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BASF in Ludwigshafen: Chemie-Konzern plant Bau von Riesen-Wärmepumpe

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Von: Teresa Knoll

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Ludwigshafen - Die BASF plant mit der Firma MAN eine Wärmepumpe, um die Dampfgewinnung nachhaltiger zu gestalten. Ein großer Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität:

Die BASF will ihre Energie künftig noch nachhaltiger gestalten. Zusammen mit der Firma MAN Energy Solutions soll in einer Machbarkeitsstudie geprüft werden, ob der Standort Ludwigshafen für eine der weltgrößten Wärmepumpen geeignet ist. Mit der Pumpe soll umweltschonend Dampf gewonnen werden. Die BASF will damit ihr Ziel unterstützen, den Gasverbrauch zu senken und bis 2050 klimaneutral zu werden.

UnternehmenBASF SE
HauptsitzLudwigshafen am Rhein
Gründungsjahr6. April 1865
Mitarbeiter weltweit111.047 (Stand: 31. Dezember 2021)
Umsatz78,6 Mrd. Euro (Stand: 2021)

BASF in Ludwigshafen: Planung einer Wärmepumpe zur nachhaltigen Dampfgewinnung

Die geplante Großwärmepumpe soll die Produktion von Dampf mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien ermöglichen. Dabei nutzt sie Abwärme aus dem Kühlwassersystem der BASF als thermische Energiequelle. Dazu wird die Restwärme des Wassers durch Verdichtung aufbereitet und der so gewonnene Dampf in das Dampfnetz des Standorts eingespeist.

Mit einer Einbindung der Wärmepumpe in die Produktionsinfrastruktur des Standorts sollen bis zu 150 Tonnen Dampf pro Stunde erzeugt werden – das entspricht einer thermischen Leistung von 120 Megawatt. Die CO2-Emissionen am Standort sollen im Zuge des Projekts um bis zu 390.000 Tonnen pro Jahr sinken. Zugleich soll die Leistung des Kühlwassersystems gesteigert und unabhängiger von Klima- und Witterungsbedingungen werden.

BASF in Ludwigshafen: Mit Wärmepumpe das Ziel der Klimaneutralität erreichen

Die BASF benötigt gut 20 Millionen Tonnen Wasserdampf pro Jahr. Einen großen Teil setzen die Betriebe am Standort als Prozessdampf in der Produktion ein, beispielsweise zum Trocknen von Produkten, Aufheizen von Reaktoren oder zum Destillieren. Schon heute wird etwa die Hälfte des Dampfbedarfs am Standort Ludwigshafen durch Wärmerückgewinnung aus Produktionsanlagen gedeckt – und somit durch ein CO2-armes Verfahren.

Die übrigen rund 50 Prozent werden über Gas- und Dampfkraftwerke gewonnen, die bei der Erzeugung Treibhausgas-Emissionen verursachen. Bis 2050 soll die BASF Netto-Null-CO2-Emissionen erreichen, also klimaneutral sein. Das Unternehmen ist auf Gas angewiesen, deswegen hat sich BASF-Chef Brudermüller gegen ein Embargo von Erdgas aus Russland ausgesprochen.

Mit Wärmepumpe von MAN: BASF als „weltweiter Vorreiter“ beim Klimaschutz

Dr. Martin Brudermüller, Vorstandsvorsitzender der BASF SE sagt dazu: „Mittelfristig wollen wir unsere CO2-Emissionen bereits bis 2030 um 25 Prozent reduzieren.“ Mit Technologien wie der Wärmepumpe würde die BASF diesem Ziel ein ganzes Stück näher kommen. Dr. Uwe Lauber, CEO von MAN Energy Solutions SE, bezeichnet die BASF als „weltweiten Vorreiter“ und „Vorbild im Einsatz innovativer Technologien zum Schutz des Planeten“.

Die MAN Energy Solutions mit Hauptsitz in Augsburg entwickelt Lösungen zur Senkung der Treibhausgasemissionen aus Industrie, Energieerzeugung und Schifffahrt. Durch das Projekt wollen beide Partner Erfahrungen in der Integration und im Betrieb von industriell skalierten Großwärmepumpen sammeln. So soll der Weg für eine Standardisierung und den Einsatz an weiteren Standorten geebnet werden. Die MAchbarkeitsstudie soll bis Ende 2022 abgeschlossen sein. (PM/resa)

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