Filmfestival Ludwigshafen

Pfälzer Mundart-Doku „Hiwwe wie Driwwe“ bricht Zuschauerrekorde

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Filmfestival Ludwigshafen zeigt „Hiwwe wie Driwwe – Pfälzisch in Amerika“

Ludwigshafen - Am 21. August startet wieder das Festival des Deutschen Films auf der Parkinsel. Mit im Gepäck: die Pfälzer Premieren-Kracher-Doku „Hiwwe wie Driwwe – Pfälzisch in Amerika“.

Erst kürzlich sind die beiden Regisseure und Produzenten Christian Schega und Benjamin Wagener von ihrer Premieren Film-Tour aus den USA zurückgekommen. Höhepunkt der Reise ist das Kino in Kutztown, Pennsylvania, in das immer mehr Stühle dazugestellt werden müssen. Das Interesse für ihren Pfälzisch-Amerikanischen Mundart-Film „Hiwwe wie Driwwe – Pfälzisch in Amerika“ sprengt jeden Rahmen. Regelmäßig stellen ihnen die Kinobetreiber ein zweites Kino zur Verfügung, weil der vorbestellte Premierenraum schon längst ausverkauft ist.

Auf die Idee zum Film sind die beiden Pfälzer vor vier Jahren gekommen: Auf YouTube amüsieren sie sich über einige Videos von ihrem künftigen Hauptdarsteller: Amerikaner Douglas Madenford, der Sprachkurse in „Pennsylvania Dutch“ gibt – einem pfälzischen Dialekt von vor 300 Jahren. 

„Ohne ihn wäre eine Kommunikation mit den Pennsylvania Dutch sehr schwierig gewesen“,  gibt Christian Schega zu. 

Pfälzer Mundart-Dokumentation schon 12.000 Premieren-Besucher

Anfangs ist alles schwierig. Natürlich gibt es keinen Verleih, der an einer Dokumentation Interesse hat – also müssen sie die Pfälzer Kinos selbst kontaktieren. Filmförderung – erst einmal Fehlanzeige. Doch der Dokumentarfilm „Hiwwe wie Driwwe – Pfälzisch in Amerika“ schlägt ein: „Die Resonanz ist überwältigend!“, schwärmt der gebürtige Landauer Schega heute: „Für uns war es einfach ein Herzensprojekt, wir fanden es so schräg!“

2017 reisen Schega und Wegener ohne Förderzusage, mit vollem Risiko, zum Dreh nach Amerika. Erst vor Ort bekommen sie rückwirkend eine Teilzusage für die Finanzierung der Flüge nach Pennsylvania.

Die Story: Der in Pennsylvania geborene und aufgewachsene Douglas Madenford macht sich auf Spurensuche durch seine US-Heimat und die deutsche Pfalz. „Doug“ trifft dabei auf viele Menschen, mit dabei ist auch Comedian Chako Habekost, der dem Amerikaner das in der Pfalz gebräuchliche „Alla hop!“ erklärt. Du erfährst, was von der pfälzischen Sprache und Kultur in Amerika geblieben ist und wie sie sich „hiwwe wie driwwe“ („hüben wie drüben“) entwickelt hat. 

Filmfestival Ludwigshafen zeigt „Hiwwe wie Driwwe“

Premierenfilm „Hiwwe wie Driwwe“ beim Filmfestival Ludwigshafen: Radio heißt „Schwätzkasten“, der Fernseher „Guckbox“

In den USA stolpert man bei witzigen sinn- und wortverwandten Pfälzer Vokabeln wie dem „Kinner-Center“ (Kindergarten), der „Bauerei“ (Bauernhof), der „Grundsau“ (Murmeltier), dem „Schwätzkasten“ (Radio) oder der „Guckbox“ (Fernseher). Auch über Schilder kann man schmunzeln, wie das  der „Katze Boucle Weeg“ (englisch: Cat‘s Back Road).

Filmfestival Ludwigshafen zeigt „Hiwwe wie Driwwe – Pfälzisch in Amerika“

Entstanden ist der Dialekt, weil vor 300 Jahren viele Pfälzer, meist aus wirtschaftlichen Gründen, in die USA flüchten und sich hauptsächlich in und um Pennsylvania ansiedeln. Deshalb sprechen in Amerika bis heute bis zu 400.000 Menschen diese Variante des Pfälzischen Dialekts: das sogenannte Pennsylvania Dutch („Deutsch“). Der Film ist eine unterhaltsame Reise, die Pfälzer von „hiwwe wie driwwe“ zusammenbringt und den Gemeinsamkeiten der pfälzischen Seele auf beiden Kontinenten auf den Grund geht. Absolutes Muss für alle eingefleischten Pfälzer – und solche, die es vielleicht noch werden wollen!

Hier bekommst Du einen kleinen Einblick in die Dokumentation:

Schon fast 12.000 Zuschauer hat der Film bislang auf seiner Pfälzer Premierentour. erreicht. Doch die Kosten für den Film haben die beiden Produzenten noch lange nicht raus. „Wenn man reich werden will, darf man keinen Film machen!“, erklärt Christian Schwega abschließend.

Hier kannst Du den Film in Ludwigshafen sehen: Am Donnerstag, dem 22. August um 18:45 Uhr im Festivalkino 2, am Freitag, dem 23. August um 16:30 Uhr im Festivalkino 2, am Samstag, dem 24. August um 17:00 Uhr im Festivalkino 3.

Wenn Du Dich über das weitere Programm des Ludwigshafener Filmfestivals auf der Parkinsel interessiert, kannst Du Dich hier informieren.

kpo

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