Berliner Platz und Umgebung

Ludwigshafen: Alkohol-Verbot ausgeweitet – was bringt die Sperrzone?

Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Ludwigshafen
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Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Ludwigshafen

Ludwigshafen-Mitte – Ständig ‚kracht‘s‘ am Berliner Platz! Schuld daran soll auch der hemmungslose Alkoholkonsum sein. Daher folgen nun Konsequenzen – doch helfen diese auch weiter?

Brennpunkt Berliner Platz: An keinem öffentlichen Platz in Ludwigshafen kommt es zu mehr Polizeieinsätzen als hier. Ob Schlägereien, Pöbeleien oder Lärmbelästigungen, auf eines ist leider Verlass: Wenn die Temperaturen zur warmen Jahreszeit steigen, muss auch die Polizei in trauriger Regelmäßigkeit an den Verkehrsknotenpunkt ausrücken. Alkoholverbote gelten seit langem als Mittel der ersten Wahl: Erstmals wird der Konsum des „Kulturguts“ und legalen Rauschmittels zeitweise im Sommer 2008 am Berliner Platz untersagt. Zunächst hat die vom Stadtrat beschlossene Verordnung lediglich von Juli bis September Gültigkeit gehabt – das soll sich nun ändern.

Ludwigshafen: „Gefahrenabwehr“ durch Ausweitung des Alkoholverbots in der City

Die Begrenzung des Alkoholkonsums im Zuge der sogenannten „Gefahrenabwehrverordnung“ am Berliner Platz wird wohl auch dieses Jahr wieder in Kraft treten; diesmal aber bereits zum 1. April. Das hat der Stadtrat in Ludwigshafen am Montag (1. März) mit großer Mehrheit beschlossen.

Sowohl der Verkauf als auch der Konsum von Alkohol soll in den Nächten von Donnerstag bis Sonntag, jeweils von 21:00 bis 7:00 Uhr, verboten werden. Verstöße gegen die Verordnung, können mit einer Geldbuße bis zu 5.000 Euro bestraft werden. Zuvor soll es jedoch eine „Einführungsphase“ geben, um die Bürger über das Alkohol-Verbot aufzuklären. Erst danach werden bei Verstößen die drakonischen Bußgelder fällig.

Das Verbot soll neben dem Berliner Platz auch am S-Bahnhof, rund um die Walzmühle und die Yorckstraße in Ludwigshafen gelten. 

Die Entscheidung des Stadtrates wird mehrheitlich über die Fraktionen hinweg getragen. Lediglich DIE LINKE, Grünes Forum und Piraten kritisieren den Beschluss in unterschiedlicher Form.

Alkohol-Sperrzone in der Ludwigshafener Innenstadt: Zahlen sprechen keine eindeutige Sprache

Ob die Alkohol-Sperrzone ihr angedachtes Ziel erreicht, ist trotz der mehrheitlichen Position im Stadtrat nicht umstritten.

Nach einem extremen Anstieg der Zahl der Straftaten im Jahr 2017, sind sie im Folgejahr von 466 auf 353 allenfalls mäßig gesunken, wie Polizeisprecher Thorsten Mischler auf Anfrage von LUDWIGSHAFEN24 bestätigt.

Der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt Ludwigshafen

Bei den Körperverletzungsdelikten ist der Rückgang noch geringer: Hier weißt die Statistik eine Reduzierung von 161 Taten in 2017 auf 152 Delikte in 2018.

Erst im Jahr 2019 sollen die Zahl der Straftaten entscheidend gesunken sein: Insgesamt sind für diesen Zeitraum 235 Delikte verzeichnet worden. Wie es scheint, liegt das aber nicht allein am Alkoholverbot. So sollen im Jahr 2019 auch die Präsenz der Ordnungskräfte verstärkt und die Kontrollen intensiviert worden sein.

Für das Jahr 2020 sollen laut Ordnungsdezernent Andreas Schwarz (SPD) bisher noch keine Zahlen vorliegen (esk)

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