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Corona in Ludwigshafen: Inzidenz sinkt – wird Lockdown trotzdem verlängert?

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Von: Florian Römer

Ludwigshafen - Welche Regeln gelten im Corona-Lockdown? Wie viele Infizierte gibt es in der Stadt? Wie sieht es in den Krankenhäusern aus? Alle Infos im Überblick:

Update vom 3. Januar: Während die Zahl der neuen Corona-Fälle wieder stark ansteigt – insgesamt kommen 45 Neuinfizierte dazu – sinkt die 7-Tage-Inzidenz leicht auf 183,5, da viele Corona-Infizierte wieder genesen sind. Dennoch bleibt die Lage angespannt, zumal sich die Auswirkrungen der Feiertage frühestens in einer Woche offenbaren werden. Aus diesem Grund hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Sonntag in Mainz eine Verlängerung des Lockdowns angekündigt.

Corona in Ludwigshafen: Wenig neue Fälle - die aktuellen Zahlen

Update vom 2. Januar: In Ludwigshafen sind nur 17 neue Corona-Fälle bekannt geworden. Die Zahl der Infektionen liegt seit Beginn der Pandemie jetzt bei 5.233. 3.496 Menschen gelten als von einer Covid-Erkrankung genesen. Man geht davon aus, dass es derzeit mindestens 1.604 aktive Fälle in Ludwigshafen gibt. Wegen Meldeverzögerungen werden aber wohl nicht alle Erkrankungen über die Feiertage erfasst worden sein. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt am Samstag (2. Januar) 188,1.

Rund ein Viertel Patienten auf Intensivstationen in Ludwigshafener Kliniken sind momentan mit dem Coronavirus infiziert. 14 von 25 Covid-Patienten werden invasiv beatmet. Von 102 Intensivbetten listet das Divi-Register in Ludwigshafen 19 freie Betten.

Coronavirus in LudwigshafenLage am 2. Januar
Fälle gesamt5.233 (+17)
genesen3.496
aktive Fälle1.604
gestorben131
7-Tage-Inzidenz188,1
freie Intensivbetten19

Ludwigshafen: Fitnessstudio 2 Mal geöffnet – Stadt reagiert mit saftigem Bußgeld

Update vom 29. Dezember: Über 2300 Bußgeldverfahren hat das Ludwigshafener Ordnungsamt in den vergangen beiden Monaten gegen Corona-Regelsünder eingeleitet. Das hat Martin Graf, Bereichsleiter Öffentliche Ordnung, dem Mannheimer Morgen mitgeteilt. Bei den Verstößen gegen die Corona-Verordnung soll es ein Fitnessstudio-Betreiber ganz besonders übertrieben haben: Nachdem dieser sein Kraftsport-Tempel im Lockdown unerlaubt geöffnet haben soll, verdonnert ihn die Stadt zu einer Zahlung von 5000 Euro. Eigentlich Abschreckung genug - sollte man meinen. Doch der Betreiber wiederholt das Vergehen: Diesmal sind weitere 10.000 Euro fällig. Nach Angaben des Bereichsleiters ist auch die Zahlung des zweiten Bußgelds bereits bei der Stadt Ludwigshafen eingegangen.

Corona in Ludwigshafen: Schnelltest-Center erweitert Angebot – jetzt auch für Unternehmen

Update vom 27. Dezember: Während in Rheinland-Pfalz die ersten Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden, bietet das Corona-Schnelltestcenter-Ludwigshafen im Walzmühl-Center nun auch Reihentests für Unternehmen und Hilfsorganisationen an. „Diese Reihentests stellen einen wichtigen Baustein innerhalb von Hygienekonzepten dar, um Betriebsschließungen oder hohe Ausfallzeiten zu verhindern“, erklärt der Betreiber, die SI Trading GmbH aus Mannheim.

