Milliardeninvestition

Jetzt sagen die ,Großen‘ den Kampf an: BASF und 30 Firmen gründen Allianz gegen Plastikmüll!

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Kampf dem Plastikmüll: Die BASF und rund 30 weitere Unternehmen gründen eine Allianz. (Symbolfoto)

Ludwigshafen - Plastikmüll ist zu einem der drängendsten Probleme unserer Zeit geworden. Dies weiß auch die BASF und gründet eine weltweite Allianz zur Verringerung der Umweltverschmutzung durch Plastik. 

Ob in Kosmetikprodukten, zur Isolierung oder zum Frischhalten von Wurst, Käse, Gemüse … Plastik ist fast überall in irgendeiner Art und Weise enthalten und aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Die Kehrseite der Medaille ist die zunehmende Verschmutzung der Umwelt. Das Bewusstsein dafür wächst. Etwa sagt eine Ladenburger Ladenbesitzerin dem Plastik erst kürzlich den Kampf an

Zwar fängt Veränderung immer im Kleinen an, ohne die Großen ist sie langfristig aber kaum denkbar. BASF, einer dieser Großen, erhebt nun die Stimme und möchte der zunehmenden Verschmutzung durch Plastik ebenfalls den Kampf ansagen. Naturgemäß ist das nicht, immerhin ist die BASF doch einer der größte Chemiekonzerne der Welt. 

Hinzuzufügen ist hierbei, dass Europa im Jahr 2017 ,nur‘ 64 Millionen Tonnen gegenüber den weltweit ingesamt 512 Millionen Tonnen produzierten Plastik hergestellt hat. Dabei handelt es sich zudem in erster Linie um höherwertige Kunststoffe. ‚Minderwertiges‘ Verpackungsmaterial etwa wird zu großen Teilen in asiatischen Ländern produziert. Das eigentliche Problem liegt in der mangelnden Wiederverwertung und simplen Entsorgung. Von großer Bedeutung ist daher die Ermittlung der Herkunft des Plastikmülls.

Ermittlung der Herkunft des Mülls

Forschungsergebnisse der Umweltschutzorganisation Ocean Conservancy zeigen, dass das Plastik in den Meeren überwiegend von Abfällen stammt, die an Land entstehen. 

Ein Großteil des Plastikmülls wird über Flüsse verbreitet und kann zu zehn großen Strömen, überwiegend in Asien und Afrika, zurückverfolgt werden. Viele dieser Flüsse verlaufen durch dicht besiedelte Gegenden, in denen es an geeigneter Infrastruktur zur Abfallsammlung und zum Recycling mangelt. Dadurch kommt es zu einem unkontrollierten Eintrag der Abfälle in die Gewässer. 

Milliardeninvestitionen zur Minimierung von Plastikabfällen

Deshalb hat die BASF nun eine weltweite Allianz von rund 30 Firmen mitbegründet, um Lösungen voranzubringen, die die Entsorgung von Plastikmüll in die Umwelt, insbesondere in die Weltmeere, verringern und vermeiden. Diese sogenannte ‚Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt‘ (Alliance to End Plastic Waste) – kurz AEPW – sagt bislang Mittel in der Höhe von 1 Milliarde Dollar zu. 

„Wir alle sind uns darin einig, dass Plastikabfälle nicht in unsere Ozeane oder in die Umwelt gehören. Dies ist eine komplexe und ersthafte globale Herausforderung, die schnelles Handeln und eine starke Führung erfordert. Die neue Allianz ist die bisher umfassendste Maßnahme zur Beseitigung von Plastikabfällen in der Umwelt“, sagt David Taylor, CEO von Procter & Gamble und Vorsitzender der AEPW.

Ziel ist es im Laufe der kommenden fünf Jahre 1,5 Milliarden Dollar in verschiedene Projekte und Kooperationen zu investieren. Neue Lösungen zur Minimierung und zum Management von Plastikabfällen sollen entwickelt und im Industriemaßstab auf den Markt gebracht werden. Hierzu gehören auch Lösungen zur Wiederverwendung bereits genutzter Kunststoffe, um eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen.

Die Handlungsfelder der AEPW im Überblick

  • Infrastrukturentwicklung für Abfallsammlung, Abfallmanagement und Steigerung des Recyclings
  • Innovation zur Förderung und Skalierung neuer Technologien, die das Recycling und die Rückgewinnung von Kunststoffen erleichtern und einen Nutzen für gebrauchte Kunststoffe schaffen
  • Aufklärung und Einbindung von Regierungen, Unternehmen und Gemeinden
  • Säuberung von Gebieten, die bereits stark durch Plastikabfälle belastet sind, insbesondere von Flüssen, die Plastikmüll vom Land ins Meer transportieren

Wir unterstützen nachdrücklich das Ziel, Plastikmüll in der Umwelt zu reduzieren”, sagt Dr. Martin Brudermüller, Vorsitzender des Vorstands und Chief Technology Officer der BASF SE, der die Bildung der Allianz von Beginn an unterstützt hat. „Wir gründen die Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt mit, weil wir Lösungen vorantreiben und fördern wollen, die effektiv dazu beitragen, das weltweite Plastikmüll-Problem zu lösen“, erklärt Brudermüller. „Kunststoffe sind effiziente Materialien, die Ressourcen schonen können und der Gesellschaft Vorteile in der Gesundheit, Sicherheit und im Alltag bieten. Diese Vorteile können konterkariert werden, wenn Kunststoffe und ihre Abfälle nicht verantwortungsvoll genutzt, entsorgt oder recycelt werden.“

Wer sich nicht auf die Großen verlassen und selbst bewusster mit der Plastik umgehen will, sollte natürlich trotz umfangreicher Maßnahmen - wenn es auch nur für ein besseres Gefühl ist - in Unverpackt-Läden einkaufen. Diese gab es nämlich schon zuvor. Weil alles Große eben im Kleinen anfängt. 

pm/chh

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