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Einsturzgefährdete Hochstraße Süd: Die 7 wichtigsten Fragen zur maroden Brücke!

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Die 7 wichtigsten Fragen zur maroden Hochstraße Süd!

Ludwigshafen - Nach Freitag steht die Stadt am Rande eines Verkehrschaos. Schuld ist die einsturzgefährdete Hochstraße Süd! Hier sind die 7 wichtigsten Fragen zur maroden Brücke:

  • Hochstraße Süd wird als einsturzgefährdet bezeichnet.
  • Aus Sicherheitsgründen müssen Straßen gesperrt und Musikpark geschlossen werden.
  • Umleitungen von Straßenbahnen und Bussen.

Am Freitag (22. November) beruft die Stadt Ludwigshafen eine kurzfristige Pressekonferenz ein. In einer Mitteilung heißt es, dass „über dringend erforderliche Maßnahmen wegen der aktuellen Entwicklung des Zustandes der Hochstraße Süd“ gesprochen werden muss. Und das wurde dann auch! Denn bereits nach kurzer Zeit fällt das Wort „einsturzgefährdet“. Zwar bestehe laut Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck keine akute Einsturzgefahr, aber fraglich ist, ob die Hochstraße Süd ihr Eigengewicht weiterhin tragen könne. Aufgrund dieser höchst gefährlichen Situation lässt die Stadt Ludwigshafen Straßen sperren – und richtet damit ein Verkehrschaos an. Denn jetzt fragen sich beinahe alle Anwohner und Pendler von Ludwigshafen: Wie komme ich nach Mannheim? Wie fahren Bus und Bahn? Welche Straßen sind gesperrt? 

1. Warum muss die Hochstraße Süd gesperrt werden?

In den letzten Monaten haben Gutachter und Ingenieure immer wieder die Brücke angeschaut und Berechnungen gemacht, mit dem Ergebnis, dass die Hochstraße Süd „schwere statische Defizite“ aufweist. Erst Anfang November teilte die Stadt Ludwigshafen mit, dass die Risse an der Brücke immer größer werden und nun ergeben neuste Berechnungen, dass die Hochstraße Süd ihr Eigengewicht eventuell nicht mehr tragen kann. Zusätzlich mit den Gewichten von Fahrzeugen könnte das zu einer Katastrophe führen! Um also die Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten, muss die Brücke gesperrt werden.

2. Wie lange bleibt die Hochstraße Süd gesperrt?

Auf die Stadt Ludwigshafen und damit auf alle Anwohner und Pendler wird nicht nur in den nächsten Wochen, sondern in den nächsten Jahren einiges zukommen. Denn der Bereich „Pilzhochstraße“ der Hochstraße Süd wird voraussichtlich bis Ende 2023 gesperrt bleiben. Der Abschnitt ist bereits seit dem 22. August dicht.

3.  Wie lange dauert ein Neubau?

Ein Neubau ist wohl die sinnvollste Lösung für Ludwigshafen. Allerdings kann Abriss plus Neubau der rund 70 Jahre alte Brücke 12 bis 15 Jahre in Anspruch nehmen. Der einzige Hoffnungsschimmer: Wenn das Planungsverfahren schneller vonstattengeht, kann sich die Zeit verkürzen. Allerdings: Nach dem Neubau der Hochstraße Süd folgt der Abriss der Hochstraße Nord. Wann der Neubau genau starten soll, steht noch nicht fest.

4. Welche Straßen sind gesperrt? 

Neben der Hochstraße Süd sind die Mundenheimer Straße und Berliner Straße gesperrt, da diese unter der einsturzgefährdeten Brücke liegen. Die Straßen sind für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt – also für Auto-, Lkw- und Radfahrer, sowie Fußgänger und ab Montag auch für den ÖPNV gesperrt. Das Parken unter der Hochstraße Süd ist ebenfalls nicht mehr erlaubt!

Aber: Die Konrad-Adenauer-Brücke ist weiterhin befahrbar. Die Auffahrt von der Mundenheimer Straße kommend ist von der Sperrung nicht betroffen.

5. Wie fährt der ÖPNV?

Die rnv weitet wegen der Hochstraße Süd ihr Angebot aus und nimmt dafür bereits ausgediente Straßenbahnen wieder in Einsatz. So wird die Linie 4 und 6 verdichtet – allerdings erst ab Januar 2020. Bis dahin sieht der Verkehrsplan der rnv ab Montag (25. November) folgendermaßen aus: 

Umfangreiche Umleitungen im Ludwigshafener Stadtbahnverkehr – Übersichtsplan der rnv.