Seit Eröffnung des Centers seien über 1.800 symptomlose Menschen getestet worden, von denen knapp 30 ein positives Ergebnis haben. „Es ist uns somit gelungen, in all diesen Fällen die Infektionskette zu unterbrechen“, so der leitende Arzt Dr. med. Lennart Thilmann. Tests für Einzelpersonen kosten 49 Euro, eine vierköpfige Familie kann sich pro Person für 27,50 EUR testen lassen.

Corona in Ludwigshafen: Inzidenz gesunken – fast 2.000 akute Fälle

Update vom 26. Dezember: Nach aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums Rheinland-Pfalz hat es 46 Neuinfektion in Ludwigshafen gegeben. Damit gibt es nun 4.892 Fälle in der Stadt, von denen 2.827 bereits genesen und 1.949 akut erkrankt sind. Zudem gibt es 116 Todesopfer seit Beginn der Pandemie. Die 7-Tage-Inzidenz ist auf 258,9 gesunken. Von allen Städten und Kreisen in Rheinland-Pfalz hat Ludwigshafen die zweitmeisten Fälle. Nur Mainz (5.289) hat mehr. Im Bundesland sind mittlerweile die ersten Impfdosen angekommen, sodass bereits am Sonntag (27. Dezember) mit dem Impfen begonnen werden kann.

Corona in Ludwigshafen: 7-Tages-Inzidenz weiter auf hohem Niveau

Update vom 24. Dezember: Insgesamt sind derzeit 2.132 Menschen in Ludwigshafen mit dem Coronavirus infiziert. Davon werden aktuell 69 Covid-19-Erkrankte in Krankenhäusern behandelt. Die 7-Tages-Inzidenz bleibt auch an Heiligabend mit 316,4 auf sehr hohem Niveau.

Trotz der sich zuspitzenden Lage nutzen dreiste Impfgegner die Verunsicherung mancher Menschen für ihre faktenresistente Propaganda: Derzeit warnt das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt (LKA) vor gefälschten Terminvergaben für anstehende Corona-Impfungen. Unbekannte sollen mehrere solcher täuschend echt wirkenden Schreiben im Rhein-Pfalz-Kreis versendet haben, teilt das LKA am Mittwoch mit. Als Absender wird das Gesundheitsamt angegeben.

Wie ein Sprecher der Behörde sagt, handelt es sich bei den Tätern um Impfgegner. So enthalten die Anschreiben mit der Betreffzeile „Terminbestätigung für Schutzimpfung gegen SARS-CoV-2“ einen QR-Code. Werde dieser mit dem Smartphone gescannt, werde der Empfänger auf eine impfkritische Internetseite geleitet. Die Polizei bittet Empfänger, sich zu melden.

Corona in Ludwigshafen: KVD knallhart – kein Happy-End für Massagebetrieb 

Update vom 21. Dezember: Der Kommunale Vollzugsdienst (KVD) hat bereits am Freitagnachmittag (18. Dezember) einen Massagebetrieb in Ludwigshafen dicht gemacht. Dieser soll zuvor entgegen der Corona-Verordnung geöffnet gewesen sein. Ein Anwohner soll die Betreiberin des Massagestudios beim KVD denunziert haben. Dieser soll sich um 15:30 Uhr gemeldet und der Behörde mitgeteilt haben, dass der Betrieb in der Nördlichen Innenstadt weiterhin Massagen anbiete. Vor Ort entdecken die Einsatzkräfte den Hinweis auf eine Telefonnummer zur Vereinbarung von Terminen.

Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Ludwigshafen schließt Massagebetrieb nach Undercover-Aktion (Symbolbild/Fotomontage).
Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Ludwigshafen schließt Massagebetrieb nach Undercover-Aktion (Symbolbild/Fotomontage). © Stadt Ludwigshafen & dpa/Christin Klose

Nach einem Anruf unter der Nummer lässt eine Mitarbeiterin anschließend einen KVD-Beamten in den Betrieb, der in ziviler Kleidung zunächst vorgibt, eine Massage erhalten zu wollen. Erst im Laufe des Verhandlungsgesprächs betreten uniformierte KVD-Einsatzkräfte den Laden und stellen die Frau zur Rede. Als Ausrede soll die Frau angegeben haben, mit der Reinigung des Eingangsbereich beschäftigt gewesen zu sein, als der vermeintliche Kunde plötzlich erschienen ist. Eine Massage soll sie aber abgelehnt haben. Auch als sich der potenzielle Kunde als KVD-Beamter zu erkennen gibt, beharrt sie auf ihrer Schilderung –Konsequenz: Die Einsatzkräfte schließen den Betrieb und versiegelten die Zugänge.

Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Ludwigshafen schließt Massagebetrieb nach Undercover-Aktion (Symbolbild/Fotomontage).
Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Ludwigshafen schließt Massagebetrieb nach Undercover-Aktion (Symbolbild/Fotomontage). © Stadt Ludwigshafen & dpa/Christin Klose

An anderer Stelle hat der KVD ebenfalls am Freitagnachmittag (18. Dezember) eine Drogerie geschlossen. Das Geschäft in der Innenstadt soll entgegen der Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes Artikel angeboten haben, die weder dem Sortiment einer Drogerie noch eines Lebensmittelmarktes zuzuordnen sind. Bereits am späten Vormittag hatten Einsatzkräfte die Marktleitung aufgefordert, entsprechende Waren wie beispielsweise Gesellschaftsspiele, Plüschtiere und DVDs aus dem Sortiment zu entfernen. Dieser Aufforderung ist man offenbar nicht nachgekommen: Bei einer anschließenden Kontrolle gegen 15:30 Uhr hat die Ware weiterhin zum Verkauf im Laden gestanden. Die Einsatzkräfte teilen der Marktleitung daraufhin mit, dass das Geschäft aufgrund der anhaltenden Verstöße geschlossen werde. Nach der Räumung des Ladens versiegelt der KVD die Eingänge

Corona in Ludwigshafen: Ausgangsbeschränkung verlängert – Impfzentrum fertig

Update vom 18. Dezember: Die Stadt Ludwigshafen wird die bestehende Allgemeinverfügung bis 10. Januar 2021 verlängert, nach der es nur in triftigen Ausnahmefällen erlaubt ist, zwischen 21 und 5 Uhr das Haus zu verlassen. Das gab Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) am Freitag (18. Dezember) im Rahmen eines Pressegesprächs bekannt.

Die hohen Inzidenzzahlen, das unvermindert dynamische Infektionsgeschehen und die derzeit enorme Belastung des Gesundheitswesens erlauben uns keine Freiräume, um im Kampf gegen das Corona-Virus nachzulassen“, betonte Steinruck. Weitestmögliche Kontaktreduzierung sei nach wie vor das Gebot der Stunde. Die Maskenpflicht wird nun auch auf den Bereich des des Friedrich-Wilhelm-Wagner-Platz in der Innenstadt ausgedehnt.

Corona in Ludwigshafen: Ausnahmen über Weihnachtsfeiertage

Parallel zu den bundesweiten Regeln wird Ludwigshafen die Ausgangsbeschränkungen über Weihnachten lockern. Von 24. bis 26. Dezember gilt die Ausgangssperre von 0 bis 5 Uhr. Auch wenn es über die Feiertage möglich sein wird, mit bis zu vier weiteren Menschen aus dem engsten Verwandtenkreis zu treffen, appellierte Steinruck erneut, das Weihnachtsfest nur im engsten Familienkreis zu begehen.

Zum Jahreswechsel wird es allerdings keine Lockerungen geben: „Der Lockdown macht keinen Sinn, wenn an Silvester große Partys gefeiert werden“, erklärte Steinruck. Analog den Vorgaben des Landes Rheinland-Pfalz will auch Ludwigshafen das Abbrennen von Feuerwerk und Böllern auf öffentlichen Plätzen am 31. Dezember und 1. Januar verbieten. Die Allgemeinverfügung betreffe auch Tankstellen, Benzinverkauf und Lieferdienste, präzisierte das Stadtoberhaupt. Auch für diese Dienste gelten die Ausgangsbeschränkung ab 21 Uhr.

