Die Arbeit des JuReLu

Zahl der jugendlichen Straftäter in LU hat abgenommen, ABER...  

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Besondern am Berliner Platz werden viele Straftaten verübt. (Archivbild) 

Ludwigshafen - Wie hat sich die Straffälligkeit bei Jugendlichen von 2006 bis 2016 verändert? Und wie hat sich das auf die Arbeit des Hauses des Jugendrechts (JuReLu) ausgewirkt?

„Im Ergebnis zeigen die vom Sachgebiet Jugendkriminalität der Polizei vorgestellten Zahlen, dass die Zahl der Jugendlichen und Heranwachsenden, die straffällig werden, seit Jahren kontinuierlich zurückgeht. Gleichzeitig begeht eine kleine Gruppe von Täterinnen und Tätern eine hohe Anzahl von Straftaten. Dies hat Auswirkungen auf die Arbeit der Partner im JuReLu“, so der Gesamtprojektleiter des JuReLu, Jugendamtsleiter Jürgen May bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. 

Die Auswirkungen: 

  • die Polizei konzentriert ihre Ermittlungen vermehrt auf diese Gruppe 
  • die Staatsanwaltschaft erhebt mehr Anklagen
  • das Stadtjugendamt reagiert mit Katalog von Hilfen um dem höherer Förderbedarf junger Menschen gerecht zu werden  

Prävention wichtig 

Dazu sei es wichtig, nicht nur auf Straftaten zu reagieren, sondern präventiv möglichst früh mit erzieherischen Hilfen bei Strafunmündigen anzusetzen. Dafür wurde im Jahr 2010 das Projekt Fibs, Frühe Intervention und Beratung Strafunmündiger, gestartet, das beispielsweise über die Unterstützung der Eltern, soziale Gruppenarbeit, soziale Konfliktschlichtung oder die Vermittlung an eine Erziehungsberatungsstelle Kinder und Eltern begleitet. 

Erste Straffälligkeiten deuten auf andere Probleme hin

Wie May erläutert, seien erste Auffälligkeiten im strafrechtlichen Bereich auch Zeichen für andere Problemlagen. So seien durch die frühzeitige Intervention schon schulische Krisensituationen geklärt und weitere Straftaten verhindert worden. „In über 60 Prozent der Fälle, in denen Kinder auffällig werden, führen wir Gespräche mit den Eltern und können Hilfen vermitteln“, erklärte der Jugendamtsleiter. 

Sozialpädagogische Begleitung von Kindern und Jugendlichen immer aufwändiger 

Seit 2014 ist die Schulsozialarbeit organisatorisch im Fachdienst Jugendhilfe im Strafverfahren verortet und begleitet unter anderem ein Aufklärungsprojekt für 14-jährige Strafmündige. „Wir stellen insgesamt fest, dass die sozialpädagogische Begleitung von Kindern und Jugendlichen intensiver und aufwändiger wird. Wir verzeichnen unter anderem mehr Einzelkontakte und Elterngespräche“, erklärt Ernst Blickensdörfer, Leiter der Abteilung Jugendhilfe im Strafverfahren bei der Stadt. Er hebt hervor, dass sich insbesondere die Kooperation mit der Schulsozialarbeit bei Präventionsmaßnahmen gut bewährt habe.

Projekt ‚Spurwechsel‘ für Intensivtäter  

„Mit dem Projekt Spurwechsel bieten wir seit 2017 außerdem eine Interventionsmöglichkeit an, die sich an Intensivtäter richtet, die an der Schwelle zur Haft stehen. In einer Erziehungsbeistandschaft in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendschöffengericht und der Polizei, mit hoher Kontrolldichte und zeitnaher Rückkoppelung an das Gericht, erhalten sie eine letzte erzieherische Hilfe und Chance“, so May. 

Spurwechsel sei ein hervorragendes Beispiel für das vernetzte Handeln des JuReLu mit vielen Kooperationspartnern. So arbeitet das JuReLu unter anderem mit dem Rat für Kriminalitätsverhütung zusammen. 

pm/kp

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