Harter Schlag für Angestellte

BASF kündigt großen Stellenabbau an – muss der Chemie-Riese dafür jetzt büßen? 

+
Bei der BASF sollen 6.000 Jobs abgebaut werden – auch in Ludwigshafen. (Symbolfoto)

Ludwigshafen - Bei der BASF werden dieses Jahr Stellen abgebaut und Teile der Firma verkauft. Vor allem Jobs in Deutschland werden wegfallen. Wirkt sich diese negative Mitteilung auf den Aktienkurs aus?

  • Schock bei der BASF: Das Chemieunternehmen wird tausende Stellen abbauen.
  • 6.000 Stellen sollen weltweit gestrichen werden. 
  • Betroffen sind auch BASF-Mitarbeiter in Ludwigshafen

Update, 9. Juli: Nachdem BASF angekündigt hat, weltweit 6.000 Stellen zu streichen, muss der Chemiekonzern den nächsten Dämpfer mitteilen: Der Aktienkurs sackt rapide ab. Drei Prozent haben die Aktien an Wert verloren. Und auch in die Zukunft blickt die BASF wegen der sich abkühlenden Weltkonjunktur und anhaltender Handelskonflikte pessimistischer entgegen. Der Umsatz werde 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgehen, teilt das Unternehmen am Montagabend in Ludwigshafen mit. Bisher war ein Plus von ein bis fünf Prozent angepeilt worden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen wird demnach um bis zu 30 Prozent unter Vorjahresniveau liegen. Bisher war ein Anstieg von bis zu zehn Prozent angepeilt.

Update, 5. Juli: Der größte Teil der 6.000 Mitarbeiter, deren Stellen bei der BASF gestrichen werden sollen, arbeitet im Stammwerk in Ludwigshafen. Wie die ‚Rheinpfalz‘ nun berichtet, soll bei der BASF in Ludwigshafen die Ratlosigkeit groß sein. Demnach sei in Ludwigshafen fast jede dritte Stelle in der BASF-Verwaltung betroffen.

BASF streicht allein 3.000 Stellen in Ludwigshafen

Update vom 27. Juni: Am heutigen Donnerstag macht es die BASF ganz offiziell: Der Chemieriese mit Sitz in Ludwigshafen wird im Zuge einer „organisatorischen Neuausrichtung“ ganze 6.000 Stellen weltweit streichen – in Deutschland, insbesondere am BASF-Standort Ludwigshafen, sollen 3.000 Mitarbeiter betroffen sein! 

Grund dafür sind „größere Kundennähe, stärkere Wettbewerbsfähigkeit und profitableres Wachstum.“ Dabei geht es hauptsächlich um Jobs in der Verwaltung, die bis zum Jahr 2021 abgebaut werden. Durch die Verschlankung erhofft sich die BASF Einsparungen von 300 Millionen Euro, die ab 2021 wiederum einen Ergebnisbeitrag von jährlich 2 Milliarden Euro liefern soll.

BASF erhofft sich mehr Effizienz durch Stellenabbau

Martin Brudermüller, Chef des Chemiekonzerns BASF, hat in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung angekündigt, dass er im laufenden Jahr mit dem Abbau von Stellen rechnet. Er gehe davon aus, dass der Personalstand bei der BASF bis zum Ende des Jahres unter dem Niveau des Vorjahres bleiben wird. 

Während Jobs in der Verwaltung abgebaut werden, sollen gezielt neue BASF-Mitarbeiter für die Produktion und Digitalisierung eingestellt werden. Damit soll das Unternehmen aus Ludwigshafen wieder profitabler gemacht werden. Im Jahr 2018 hat das BASF-Management ein neues Sparprogramm gestartet, mit dem das Unternehmen ab Ende 2021 zwei Milliarden Euro zum operativen Gewinn beisteuern will.

BASF-Chef äußert sich zu Klimaschutz

Dafür werden Kosten in Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung eingespart. Zudem sollen noch Teilbereiche der BASF verkauft werden. Im selben Interview äußert sich Brudermüller auch zum Thema Klimaschutz. 

Er halte es für wichtig, dass man das Problem in den Griff bekomme – egal ob durch neue Gesetze oder Initiativen. Durch das extrem Wetter im letzte Jahr habe die BASF 250 Millionen Euro verloren, weil durch das Niedrigwasser im Rhein bei Ludwigshafen Teile der Produktion gestoppt werden mussten.  

Weitere Artikel über die BASF in Ludwigshafen

Nach einem schweren Unfall im Oktober 2016 sterben auf dem Gelände der BASF fünf Personen. Seitdem läuft ein Prozess gegen einen externen Mitarbeiter, bei dem bald ein Urteil fallen könnte.

Ende Juni gerät das Unternehmen in den Fokus der Öffentlichkeit, da es den Grundstoff für Giftgas produziert haben soll, das der syrische Machthaber Assad im Jahr 2017 gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt hat. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung. 

Im Juli wird bekannt, dass mehrere deutsche Unternehmen, darunter auch die BASF, in den letzten Jahren von Hackern ausgespäht wurden – mutmaßlich aus China. Die Cyber-Attacke sei im Jahr 2015 entdeckt und unterbunden worden, teilt die BASF mit.

dpa/dh

Mehr zum Thema

Kommentare