Corona in Ludwigshafen: Impfzentrum in der Walzmühle einsatzbereit

Steinruck konnte angesichts der angespannten Situation auch gute Nachrichten vermelden. Das Landesimpfzentrum in der Walzmühle ist betriebsbereit und soll am Dienstag (22. Dezember) im Rahmen eines Presserundgangs vorgestellt werden. Steinruck erklärte, dass das Impfzentrumschlicht und funktional“ gehalten sei. Am Eingang soll es eine Fieberkontrolle geben. Je nach Personaldecke sollen mittelfristig zwei Impfstraßen im Einsatz sein: Von der Anmeldung gehe es für die „Impflinge“ über einen ersten Wartebereich und eine allgemeine Aufklärung zu einer Einzelaufklärung und dann in die Impfkabine. Nach der Injektion werden sich die Impflinge noch gut 15 Minuten in einem weiteren Wartebereich aufhalten, wo sie auf mögliche Nebenwirkungen überwacht werden.

Das Landesimpfzentrum in der Walzmühle in Ludwigshafen ist betriebsbereit.
Das Landesimpfzentrum in der Walzmühle in Ludwigshafen ist betriebsbereit. © Stadt Ludwigshafen

Wie viele Menschen man am Tag in der Walzmühle impfen könne, ließe sich aktuell noch nicht beziffern, ergänzte Beigeordneter Andreas Schwarz. Das hänge auch davon ab, wie viel Impfstoff überhaupt zu Verfügung stehe. Genauer Zahlen will die Stadt am Dienstag nennen. Derweil sucht die Verwaltung weiterhin Ärzte und medizinisches Fachpersonal für das Impfzentrum. Wer helfen kann, soll sich bei der Verwaltung melden. Schwarz zufolge geht man bei der Stadt Ludwigshafen davon aus, das man das Impfzentrum das komplette Jahr 2021 betreiben wird: „In den Dienstplänen sind noch viele Stunden frei. Wir freuen uns über jeden der hilft“, sagte Schwarz.

Corona in Ludwigshafen: Masken-Kontrolle eskaliert – Messer-Mann rastet aus

Update vom 17. Dezember: Weil er keine Maske trägt, wird ein bisher unbekannter Mann am Mittwoch (16. November) gegen 15:15 Uhr im Bereich der Prinzregentenstraße vom Kommunalen Vollzugdienst (KVD) kontrolliert. Während der Kontrolle zückt er plötzlich ein Messer und bedroht die Angestellten der Stadt Ludwigshafen. Anschließend ergreift er die Flucht und entkommt. Bei dem Einsatz werden keine Personen verletzt.

Die Polizei sucht nun Zeugen. Der Mann ist zwischen 16 und 20 Jahre alt und hat dunkle kurze Haare. Hinweise sollen an die
Polizeiinspektion Ludwigshafen 2, Telefonnummer 0621 963-2222 oder per E-Mail piludwigshafen2@polizei.rlp.de gemeldet werden.

Update vom 14. Dezember: Nach der Corona-Konferenz mit Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten steht fest: Ab Mittwoch (16. Dezember) kommt der harte Lockdown. Diese Regeln gelten dann für Rheinland-Pfalz:

Corona in Ludwigshafen: OB Steinruck entschuldigt sich – „das wollte ich nicht“

Update vom 11. Dezember, 17 Uhr: Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck reagiert auf die Stellungnahme des Rhein-Pfalz-Kreises, der angekündigt hatte, die Kontaktnachverfolgung von positiven Corona-Fällen nicht an die Städte Ludwigshafen oder Speyer abgeben zu wollen. Beide Städte hatten zuvor gefordert, die Verfolgung selbst durchzuführen, da das zuständige Gesundheitsamt des Kreises überfordert sei.

