Land und Unternehmen sorgen vor 

Coronavirus rückt näher – Gesundheits-Ministerin: „Rheinland-Pfalz ist vorbereitet“

Ludwigshafen/Mainz – In Rheinland-Pfalz gibt es noch keinen Coronavirus-Fall, jedoch sind die Auswirkungen der Epidemie zu spüren – Land und Unternehmen bereiten sich vor.

  • Tausende vor allem in China sind am neuen Coronavirus erkrankt, in Deutschland bislang vier Menschen.
  • In Rheinland-Pfalz gibt es noch keinen bestätigten Coronavirus-Fall.
  • Landesregierung und Unternehmen treffen Vorkehrungen gegen Ausbreitung des Coronavirus.

Obwohl in Rheinland-Pfalz noch niemand am Coronavirus erkrankt ist, laufen auch hier Vorbereitungen für den Ernstfall. Wie bei anderen Infektionskrankheiten gilt auch bei dem neuen Erreger: Vorbeugender Schutz ist möglich. Um sich vor einer Infektion zu schützen, gelten dem Sprecher des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz in Mainz zufolge die gleichen Verhaltensregeln wie beispielsweise bei der Grippe. Dazu gehöre häufiges und gründliches Händewaschen. „Viren setzen sich auch gerne auf Türklinken ab und und so weiter, all das, was wir anfassen.“ 

Ludwigshafen: Helfen Atemschutzmasken gegen den Coronavirus?  

Auch die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland empfiehlt gute Händehygiene und rät, regelmäßig Hände mit Seife zu waschen oder zu desinfizieren - etwa nach Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln. 

Zu Erkrankten sollte Abstand gehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Die Maßnahmen seien angesichts der Grippewelle generell angeraten. 

Verstärkt fragen Menschen in Apotheken nach Atemschutzmasken, wie der Sprecher berichtet. Doch sollte man sie tragen? „Das kann man machen, aber das ist jetzt auch nicht unbedingt anzuraten“, sagt er. Ein Vorteil der Masken sei, dass man mit den Händen nicht den Mund berühren könne. Viren könnten nicht an Mundschleimhäute gelangen. 

Alle Infos und belegten Fakten zum Coronavirus findest Du HIER

Die Lage spitzt sich zu. Nachdem am Samstagabend über 120 Menschen aus Wuhan nach Deutschland gebracht wurden, gibt es die ersten Corona-Infizierten in Germersheim . Um einem Lagerkoller unter den Betroffenen entgegenzuwirken, sind in der Germersheimer Kaserne Psychotherapeuten im Einsatz. 

Ludwigshafen: Vorkehrungen der Behörden gegen den Coronavirus

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler betont: „Rheinland-Pfalz ist auf das Coronavirus vorbereitet.“ Ärzte und Krankenhäuser seien darauf eingerichtet, Erkrankte zu behandeln. 

Für sie hat das Ministerium einen Plan für den Umgang mit Verdachtsfällen erstellt - auf Grundlage der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI)

Begründete Verdachtsfälle müssen laut Ministerium von Gesundheitsämtern unverzüglich an das Landesuntersuchungsamt (LUA), das Gesundheitsministerium und das RKI übermittelt werden. 

Proben von Verdachtsfällen aus Rheinland-Pfalz würden derzeit noch an das Labor für Coronaviren an der Berliner Charité gehen. In Kürze werde aber auch das LUA die Coronavirus-Untersuchung anbieten, teilt das Mainzer Gesundheitsministerium mit.

Unglaublich: Die TV-Serien „Simpsons“ hat es wohl schon wieder getan! In einer Folge aus den 90er Jahren sagten die Macher das Coronavirus voraus – zumindest ist sich darüber das Netz sicher.

Ludwigshafen: Kampf gegen Coronavirus – Unternehmen in der Pfalz sorgen vor 

Mancher Konzern hat konkrete Schritte gegen die Ausbreitung des Coronavirus eingeleitet. In Rheinland-Pfalz teilt der Chemieriese BASF mit, er beobachte die Lage genau. „Es gibt kein generelles Reiseverbot, aber Dienstreisen nach Wuhan wurden eingestellt", sagte ein Sprecher in Ludwigshafen

Laut Informationen des Mannheimer Morgen habe die BASF jedoch zuvor ein Reiseverbot für ganz China angekündigt.   

Die BASF unterhält zwar keinen Standort in Wuhan, dort leisten allerdings 22 chinesische BASF-Mitarbeiter technischen Service für einen Kunden. 

Grundsätzlich holen Unternehmen eifrig Informationen zu dem Coronavirus ein. So teilt die rheinland-pfälzische Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) mit, dass sich Firmen mit Standorten in Asien verstärkt zum Thema Coronavirus meldeten, um vorbeugend Maßnahmen für die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter ergreifen zu können. 

Bei einer TK-Hotline für Versicherte gingen derweil nur vereinzelt Anfragen zum Coronavirus ein. Ähnlich das Bild bei der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, die Versichertenanfragen seien bislang „unauffällig“. 

Ludwigshafen: Rheinland-pfälzische Landesregierung unterhält Verbindungen nach China 

Eine Wirtschaftsrepräsentanz der rheinland-pfälzische Landesregierung sitzt in Qingdao. Das ist aber über 1000 Kilometer von der Millionenstadt Wuhan entfernt, in der das Coronavirus erstmals aufgetreten ist. Es gebe bislang keinerlei Auswirkungen auf die Repräsentanz, schreibt das Mainzer Wirtschaftsministerium. 

Auch die Partnerprovinz Fuijian im Südosten Chinas ist recht weit von Wuhan weg. Die Landesregierung betont, bei Dienstreisen orientiere man sich an den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes. Das hat bislang nur eine Teilreisewarnung für die Provinz Hubei um Wuhan ausgesprochen.

In China breitet sich der Coronavirus immer weiter aus. Daher will die Bundesregierung 90 Deutsche aus demCorona-Krisenherd Wuhan einfliegen. Das Flugzeug der Bundeswehr soll voraussichtlich am 1. Februar am Frankfurter Flughafen landen. Von dort werden die 90 China-Rückkehrer im Luftwaffenstützpunkt in Germersheim gebracht und zwei Wochen lang unter Quarantäne gesetzt.

Während die Angst vor dem Coronavirus sich immer weiter ausbreitet, gibt es eigentlich eine ganz andere beunruhigende Statistik: Die Zahl der Grippefälle steigt deutlich an!

dpa/esk 

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/Soeren Stache/dpa

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