BASF und IHK befürchten Auswirkungen auf Wirtschaft

Hochstraßen-Sanierung: So bereiten sich Unternehmen auf den Verkehrskollaps vor!

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Die Hochstraße Nord soll in vier Jahren abgerissen werden (Archivfoto)

Ludwigshafen - Mit der neuen Planung im Sanierungskonzept der Hochstraßen droht dem Verkehr über den Rhein der Kollaps. Wie stark wird sich die Baumaßnahme auf unsere Wirtschaft auswirken?

Nachdem das u rsprüngliche Sanierungskonzept für die Ludwigshafener Hochstraßen gescheitert ist, prüft die Stadt einen vorgezogenen Abriss der Hochstraße Nord als Alternative. Der Abriss würde allerdings bedeuten, dass der Lkw-Verkehr über die Hochstraßen komplett stillstehen würde. 

Die Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar befürchtet massive Auswirkungen auf die Wirtschaft in der Region„Eine gute verkehrliche Anbindung ist für die Wirtschaft der Rhein-Neckar-Region ein wichtiger Standortfaktor. Allerdings ist die Verkehrsinfrastruktur in der Metropolregion Rhein-Neckar den aktuellen und erst recht zukünftigen Anforderungen nicht gewachsen. Vor allem die Verbindung von Mannheim in die Pfalz steht mit den beiden sanierungsbedürftigen Hochstraßen auf dem Prüfstand“, erklärt Artin Adjemian, IHK-Geschäftsführer im Handel, Verkehr und Dienstleistungsgewerbe. 

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Nicht nur Handel, Industrie und Häfen würden abgeschnitten werden, sondern auch Pendler. „Die Wirtschaft befürchtet eine weitere Verschärfung der schon heute problematischen Verkehrssituation für den Wirtschaftsverkehr, die Mitarbeiter der Betriebe sowie die Kunden von Einzelhandel und Gastronomie“, so Adjemian.

Die Mega-Maßnahme im Überblick: Alle Informationen und Entwicklungen zur Hochstraßen-Sanierung 

Verkehrschaos durch Hochstraßen-Sanierung: BASF arbeitet an Maßnahmenpaket

Besonders dramatisch könnte sich die Hochstraßen-Sanierung auf den Güterverkehr auswirken. „Die Wirtschaft befürchtet, dass sich durch die Staus die Lieferungen verzögern werden und dies auch massive Auswirkungen auf die Produktionsprozesse haben dürfte“, sagt Artin Adjeman. Die möglichen Ausweichstrecken über die Autobahnen seien wesentlich länger und würden zusätzliche Kosten für den Transport sowie höhere Emissionen verursachen. 

Wie viele Unternehmen erwartet auch die BASF massive Beeinträchtigungen. Der Chemie-Riese arbeitet deswegen an einem Maßnahmenpaket, dass die Auswirkungen der Baumaßnahme reduzieren soll. Geplant ist zum Beispiel, den Güterverkehr von der Straße vermehrt auf die Schiene zu verlagern und das Tor 15 zu erweitern. „Beim Thema Personenverkehr ist ein wichtiger Baustein die Inbetriebnahme des BASF-S-Bahn-Anschlusses Ende 2018“, erklärt BASF-Sprecherin Ursula von Stetten. Die BASF stehe außerdem im engen Kontakt mit den rnv und den Städten, um eine bessere Anbindung der BASF an den öffentlichen Nahverkehr zu realisieren. 

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Hochstraßen-Sanierung: So wollen Unternehmen dem Verkehrschaos entgegenwirken

Laut IHK hätten weitere Unternehmen der Region schon jetzt auf das bevorstehende Szenario reagiert – mit Maßnahmen wie flexibleren Arbeitszeiten, mobilem Arbeiten, aber auch Optimierungen der Produktions- und Logistikketten. Die Unternehmen würden außerdem auf die Stärkung von Fahrgemeinschaften, aber auch die Ausweitung des Jobtickets setzen.

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Diskussionen gibt es übrigens nicht nur um die Hochstraßen-Maßnahme. Auch das Hochhaus-Projekt am Berliner Platz beschäftigt die Stadt seit dem Abriss der ‚Tortenschachtel‘

In Speyer hat seit dem 21. Januar die Realisierung des Mega-Projekts auf der B39 begonnen: Die Salierbrücke muss komplett saniert werden. Dafür muss die Brücke für den Autoverkehr komplett gesperrt werden! Die Baumaßnahme soll über zwei Jahre dauern.

Um zu klären, in welcher Reihenfolge das Mega-Projekt Hochstraße durchgeführt werden soll, wird es am 10. April einen Bürgerdialog geben. Das Bürgerforum im Pfalzbau und Informationsangebote im Netz sollen Fragen der Bürger beantworten. So viel scheint klar: Die Vorarbeiten zum Abriss der Hochstraße Nord beginnen wohl Mitte 2020, was mit der Hochstraße Süd geschieht ist hingegen noch unklar. 

kab

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