Steinruck sagte, sie möchte ihre „kritischen Worte keinesfalls als Angriff auf die Mitarbeiter*innen im Gesundheitsamt verstanden wissen“. Sie wisse genau unter welch hohen Belastungen sie arbeiten würden. „Deswegen tut es mir leid, wenn sich Mitarbeiter*innen persönlich getroffen fühlen. Das wollte ich, bei aller Schärfe in der politischen Diskussion, nicht“, so die Oberbürgermeisterin in einer offiziellen Stellungnahme.

Sie sagte weiter, dass, wenn es nicht möglich sei, die Kontaktverfolgung als städtische Aufgabe zu übernehmen, eine andere Lösung anbieten zu wollen. In diesem Sinn sei auch ihr Angebot zu verstehen, eine so hohe Zahl von Kolleg*innen aus der Stadtverwaltung zum Kreis abzuordnen. „Auch eine Koordinatorin wurde benannt. Die Mitarbeiter*innen könnten die Infrastruktur der Stadtverwaltung nutzen, aber im Team der Kreisverwaltung die Kontaktverfolgung unterstützen“, so Steinruck weiter.

Da Ludwigshafen eine der Kommunen mit der höchsten Fallzahl sei, halte sie es für sinnvoll, wenn diese Kolleg*innen dann Ludwigshafener Fälle bearbeiten würden. „Ich denke, wir sollten in der Tat auf die Sachebene zurückkehren und gemeinsam sehen, wie wir eine gute Lösung finden. Ich bin gesprächsbereit“, so Steinruck.

Corona in Ludwigshafen: Kreis will an eigener Kontaktverfolgung festhalten

Update vom 11. Dezember: Der Rhein-Pfalz-Kreis will die Kontaktnachverfolgung von positiven Corona-Fällen nicht an Ludwigshafen oder Speyer abgeben. Beide Städte hatten gefordert, die Verfolgung selbst durchzuführen, da das zuständige Gesundheitsamt des Kreises überfordert sei. Wie der SWR berichtet, lehnt Landrat Clemens Körner (CDU) den Vorstoß von Ludwigshafen und Speyer ab. Beide Städte könnten aber Verwaltungsmitarbeiter abstellen.

Rund 2.000 Telefonate würden die 175 Mitarbeiter des Gesundheitsamts bewältigen und positiv Getestete schnell informieren. Ohnehin sehe die neue Corona-Verordnung des Landes vor, dass sich Personen nach positivem Test in Quarantäne begeben ‒ auch ohne behördliche Anordnung. So könnten Gesundheitsämter entlastet werden.

Corona in Ludwigshafen: Inzidenz-Wert kurz vor 400 – Stadt will weitere Maßnahmen

Grundtext vom 10. Dezember: Seit Samstag (5. Dezember) gibt es in Ludwigshafen ein Ausgangsbeschränkung. Sie soll helfen, steigende Infektionszahlen und eine Inzidenz einzudämmen, die sich mittlerweile der 400er-Marke nähert. Am Mittwoch (9. Dezember) waren nach offiziellen Zahlen im Stadtgebiet 1.582 Menschen aktiv mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt haben sich seit Ausbruch der Pandemie 3.607 Personen mit Sars-CoV-2 angesteckt, 43 Ludwigshafener sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

StadtLudwigshafen
Bevölkerung166.621 (2016)
OberbürgermeisterinJutta Steinruck (SPD)

Mit fast 400 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen zählt Ludwigshafen (390,7) neben Speyer (401,5) in Rheinland-Pfalz zu den Städten mit der höchsten Inzidenz. Bundesweit liegen beide Kommunen mit ihren Inzidenzwerten in den Top 10. Dabei soll es nicht bleiben. Deshalb haben Ludwigshafen und Speyer bei der Landesregierung und dem Landesgesundheitsministerium beantragt, die Kontaktnachverfolgung künftig selbst zu übernehmen.

