Explosion in Landeshafen Nord

BASF-Tragödie mit 5 Toten: Gutachten noch 2017 erwartet

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Durch die BASF-Explosion im Landeshafen Nord am 17. Oktober 2016 verlieren fünf Menschen ihr Leben.

Ludwigshafen - Zur Klärung der Ursache für die Explosion im Landeshafen Nord mit insgesamt fünf Toten wartet die Staatsanwaltschaft auf ein wichtiges Gutachten. Das soll nun doch noch in diesem Jahr vorgelegt werden.

Am 17. Oktober 2016 kommt es im Landeshafen Nord des Chemie-Riesen BASF zu einer verheerenden Explosion, durch die insgesamt fünf Menschen ihr Leben verlieren und 28 teilweise schwer verletzt werden.

>>> Ein Jahr nach Explosion: So gedenkt die BASF der 5 Toten

Da zwar klar scheint, was an besagtem Tag zur Katastrophe führte, aber nicht genau, warum, wartet die Staatsanwaltschaft Frankenthal zur Klärung der Ursache auf ein wichtiges Gutachten.

Explosion erschüttert BASF-Gelände

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Entgegen erster Erwartungen soll das nun doch noch in diesem Jahr vorgelegt werden. Das verkündet der Leitende Staatsanwalt in Frankenthal, Hubert Ströber, am Montag.

Es scheint mir gelungen zu sein, den Sachverständigen zu überzeugen“, so Ströber gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Bislang war er davon ausgegangen, dass der Experte zuvor noch ein Gutachten zum Unglück mit zwei Toten vom 23. Oktober 2014 anfertigen muss.

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Rückblick BASF-Explosion am 17. Oktober 2016

Vier Tage sind Spezialisten einer Fremdfirma für Rohrleitungsbau am 17. Oktober 2016 bereits in dem rund 20 Meter breiten Rohrgraben zugange – darin 38 Leitungen für Dampf, Brunnen- und Abwasser sowie für brennbare Chemikalien.

Die Männer sollen im Auftrag der BASF bei einer „Propylen flüssig 95%“-Leitung ein Element zum Spannungsausgleich namens „Dehnungsbogen“ ausbauen und ersetzen.

Fakt ist: Durch einen individuellen Fehler löste ein Mitarbeiter um 11:26 Uhr das Inferno aus, als er mit einem Trennschleifer eine falsche, nicht entleerte Rohrleitungstrasse 20 Zentimeter rechts neben dem zu sanierenden Rohr anschneidet.

Der rund 15 Zentimeter lange Schnitt in die acht Millimeter dicke Leitung mit „Raffinat I+II“ sei ein so exakt getätigter Schnitt gewesen, dass ein Versehen ausgeschlossen wird. Inhalt: ein brennbares Buten-Gemisch, das vermutlich durch Funken entzündet wird.

Vergeblich kämpfen die Männer mit Handlöschern gegen die Flammen. Als die nach drei Minuten dazugeeilten Feuerwehrmänner gerade einen Wasserwerfer aufbauen, um die anderen Rohre zu kühlen, kommt es zu der riesigen Explosion – vermutlich in einer Ethylen-Ferngasleitung.

Deren schweres Stahlrohr wirbelt mit enormer Wucht in Richtung Hafen, wo sich die Feuerwehrmänner aufgestellt haben. Die Explosion führt letztendlich zu massiven Folgebränden bei dem auch Dutzende Autos zerstört werden. Insgesamt ensteht ein Sachschaden in Höhe von rund 100 Millionen Euro!

Aufgrund der kilometerweit sichtbaren Rauchsäule und der Unklarheit über möglicherweise freigesetzte Giftstoffe musste die Bevölkerung Fenster und Türen geschlossen halten.

Der mutmaßliche Verursacher, der selbst schwer verletzt wurde, schweigt nach wie vor zu den Vorfällen.

dpa/rob

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