Kondom ist Pflicht

Mehr Rechte beim Sex: Etliche registrierte Prostituierte in Ludwigshafen!

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Nahezu 400 registrierte Prostituierte gibt es mittlerweile in Ludwigshafen, Trier und Mainz. (Symbolbild)

Ludwigshafen - Immer mehr Prostituierte lassen sich registrieren. Trier, Mainz und Ludwigshafen kommen auf die stolze Summe von 400! Welche Rechte und Vorteile das bedeutet:

In Trier, Mainz und Ludwigshafen haben sich bislang nahezu 400 Prostituierte registrieren lassen. Die Sorge vor einer damit verbundenen Stigmatisierung wird von vielen geteilt. In der Umsetzung zeigen sich aber auch Ansätze für einen besseren Schutz vor Ausbeutung und Zwang

Gesetz soll Prostituierte schützen

Das Gesetz soll Prostituierte schützen, aber die Einwände dagegen wollen auch gut ein Jahr nach Inkrafttreten nicht verstummen. „Wir können die kritische Haltung durchaus nachvollziehen, denn die Anmeldepflicht kann der Stigmatisierung von Prostituierten Vorschub leisten“, erklärt das rheinland-pfälzische Frauenministerium der Deutschen Presseagentur.

Dennoch biete das Gesetz auch die Chance, Prostituierte besser zu schützen. „Viele Prostituierte haben sich in den Anmeldegesprächen dankbar gezeigt und Fragen zu ihren Rechten und Pflichten gestellt, die ihnen bisher nicht bekannt waren“, heißt es etwa in Trier. 

Beschwerden beim Ordnungsamt

Und beim Ordnungsamt gehen jetzt „immer mal wieder Beschwerden von Prostituierten, Kunden oder auch Konkurrenten“ ein, dass bestimmte Vorgaben des Gesetzes in einzelnen Betrieben nicht eingehalten würden. 

Mit Hilfe dieser Informationen können wir dann auf die Betreiber einwirken und die Einhaltung der Vorgaben unter Anwendung des Prostituiertenschutzgesetzes fordern.“

Frauen bestimmen Sex

So dürfen Bordellbetreiber laut Gesetz den Prostituierten keine Vorgaben machen – „die Ausgestaltung sexueller Dienstleistungen wird ausschließlich zwischen den Prostituierten und deren Kunden in eigener Verantwortung festgelegt“

Die bisherigen Erfahrungen mit dem Prostituiertenschutzgesetz sind ermutigend“, heißt es in Ludwigshafen. So erhielten die Antragstellerinnen in den Beratungsgesprächen Informationen und Hinweise, die ihnen zuvor nicht bekannt gewesen seien. 

Beratungsstelle Luna Lu

Die Stadt weist auch auf weitere Hilfsangebote hin – beispielsweise die vor einem Jahr gestartete Beratungsstelle Luna Lu. „Wir sind bestrebt, das Prostituiertenschutzgesetz möglichst weitgehend zum Schutz der Prostituierten umzusetzen und mögliche stigmatisierende Effekte zu vermeiden“, betont das Frauenministerium. 

Unangekündigte Kontrollen

Die Behörden führen nach Angaben des Ministeriums Kontrollen durch, um unerlaubte Betriebe ausfindig zu machen – häufig in Zusammenarbeit mit der Polizei. Bei den unangemeldeten Vor-Ort-Kontrollen wird geprüft, ob die gesetzlichen Bestimmungen in den Betrieben eingehalten werden, darunter auch die Vorgabe, auf die Kondompflicht aufmerksam zu machen, etwa mit gut sichtbaren Aushängen. 

Die Kondompflicht dient in erster Linie dem Schutz der Prostituierten“, erklärt das Ministerium. „Sie haben die Möglichkeit, die Benutzung von Kondomen einzufordern und können mit der Strafbarkeit des Verzichts auf Kondome mehr Druck auf die Freier ausüben.“

dpa/gs

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