Linie 4/4A: Bad Dürkheim – Oggersheim – LU-Hbf. – Kaiser-Wilhelm-Straße. Ab hier Umleitung über LU Rathaus – Kurt-Schumacher-Brücke – Rheinstraße – Paradeplatz (Steig A und B in der Breiten Straße) – Schloss bis MA Hauptbahnhof. Ab dort reguläre Strecke Richtung Waldfriedhof/Käfertaler Wald und wieder zurück.

Linie 6/6A: Rheingönheim – Wittelsbachplatz. Ab hier Umleitung durch die Berliner Straße über die Haltestellen Pfalzbau und Kaiser-Wilhelm-Straße bis Ludwigstraße. Ab hier weiter regulärer Fahrweg Richtung Neuostheim/SAP Arena S-Bf und zurück.

Die Fahrten im Abend- und Spätverkehr der Bahnlinie 6/6A beginnen und enden an der Haltestelle Ludwigstraße.

Linie 7 Ludwigshafen: Oppau – BASF – LU Rathaus – Ludwigstraße. Ab hier Umleitung und ab Kaiser-Wilhelm-Straße weiter als Linie 10 über LU Hauptbahnhof zum Ebertpark und zurück.

Linie 7 Mannheim: Vogelstang – Nationaltheater – Gewerkschaftshaus – Marktplatz – Paradeplatz – Schloss. Ab hier Umleitung über MA Hauptbahnhof – Kunsthalle – Wasserturm – Paradeplatz (Steig C in den Planken). Ab hier weiter auf regulären Fahrweg Richtung Vogelstang.

Linie 8: verkehrt nur in Mannheim zwischen Rheinau und MA-Hauptbahnhof

Linie 9: Bad Dürkheim – LU-Hbf. – Kaiser-Wilhelm-Straße. Ab hier Umleitung über LU Rathaus – Kurt-Schumacher-Brücke – Rheinstraße – Paradeplatz (Steig A und B in der Breiten Straße) – Schloss bis MA Hbf. Ab dort reguläre Strecke Richtung Luisenpark/Technoseum.

Linie 10: Keine Bedienung zwischen Luitpoldhafen und Berliner Platz. Zwischen Kaiser-Wilhelm-Straße und Ebertpark bitte Fahrten der umgeleiteten Linie 7 benutzen.

Bus-Linie 74/94: Ab Haltestelle Halberg Umleitung über Yorckstraße und Rheinuferstraße

Bus-Linien 76, 77, 97: Entfall Bedienung Haltestelle Walzmühle Richtung Maudach/Parkinsel/Pfingstweide

Hinweis: Die Haltestelle Berliner Platz kann vom rnv-Stadbahnverkehr bis auf Weiteres nicht bedient werden. Der Umstieg zwischen den Haltestellen Berliner Platz (Bus) und Kaiser-Wilhelm-Straße erfolgt über einen kurzen Fußweg. Zusätzliche Fahrtmöglichkeiten zwischen LU Hauptbahnhof, LU Mitte/Berliner Platz und MA Hauptbahnhof bestehen mit den S-Bahn-Linien S1 – S4 sowie S6.

Seit Montag (25. November) fährt die S1 auch die Haltestellen Rheingönheim und Mundenheim an. Dadurch kommt es zu Verzögerungen auf der gesamten Linie. 

Wichtiger Hinweis: Ab dem 27. November gelten wieder andere Umleitungen

6. Wann macht der Musikpark in Ludwigshafen wieder auf?

Die Meldung von der Hochstraßen-Sperrung betrifft auch den Musikpark Ludwigshafen. Denn weil die Rettungswege nicht mehr zur Verfügung stehen, darf die Disco nicht aufmachen. Die Partys fallen fürs Erste alle aus. Der Betreiber sucht bereits nach einer Lösung – doch bis hin wird der Musikpark nicht aufmachen dürfen. Wenn er keine Lösung findet, kann die Schließung wohl Jahre betreffen. Wie der Veranstalter berichtet, ist bereits 2020 komplett durchgeplant gewesen. 

7. Gibt es Alternativen?

Auch wenn der Neubau der Hochstraße Süd in Ludwigshafen wohl die sinnvollste Maßnahme ist, sucht man dennoch nach Alternativen. Wie es weitergehen könnte, soll am 9. Dezember dem Stadtrat vorgelegt werden. In der Vergangenheit wurde bereits über Alternativen diskutiert, doch alle hatten ihre Nachteile. Eine dritte Rheinquerung bei Altrip wollten unter anderem die Anwohner nicht, ein Tunnel unter dem Fluss würde über eine Milliarde Euro kosten, eine Seilbahn würde wohl nicht den Autoverkehr verringern und weitere Parkplätze benötigen und eine weitere Fähre kann nur wenige Autos transportieren. 

jol

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