Essen bestellen bei Restaurants aus der Nachbarschaft

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Der Siegeszug des Online-Shoppings hat in den vergangen Jahren auch den Bereich der Lebensmittel erreicht.


Die bunt gekleideten Fahrradkuriere der jeweiligen Lieferdienste sind aus dem Stadtbild deutscher Metropolen mittlerweile kaum mehr wegzudenken. Darüber hinaus erfreuen sich auch Bestellplattformen wie Lieferheld einer stetig wachsenden Beliebtheit und werden auch von Investoren geschätzt. 


Da häufig wenig Zeit zum Kochen zur Verfügung steht, ordern insbesondere beruflich stark eingespannte Großstädter gerne Essen bei den genannten Lieferdiensten. Schnell stellt sich ein Gewohnheitseffekt ein, der bewirkt, dass das Bestellen von Speisen im Internet für viele Menschen zu einem festen Bestandteil des Alltags wird. Online Speisen zu ordern ist übersichtlich und nimmt nur wenig in Anspruch. Der Kunde hat die Auswahl zwischen zahlreichen Restaurants und kann die gewünschten Gerichte mit nur wenigen Mausklicks in seinen virtuellen Warenkorb befördern. Zudem bieten alle Lieferdienste praktische Apps an, die es ermöglichen, auch von unterwegs zu bestellen. Anschließend bringt der Kurier das Essen zum gewünschten Zeitpunkt direkt vor die Haustür des Kunden. Die Lieferkosten sind moderat und betragen bei Foodora und Deliveroo lediglich 2,90 Euro pro Bestellung. Lieferando und Lieferheld verzichten teilweise sogar komplett auf eine Liefergebühr. Da Getränke meistens im eigenen Haushalt des Kunden vorrätig sind, müssen diese nicht zwangsläufig geordert werden. Auf diese Weise ist das Bestellen bei einem Lieferservice häufig sogar günstiger als der Besuch eines Restaurants. Zudem spart der Kunde wertvolle Zeit, die für den Weg ins Restaurant und die damit verbundene Suche nach einem Parkplatz anfällt. Der Anteil der 30 bis 49jährigen, die regelmäßig online Essen bestellen, beläuft sich schon jetzt auf 33%. Angesichts des immer breiter werdenden Angebotes und sich wandelnder Konsumgewohnheiten, ist davon auszugehen, dass die Branche auch in den kommenden Jahren kräftige Wachstumsraten verzeichnen wird.

Frei von Risiken ist das Bestellen im Internet jedoch nicht. Insbesondere bei schwierig zu transportierenden Speisen, wie beispielsweise Suppen, kann es vorkommen, dass sie verschüttet oder beschädigt beim Kunden ankommen.
Zudem kann es passieren, dass bestellte Speisen oder Getränke vom Restaurant oder dem Lieferanten vergessen werden. In solchen Fällen kann der Kunde eine Nachlieferung beantragen oder sich den Betrag für die nicht gelieferten Speisen gut schreiben lassen. Obwohl das Essen in Thermoboxen transportiert wird, ist die Qualität der Speisen aufgrund des während des Transports entstehenden Temperaturverlustes nicht ganz mit der im Restaurant zu vergleichen. Das Essen in den eigenen vier Wänden ist zwar pragmatisch und zeitsparend, kann aber hinsichtlich Atmosphäre und Ambiente natürlich nicht mit dem Besuch eines Restaurants mithalten.


Die Gastronomie sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen: Lieferdienste helfen dabei zusätzliche Einnahmen zu generieren und den Bekanntheitsgrad der Restaurants zu erhöhen. Andererseits wächst die Sorge, in eine zu starke Abhängigkeit zu den immer beliebten werdenden Lieferdiensten zu geraten. Die Restaurants sind den Liederdiensten gegenüber verpflichtet, eine Provision abzuführen, die sich in der Regel auf ca. 30% des Bestellwertes beläuft. Aus diesem Grund sind über eine Bestellplattform georderte Speisen in finanzieller Hinsicht für ein Restaurant deutlich weniger lukrativ als vor Ort konsumierte Gerichte. Wenn bisherige Stammgäste dazu übergehen, verstärkt einen Lieferservice in Anspruch nehmen, kann diese Entwicklung mittelfristig sogar mit finanziellen Einbußen für ein Restaurant verbunden sein. 


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