgäste auch während der Baumaßnahme sicher und optimal von A nach B kommen. Ein weiterer Grund liegt in den durch die technische Aufsichtsbehörde geforderten höheren Standards für die Ausführung der Bahnanlage und der Haltestellen.

Bliebe es bei der ursprünglichen Planung, müssten bei dieser Kostenentwicklung die Straßenausbaubeiträge von ursprünglich rund 3,5 auf rund zehn Millionen Euro erhöht werden, was zu einer finanziellen Mehrbelastung der Anwohner*innen führen würde. Entfällt der bisher geplante eigenständige Gleiskörper, können die Kosten für die Anpassung des verbleibenden Straßenraumes reduziert werden, was sich auf die Ausbaubeiträge positiv auswirkt, so dass hier keine wesentliche Erhöhung zu erwarten sein dürfte.

Baustelle der Linie 10 in Ludwigshafen
Baustelle der Linie 10 in Ludwigshafen. (Archivfoto) © rnv GmbH

Ludwigshafen: Das ist das Bauprojekt Stadtbahnlinie Friesenheim

Hintergrund: Im Jahr 2008 wurde für das Gesamtprojekt Stadtbahnlinie Friesenheim eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durchgeführt. Die Maßnahmenkosten für beide Bauabschnitte „Hohenzollernstraße“ und „Alt-Friesenheim“ wurden damals auf 13 Millionen geschätzt. Am 25. Juni 2012 beschloss der Stadtrat die Planung des Bauabschnittes „Hohenzollernstraße“ mit einem eigenen Gleiskörper der Stadtbahn, einem Vollausbau des Straßenraums und einem barrierefreien Umbau der Haltestellen fortzuführen. Am 21. Dezember 2016 wurde ein Zuwendungsantrag für die Förderung des Bauabschnittes Hohenzollernstraße gestellt. Ein Bewilligungsbescheid liegt bis heute nicht vor.

Im Jahresgespräch am 12. November 2020 mit Vertreter*innen des Ministeriums und des Landesbetriebes Mobilität Rheinland-Pfalz wurde festgelegt, dass nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens dem Landesbetrieb Mobilität eine aktualisierte Kostenberechnung zugesandt werden soll. Eine Genehmigung der Maßnahme durch die städtischen Gremien liegt derzeit noch nicht vor, da die Genehmigung der Zuwendungen noch aussteht. (PM/pek)

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