Ludwigshafen will Corona-Kontakte selbst nachverfolgen

In einem Online-Pressegespräch bekräftigt Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) am Donnerstag (10. Dezember), dass das zuständige Gesundheitsamt mit der Kontaktnachverfolgung in Ludwigshafen nicht mehr hinterher komme. „Wenn man sich die Zahlen anschaut, denkt man, in Ludwigshafen wohnen nur arbeitslose Singles ohne Freunde“, sagt Steinruck. Was die Oberbürgermeisterin meint: In den vergangenen drei Tagen habe die Verwaltung rund 500 Quarantäneverfügungen ausgestellt . Zu den positiv auf Corona Getesteten wurden aber nur knapp 400 Kontaktpersonen gemeldet. Steinruck hat Zweifel an den gemeldeten Zahlen. Um die Pandemie einzudämmen, brauche es aber eine funktionierende Kontaktnachverfolgung.

Schon jetzt dauere es oft mehrere Tage, bis die Verwaltung über positive Tests ihrer Bürger informiert würde. Die Verwaltung könne aber erst einen Quarantänebescheid ausstellen, wenn sie Kenntnis von einem positiven Test habe. „Diese Leute fahren dann, ohne es zu wissen mit der Bahn durch Ludwigshafen und stecken potentiell viele weitere Mitmenschen an“, erklärt Steinruck. Bisweilen sei es sogar vorgekommen, dass eine Meldung über positiv Getestete die Stadt Ludwigshafen nie erreicht. Darüber sei die Verwaltung von Bürgern informiert worden.

Ludwigshafen will mehr Informationen über Corona-Erkrankte

Damit soll jetzt Schluss sein: „Wenn das Gesundheitsamt nicht nachkommt, wollen wir selbst Kontakte nachverfolgen“, fordert Steinruck. Einen ähnlichen Schritt plant auch Speyer. Dabei gehe es auch darum, dass zuständige Gesundheitsamt zu entlasten. Unterstützung für das Vorhaben gebe es von der Landesregierung. Man wolle auf Landrat Clemens Körner (CDU) einwirken, heißt es. Die Stadt traut sich jedenfalls zu, diese „schwere Aufgabe verantwortungsvoll selbst zu übernehmen“. Mittelfristig sei es für Steinruck ohnehin nötig, dass Städte wie Ludwigshafen „ein eigenes Gesundheitsamt“ haben. Das wolle man in den kommenden Jahren durchsetzen.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie brauche Ludwigshafen über Namen und Anschrift der Positivfälle hinaus mehr Informationen, erklärt Steinruck. Dazu zählten beispielsweise das Alter von Infizierten, Arbeitsplatz oder Namen von Kontaktpersonen. In vielen Fällen tappe man derzeit „im Dunkeln“, so Steinruck. Um das Infektionsgeschehen besser einschätzen und eindämmen zu können, seien diese Informationen aber unablässig, meint das Stadtoberhaupt.

Corona in Ludwigshafen: Situation an Krankenhäusern „sehr, sehr angespannt“

Dramatisch zeichnet sich weiterhin die Lage an den Ludwigshafener Krankenhäusern ab: „Die Situation ist sehr, sehr angespannt“, bilanziert Steinruck. Die Intensivstationen in den Kliniken seien so ausgelastet, dass Intensivpatienten bereits nach Trier oder Koblenz verlegt werden mussten. „Diese Fahrten werden von unseren Rettungsdiensten gemacht. Die fallen dann für einige Stunden für unser Stadtgebiet aus“, erklärt Steinruck. Mit Blick auf die dramatische Lage in den Krankenhäusern plädiert Steinruck für ein Feuerwerks- und Knallerverbot an Silvester. So könne man die am Anschlag befindlichen Notaufnahmen entlasten.

Für die Weihnachtszeit müsse jeder selbst entscheiden, wie und mit wie vielen Personen man das Fest begehe, findet die Oberbürgermeisterin. Rücksichtnahme sei das oberste Gebot für Weihnachten und Silvester, mahnt Steinruck: „Besinnlichkeit entsteht auch und vielleicht sogar am besten im kleinen Kreis“. (rmx)

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