Vorstandschef Bock über die Zukunft des Chemieriesen

BASF will vom Wachstum der Autobranche profitieren

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Der scheidenden BASF-Chef Kurt Bock.

Ludwigshafen - Der Chemiekonzern BASF will stark vom Wachstum der Autoindustrie profitieren – mit Produkten für Fahrzeuge mit und ohne Verbrennungsmotor.

„Die Autoindustrie wächst überdurchschnittlich, und wir wollen mit der Autoindustrie wachsen, auch überdurchschnittlich", sagt der scheidende Vorstandschef Kurt Bock den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX. 

Er weist darauf hin, dass BASF-Produkte für den Hauptumsatzbringer des Konzerns von Motorölzusätzen über Kühlflüssigkeit bis zu Kunststoff reichen. „Alle diese Geschäfte wachsen.“ Zugleich warnt Bock vor der Annahme, Elektroantriebe könnten den Verbrennungsmotor in den nächsten zehn Jahren verdrängen. 

Noch nicht absehbar ist für BASF das Ende im Rechtsstreit mit der Europäischen Union um das Pestizid Fipronil, dessen Einsatz die EU zum Schutz von Bienen teils verboten hatte. Bock verteidigt das Mittel, von dem nur bei falscher Handhabung ein Risiko ausgehe. Zum Bienensterben sagte er aber auch: „Es gibt teilweise Einschränkungen der Population, das ist ein Thema, um das wir uns auch kümmern müssen. Das Ziel muss sein, weniger Pflanzenschutzmittel aufzutragen, das ist übrigens ein Ziel seit vielen, vielen Jahren.“ 

Zur Beschäftigung bei dem Chemieriesen sagt der BASF-Chef, die Zahl der Mitarbeiter weltweit werde wohl wachsen, im Stammwerk Ludwigshafen werde künftig aber nicht jede frei werdende Stelle wiederbesetzt.

Der Betriebswirt, der seit 2011 die BASF leitet, scheidet im Mai aus. Er soll in zwei Jahren an die Spitze des BASF-Aufsichtsrates rücken und dort Jürgen Hambrecht ablösen. Bocks Nachfolger wird der bisherige Stellvertreter, der Chemiker Martin Brudermüller.

dpa/kab

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