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7 Jahre nach Explosion in Ludwigshafen: Wieder Arbeiten an BASF-Pipeline – Anwohner in Sorge

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Von: Peter Kiefer

Gasexplosion in Lu - Oppau
Die Feuersäule nach der Gas-Explosion am 23. Oktober 2014 war rund 100 Meter hoch und kilometerweit zu sehen. (Archiv)  © LUDWIGSHAFEN24/Horst Welke

Ludwigshafen - Rund 7 Jahre nach der schrecklichen Gas-Explosion mit zwei Toten in Oppau wird wieder an der gleichen Leitung gearbeitet. Was den Anwohnern richtig Angst macht:

Bald jährt sich eine der schlimmsten Katastrophen in der Geschichte der Chemiestadt Ludwigshafen: Am 23. Oktober 2021 ist es bereits sieben Jahre her, dass eine Explosion an einer Gas-Pipeline an der Grenze zwischen den Stadtteilen Oppau und Edigheim zwei Menschen getötet, 23 teils schwer verletzt und einen Millionenschaden angerichtet hat. Ein Arbeiter ist bei den Wartungsarbeiten der ERM-Hochdruckleitung durch die Detonation und die fast 100 Meter hohe Flammensäule sofort getötet worden, sein Kollege erlag Wochen nach dem Unglück seinen schweren Verletzungen.

Doch jetzt werden die Nerven der Anwohner der damals völlig verwüsteten Jakob-Scheller-Straße auf eine harte Probe gestellt und alte Erinnerungen kommen wieder hoch, weil im August und September erneut an der Gas-Leitung zur BASF (110.000 Kubikmeter Erdgas pro Stunde) gearbeitet wird. Und bei den Isolierungsarbeiten soll das Gas wieder vorher nicht abgestellt werden, wie der SWR berichtet! Rund 40 beschädigte Wohnungen waren damals wochenlang unbewohnbar.

Ludwigshafen: 7 Jahre nach Horror-Explosion wieder Arbeiten an Gas-Pipeline

Eine Angst der Anwohner, die auch der Oppauer Ortsvorsteher Frank Meier (SPD) gegenüber dem SWR nachvollziehen kann, wenn tatsächlich bei normalem Gasdruck an der Ferngasleitung gearbeitet werden sollte. Vielmehr fände es der Lokalpolitiker besser, die Leitung während der Arbeiten drucklos zu stellen. Doch nicht nur das: Da unter der Wiese in der Jakob-Scheller-Straße womöglich seit Jahrzehnten gefährliche Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg verborgen sein könnten, sollten Experten vom Kampfmittelräumdienst die zunächst mal dementsprechend überprüfen.

StadtLudwigshafen am Rhein
BundeslandRheinland-Pfalz
Fläche77,55 km²
Einwohnerzahl172.253 (Stand: 31. Dez. 2019)
OberbürgermeisterinJutta Steinruck (SPD)

Doch die Betreiberfirma Gascade in Kassel, ein Tochterunternehmen der BASF, sieht das scheinbar trotz der schrecklichen Katastrophe im Herbst 2014 komplett anders und es als nicht notwendig an, die 57 Kilometer lange Erdgas-Leitung zwischen Ludwigshafen und Karlsruhe abzuschalten. So hat ein Unternehmenssprecher gegenüber dem SWR beschwichtigt, man werde sehr „behutsam“ vorgehen und die Leitung zunächst per Hand mit Schaufeln freilegen, bevor ein Bagger anrückt.

Ludwigshafen: Ermittlungen nach Explosions-Katastrophe eingestellt

Rückblick: Am 23. Oktober 2014 hatten Arbeiter eine sogenannte Spundwand ins Erdreich gerammt, was die gewaltige Detonation vermutlich verursacht hat. Bis heute ist umstritten, ob die Außenwand des Gasrohrs (40 cm Durchmesser) tatsächlich nur noch eine Stärke von weniger als einem Millimeter hatte oder nicht. Jedenfalls hätte man laut der nach der Katastrophe ermittelnden Staatsanwaltschaft Frankenthal hätten man jedoch vor dem Start der Arbeiten zunächst die Gasleitung freiräumen müssen, da deren exakter Verlauf in rund zwei Metern Tiefe unklar gewesen sei. Daher ist auch gegen insgesamt vier Personen ermittelt worden – gegen zwei Baufirma-Mitarbeiter und zwei Mitbetreiber der Pipelinefirma.

Die Ermittlungen gegen die vier Beschuldigten sind jedoch eingestellt worden, nachdem ein Gutachten belegt hat, dass auch eine vorherige Freilegung der Hochdruckleitung die Explosion nicht verhindert hätte. Bleibt nur zu hoffen, dass sich solch eine Tragödie nicht wiederholt. (pek)

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