Ergebnisse der Sicherheitsbegehung

Brennpunkt Berliner Platz? Umfrage zeigt, wie sicher sich Menschen dort wirklich fühlen

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Sicherheitsbegehung am Berliner Platz - Wie sicher fühlen sich die Menschen hier? (Archivbild)

Ludwigshafen - Wie sicher fühlen sich die Menschen am Berliner Platz? Eine neue Umfrage liefert Ergebnisse zum Sicherheitsgefühl am wohl zentralsten Platz Ludwigshafens.

In Heidelberg gibt es den Bismarckplatz, Mannheim hat den Paradeplatz und in Ludwigshafen ist es der zentrale Berliner Platz, an dem täglich über 40.000 Menschen unterwegs sind. Doch wie sicher fühlt man sich tatsächlich an einem Ort, an dem so viel los ist? 

Dafür haben die Stadt Ludwigshafen und das Polizeipräsidium Anfang des Jahres zu einer Sicherheitsbegehung eingeladen, die mögliche Probleme und Verbesserungen aufzeigen soll. Der Weg führte die insgesamt 61 Teilnehmer vom Berliner Platz zum Platanenhain, durch die Ludwigstraße und die Bismarckstraße, ans Rheinufer (in Höhe des gelben Hauses), durch die Unterführung zur Walzmühle, zum Ernst-Bloch-Platz und zurück zum Ausgangspunkt am Faktorhaus. Die Ergebnisse der Sicherheitsbefragung veröffentlicht die Stadt am Mittwoch (8. Mai).

Um das Sicherheitsempfinden zu stärken, läuft bereits seit Januar ein Pilotprojekt der Polizei: Eine „Sprechstunde“, bei der jeden Tag Beamten für einen bestimmten Zeitraum vor Ort sein werden.

Berliner Platz unter der Lupe: Wie sicher fühlen sich die Bürger?

Ungefähr gleich viele Männer und Frauen nehmen an der Sicherheitsbegehung im Januar teil. Davon sind fast ein Drittel der Teilnehmer zwischen 41 und 60 Jahre alt. Außerdem halten sich die meisten nur kurz amBerliner Platz auf, um in Bus und Bahn umzusteigen. 56 Personen geben an, wie sicher sie sich dort fühlen. Insgesamt 71 Prozent von ihnen fühlen sich tagsüber „sehr sicher“. Sobald es dunkel wird, ändert sich dieses Empfinden stark. 53 Personen machen Angaben dazu: Nachts fühlen sich nur noch 17 Prozent „sehr sicher“. 43 Prozent haben kein gutes Gefühl und geben an, sich „eher unsicher“ zu fühlen, „sehr unsicher“ sagen 21 Prozent.

Zu wenig Beleuchtung am Berliner Platz!

Ein großer Grund für dieses Unbehagen sei wohl die mangelnde Beleuchtung, vor allem am Rheinufer und zum Übergang dorthin, am Platanenhain und zwischen der Walzmühle und dem Ernst-Bloch-Platz. Außerdem wünschen sich die Teilnehmer, dass der Berliner Platz sauberer gehalten wird und weniger Kneipen und Wettbüros im Umfeld sind. Stattdessen hoffen sie auf mehr Grünflächen und stärkere Kontrollen gegen Falschparker. 

Dr. Peter Uebel und die CDU fordern außerdem Videoüberwachung für den Berliner Platz, wie es sie bereits in Mannheim am Paradeplatz gibt. Außerdem herrscht hier inzwischen Alkoholverbot zu bestimmten Tages- und Uhrzeiten. 

„Wir sind sehr dankbar für die Hinweise der Teilnehmenden. Zum einen stellen wir fest, dass der Berliner Platz besser zu sein scheint als sein Ruf, denn die Mehrheit der Teilnehmenden gab an, sich auf dem Platz selbst sicher zu fühlen. Gleichwohl haben uns die Teilnehmer Hinweise gegeben, an welchen Stellen man nachbessern sollte durch eine bessere Beleuchtung, damit dunkle Angsträume erst gar nicht entstehen können“, fasst Sozialdezernentin Beate Stieg zusammen. Die Ergebnisse werden nun dezernatsübergreifend besprochen.

Polizei zeigt mehr Präsenz - für einen sicheren Berliner Platz!

Seit 10 Jahren leistet die Polizei intensive Präventionsarbeit rund um den Berliner Platz. Egal ob an Wochenenden, Feiertagen oder unter der Woche. Allein im Jahr 2017 waren Polizeikräfte ohne konkreten Anlass 2 584 Stunden im Einsatz. „Hinzu kommen noch Einsatzzeiten, wenn Bürger den Notruf gewählt haben oder aus besonderen Anlässen wie beim Stadtfest oder dem Weihnachtsmarkt. Insgesamt wurden 1158 Personen kontrolliert, 356 Platzverweise ausgesprochen und 59 Personen in Gewahrsam genommen“, so das Polizeipräsidium Anfang des Jahres.

Trotz all der Sicherheitsvorkehrungen kommt es allerdings leider noch immer zu Problemen am Berliner Platz: Nach einem medizinischen Notfall behindern Gaffer die Rettungskräfte. Im Juli 2018 wird der Berliner Platz Tatort eines üblen Verbrechens: Ein Streit zwischen zwei Somaliern eskaliert, bis der eine den anderen mit einer Glasflasche schwer am Hals verletzt.

cet/pol

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