Interview mit Christian Ehring 

TV-Moderator kürte Ludwigshafen zur hässlichsten Stadt: Jetzt stellt er verrückte Theorie auf!

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Extra 3-Moderator Christian Ehring kürte Ludwigshafen in seiner Sendung im Februar 2018 zur hässlichsten Stadt Deutschlands. 

Ludwigshafen - Im Frühjahr kürt die Satire-Sendung ,Extra 3’ Ludwigshafen zur hässlichsten Stadt Deutschlands. Wir sprechen mit Moderator Christian Ehring über die Stadt und eine besondere Einladung:

Für die Zuschauer der Fernsehsendung ,Extra 3’ ist Ludwigshafen im Februar 2018 die hässlichste Stadt in Deutschland. Das Rennen um die Auszeichnung war allerdings knapper als gedacht, wie Christian Ehring uns erklärt. „Wir haben einfach die Zuschauer befragt. Es war aber auch nicht so, dass wir 100 Einsendungen erhalten haben. Ludwigshafen wurde neun Mal und Duisburg sieben Mal genannt. Es war bei Leibe auch nicht repräsentativ“, sagt der Moderator. 

Der gebürtige Duisburger hat im Juli 2011 die Moderation der Satire-Sendung übernommen und weiß, dass seine Heimatstadt ebenfalls nicht zu den schönsten gehört. „Ich habe zwar nur drei Jahre in Duisburg gelebt, aber finde es macht sich gut für die „street credibility“, wenn man den Ruhrpott mit in die Biographie aufnimmt“, erzählt der Kabarettist und fügt im Vergleich zu Ludwigshafen hinzu: 
„Ich glaube nicht, dass Duisburg viel hässlicher als Ludwigshafen ist. Ich war zwar öfters in Ludwigshafen und Mannheim, aber kann mir keine fundierte Meinung erlauben. Es liegt natürlich alles im Auge des Betrachters.“ 

Satire und ihre Wirkung 

Die Neuigkeit, dass Ludwigshafen so eine besondere Auszeichnung erhalten hat, machte schnell die Runde. Seitens der Stadt ist eine schnelle Reaktion gekommen. „Unser Extra 3-Beitrag hatte Folgen, denn seitdem gibt es eine Stadt-Tour – die Germanys Ugliest City-Tours. Insofern habe ich das Gefühl, dass Satire doch etwas bewirken kann“, so Ehring, der öfters auch in der ZDF-Heute-Show zu sehen ist. 

Stadt Ludwigshafen zeigt Humor

Wie heißt es so schön: „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Das hat die Stadtspitze beeindruckend unter Beweis gestellt. Der Satiriker hat nach dem Beitrag eine äußerst bemerkenswerte Einladung erhalten. „Die Stadt hat es überraschend humorvoll aufgenommen. Ich wurde sogar von der Oberbürgermeisterin zu der Stadt-Tour eingeladen – mit verbundenen Augen natürlich, damit ich nicht so viel Schlimmes ertragen müsste (lacht). Ich habe dankend abgelehnt, da ich leider zu viel zu tun hatte“ erzählt der Moderator. 

Rätsel um Mannheim-Foto gelöst! 

In dem Beitrag vom 18. April ist ein Foto von der Nachbarstadt Mannheim zu sehen. Mit einem Facebook-Post reagiert die Stadt Ludwigshafen mit Humor: „Juhu, gewonnen“, heißt es zum Beispiel in einem Facebook-Post. Dabei entschuldigt sie sich auch bei der Stadt Mannheim, da die ‚Extra 3‘-Redaktion „ausgerechnet ein Foto von Monnem verwendet hat, um ihre Hässlichkeit zu belegen.“

War das alles ein Versehen oder konnte man sich eine kleine Spitze in Richtung Baden-Württemberg nicht verkneifen?„Wir haben uns gedacht, die ganze Hässlichkeit Ludwigshafens wollten wir unseren Zuschauern nicht zumuten. Fernsehen ist schließlich ein optisches Medium. Nein, im Ernst: Das war ein blöder Fehler“ ,verrät uns Ehring. 

Verrückte Theorie: Hässliche Städte - nette Menschen? 

Der Autor, der 2017 den deutschen Fernsehpreis für die beste Comedy/Kabarett erhalten hat, hat zudem eine interessante These aufgestellt: „Ich habe die Beobachtung gemacht, dass die Leute in den hässlichen Städten meistens sympathischer sind, als in den schönen Städten. Ich bin auch mit meinem Soloprogramm unterwegs und da habe ich gemerkt, dass das Publikum in hässlichen Städten besser ist, da wird mehr gelacht.“

oal

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