Erstes Mal ohne Kopper

„Tatort“ Ludwigshafen: Ranisch setzt wieder auf Improvisation

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Die Ludwigshafener verschlägt es diesmal in den Schwarzwald nach Loßburg. (Archivbild)

Ludwigshafen - Nach dem Ausscheiden von Kultkommissar Mario Kopper geht der Ludwigshafener Tatort in die nächste Runde. Diesmal allerdings im schaurig-verträumten Schwarzwald:

Am Sonntag (4. März) entführt uns das Team des „Tatort“ aus Ludwigshafen um 20:15 Uhr in den Schwarzwald nach Loßburg.  

In der ersten Folge ohne Kopper (Andreas Hoppe) fahren Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihr Team zu einem Coaching Wochenende. In Loßburg steigen sie in einem abgelegenen Landgasthof ab, dessen skurriles Personal die Ermittler ordentlich auf Trab hält. 

Tatort - Waldlust“ heißt der Krimi, der abermals unter der Regie von Axel Ranisch steht. Er drehte bereits den umstrittenen „Tatort - Babbeldasch“ (2017). Auch damals schon verzichtete er auf vorgefertigte Dialoge, um Glaubhaftigkeit und Realismus zu erzeugen, so der Regisseur. 

Auf die Laien, die er sich für „Babbeldasch“ ins Boot holte, verzichtet er bei „Waldlust“ ganz. Die fast nur mit Profis inszenierte neue Folge wirkt viel mehr aus einem Guss, außerdem gruselig, komisch und spannend zugleich. 

Handlung des „Tatort - Waldlust“

Im einsamen Hotel „Lorenzhof“ geht es sogleich ans gruppendynamische Arbeiten. Odenthal, Kollegin Johanna Stern (Lisa Bitter), Kriminaltechniker Peter Becker (Peter Espeloer) und Frau Keller scharren sich um Coach Simon Fröhlich (Peter Trabner). Der hat anhand von Fragebögen, die bis auf Odenthal alle ausgefüllt haben, bereits herausgefunden, dass es im Team Schwierigkeiten gibt. 

Koppers Weggang ist dabei nicht die Ursache des Problems, sondern die „Spitze des Eisbergs“, stellt der Coach fest. „Ich denke, wir sollten den Weggang von Kopper als Chance begreifen“. Kopper, der jahrzehntelang Odenthals rechte Hand war, hatte zuletzt in einem Mafiadrama einen Angreifer erschossen, dies lange verschwiegen und dann gehen müssen. 

Die einzige Schwierigkeit, die ich sehe, ist: Die Stelle wird nicht neu besetzt, es gibt kein Geld dafür“, sagt Odenthal, die wenig Lust auf das Zusammensein hat. 

Sehr viel weiter kommt das Quintett zunächst nicht, denn die Gasthof-Betreiber binden seine ganze Aufmerksamkeit. Da ist der düster wirkende Wirt Bert „Humpe“ Lorenz (Heiko Pinkowski), der einst im Hotel seine geliebte Schwägerin Waltraud getötet haben soll und im Gefängnis saß. Er beteuert seine Unschuld. 

Sein Bruder Heinrich ist seit damals verschwunden. Und da ist Waltrauds hyperaktiv wirkende Tochter Dorothee (Eva Bay), die Onkel „Humpe“ für unschuldig hält. 

In dem von ihr servierten Abendessen entdeckt Fröhlich einen Knochen, den Becker schnell als Überbleibsel eines „homo sapiens sapiens“ identifiziert. Als die Ermittler dann nach einem Hinweis im Keller eine Kiste mit Liebesbriefen finden, dämmert ihnen: „Jemand will, dass wir auf diese Dinge stoßen“. 

Weil das lokale Polizisten-Paar (Juergen Maurer, Christina Große) nicht richtig weiterhilft und auch noch zwei Anwesende umgebracht werden, machen sich die Ludwigshafener auf die Suche nach dem Mörder - und der Antwort auf die Frage, ob er auch der Täter von damals ist. 

Schauspieler kennen Mörder nicht

Dass Odenthal dabei angeschossen wird, ist nur einer der vielen Einfälle von Buchautor Sönke Andresen. Wie in „Babbeldasch“ hat Ranisch den Schauspielern nicht verraten, wer der Täter ist. Keiner hätte es gewollt, sagt er im SWR-Interview. Es verleihe dem Film „eine besondere Unmittelbarkeit, wenn die Kommissare den Mörder nicht kennen“, betont er. 

Ein weiterer „Tatort“ mit Axel Ranisch ist laut SWR nicht in Arbeit.   

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dpa/hew

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