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BASF in Ludwigshafen: Schon wieder! Giftstoffe im Rhein – Polizei ermittelt

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Von: Peter Kiefer

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Ludwigshafen – Erneut gelangt ein Wirkstoff bei der BASF in den Rhein! Es ist das zweite Mal innerhalb weniger Tage. Die Polizei schreitet nun ein:

Update vom 6. November, 12:30 Uhr: Schon wieder! Ein Tankmotorschiff der BASF verliert vermutlich aufgrund eines technischen Defekts an Bord Gefahrstoff. Die Chemikalien landen damit erneut im Rhein. Erst am Mittwoch kam es bei der BASF zu einem Produktaustritt. Es seien rund 100 Liter des schwach wassergefährdenden Stoffes Hexamethylendiamin im Fluss geflossen. Darüber berichtet der Mannheimer Morgen am Samstagmorgen. Die Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun wegen Gewässerverunreinigung.

BASF in Ludwigshafen: Rhein mit Giftstoffen kontaminiert – Polizei startet Ermittlungen

Update vom 5. November, 9:16 Uhr: Neue besorgniserregende Details zum Produktaustritt bei BASF! So sind laut Konzernangaben rund 30 Kilo des gefährlichen Herbizids Metazachlor im Rhein versickert. Aufgrund von Hochrechnungen gehe das Unternehmen von einer Gesamtmenge von etwa 80 bis 90 Kilo Metazachlor, die am Mittwoch nach 16 Uhr aus dem Betrieb in die Kläranlage gelangt seien. „Der Produktaustritt aus dem Betrieb ist bereits gestern gestoppt worden. In der Kläranlage befinden sich noch Mengen an Metazachlor, die stark verdünnt weiterhin in den Rhein austreten“, teilte eine Sprecherin gegenüber der dpa mit. Zu den Ursachen konnte BASF zunächst keine Aussagen machen. „Die behördlichen Untersuchungen laufen noch.“ Dem Unternehmen zufolge ist der Wirkstoff stark wassergefährdend.

Nach ersten Berechnungen könne eine lokale Gefährdung von pflanzlichen Wasserorganismen nicht ausgeschlossen werden. Von einer Gefährdung für tierische Wasserorganismen sei nicht auszugehen. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei gab es nach dem Austritt am Mittwoch bei Rheinkilometer 433,2 weder eine optische Verunreinigung im Rhein, noch eine Geruchsbildung. Die Ursache des Produktaustritts beschäftigt jetzt die Wasserschutzpolizei im Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik in Mainz. „Wir bitten um Verständnis, dass wir zurzeit zu den laufenden Ermittlungen keine weiteren Angaben machen können“, heißt es von dort. Man werde alle erforderlichen Maßnahmen treffen, um den Fall aufzuklären.

Ludwigshafen: Nach Austritt von Giftstoff – BASF informiert Umweltministerium

Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums hatte ein Mitarbeiter der BASF am Mittwochabend Kontakt aufgenommen. Daraufhin erging eine sogenannte Rheininformation über den Warn- und Alarmdienst der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins. „Bei Schadstoffeinleitungen infolge von Betriebsstörungen bei BASF erfolgt eine permanente Kontrolle durch die Rheingütestation Worms, die etwa zehn Kilometer unterhalb der BASF-Einleitung liegt und mit
der dort vorhandenen linksrheinischen Messleitung die Fahne möglicher Schadstoffeinleitungen durch BASF unmittelbar erfasst“, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. Da von der Rheingütestation im besagten Zeitraum keine Reaktionen der Biotestparameter gemeldet wurde, könne eine schädliche Beeinflussung ausgeschlossen werden.

Die BASF Kläranlage am Verbundstandort Ludwigshafen ist eine der größten Anlagen ihrer Art weltweit.
Die BASF Kläranlage am Verbundstandort Ludwigshafen ist eine der größten Anlagen ihrer Art weltweit. © BASF SE/Detlef W. Schmalow

„In der Rheingütestation Worms werden zusätzlich Gewässerproben entnommen und für gezielte Kontrollmessungen vorgehalten.“ Diese Proben würden untersucht, um die von BASF gemessenen Schadstoffwerte zu prüfen. „Die Ursachen, der Schadensverlauf, die genauen Messdaten, die Verhinderung vergleichbarer Schäden und so weiter werden von der SGD Süd mit BASF umfassend untersucht“, teilte der Sprecher mit. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd bestätigte dies.
„Das Landesamt für Umwelt hat bereits Abwasser-Rückstellproben bei der BASF entnommen und wird diese analysieren. Die SGD Süd führt selbst keine Abwasseranalysen durch“, teilte eine Sprecherin mit.

BASF in Ludwigshafen: Giftiges Produkt läuft in Rhein – „Vermutlich krebserregend“

Erstmeldung vom 4. November: Es ist schon wieder passiert! Ein Produktaustritt bei der BASF SE gefährdet den Rhein. Am Mittwochabend (3. November) ist im Auslauf der BASF-Kläranlage ganz im Norden von Ludwigshafen eine erhöhte Konzentration von Metazachlor gemessen worden. Der verursachende Betrieb konnte identifiziert und die Anlage abgestellt werden. Die genaue Ursache für die Emission und deren Umfang werden derzeit ermittelt.

Metazachlor ist ein Wirkstoff für Pflanzenschutzmittel und in die Wassergefährdungsklasse 3 (stark wassergefährdend) eingestuft. Nach ersten Berechnungen der BASF kann eine lokale Gefährdung von pflanzlichen Wasserorganismen nicht ausgeschlossen werden. Von einer Gefährdung für tierische Wasserorganismen ist nicht auszugehen.

Name\t\t\t\t\tBASF SE
HauptsitzLudwigshafen am Rhein
Gründungsjahr6. April 1865
Mitarbeiter110.302 (Stand: 2020)
Umsatz59,149 Mrd. Euro (Stand: 2020)

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Produktaustritt bei BASF in Ludwigshafen: Wirkstoff „sehr giftig für Wasserorganismen“

Metazachlor ist im Sicherheitsdatenblatt wie folgt gekennzeichnet:

Die zuständigen Behörden sind informiert. Das rheinland-pfälzische Umweltministerium hat vorsorglich eine Rheininformation an die Rheinanlieger herausgegeben.

Erst am 23. Oktober hatte sich im Werksteil Nord der BASF ein schlimmer Arbeitsunfall ereignet: Ein Mitarbeiter einer externen Firma war gegen 11 Uhr vormittags bei Dacharbeiten in einem Betrieb aus rund vier Metern Höhe abgestürzt und hat sich dabei schwere Verletzungen zugezogen. (PM/dpa/pek)

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